Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Aus dem Gerichtssaal

Mühldorf: Illegales Autorennen mit Unfall – Fahrer wollen Urteil nicht akzeptieren

Von dem Altöttinger Porsche blieb nach der Kollision mit der Leitplanke nur ein Schrotthaufen übrig. Die beiden Insassen kame mit dem Leben davon.
+
Von dem Altöttinger Porsche blieb nach der Kollision mit der Leitplanke nur ein Schrotthaufen übrig. Die beiden Insassen kame mit dem Leben davon.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
    schließen

Der Unfall machte Schlagzeilen: Am Ende eines illegalen Autorennens verunglückten die beiden Teilnehmer und verletzten sich schwer. Bei den Täter handelt es sich nicht um Halbwüchsige, sondern um zwei 67- und 58-jährige alte Männer. Die Strafe für den Irrsinn wollen sie nicht akzeptieren. Jetzt beginnt die Revision.

Mühldorf – Welche katastrophalen Folgen irrsinniges Verhalten zweier älterer Männer - 67 und 58 Jahre alt – in ihren Sportwagen haben kann, zeigte sich im März 2019. Die beiden lieferten sich ein illegales Autorennnen, das mit einem schweren Unfall endete, bei dem sich die beiden Herren schwer verletzten. Gegen das Urteil des Amtsgerichts Mühldorf legten sie Revision ein, am 14. und 21. Dezember befasst sich das Landgericht Traunstein mit dem Fall.

Gefährliche Wettfahrt zweier älterer Herren

Ein Arzt im Ruhestand aus dem Landkreis Altötting mit einem Porsche, ein deutscher Geschäftsführer einer Schweizer Firma mit einem Ford Mustang trafen sich rein zufällig auf einem Parkplatz zwischen Hohenlinden und Maitenbeth, Zigaretten- und Pinkelpause waren der Grund für den Stopp des Porsches. Als der Arzt und sein Beifahrer wieder auf die B 12 einbogen, fuhr der Geschäftsführer mit seinem Ford Mustang vorbei.

Lesen Sie auch: Illegales Rennen in Edel-Autos: Arzt und Geschäftsführer nach Unfall auf A94 verurteilt

Die A 94 war damals zwischen Pastetten und Ampfing noch nicht fertiggestellt, sodass sie die B 12 für ein höchst riskantes Autorennen nutzten. Bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Mühldorf berichteten Zeugen über die riskanten Überholmanöver der beiden Fahrer, die immer wieder andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr brachten. Erst bei Töging endete die Wahnsinnsfahrt der beiden älteren Herren, weil am Porsche bei 165 Kilometern in der Stunde ein Reifen platzte und es zu einem Unfall kam.

Der Porsche krachte in die Mittelleitplanke, der Ford Mustang raste in die Böschung und überschlug sich. Der Porschefahrer erlitt einen Bruch des linken und des rechten Sprunggelenks, sein Kontrahent einen Bruch der Lendenwirbelsäule.

So berichtete das OVB über den Unfall

Der Beifahrer im Porsche kam mit Prellungen und einem Schock davon. Wie ein Wunder gab es nur Verletzte und keine Todesopfer. Am Porsche entstand ein Schaden von 11 300 Euro, der Ford Mustang schlug mit etwa 8000 Euro zu Buche. Die Schäden an der Mittelleitplanke wurden mit 7000 Euro beziffert.

Mustangfahrer geht seitdem am Stock

Das Amtsgericht Mühldorf belegte beide mit saftigen Geldstrafen: Der Arzt musste 18 000 Euro bezahlen, der Geschäftsführer 16 800 Euro. Er laboriert noch immer an den Unfallfolgen und geht am Stock. Seinem Job als Geschäftsführer kann er nicht mehr nachkommen.

Diese Strafe erschien den beiden Herren zu hoch und über ihre Rechtsanwälte legten sie Revision ein. Nun wird die ganze Angelegenheit eine Instanz höher verhandelt, das Landgericht Traunstein hat zwei Verhandlungstage angesetzt, die am 14. und 21. Dezember über die Bühne gehen werden.

Kommentare