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CORONA-LOCKDOWN

Nach drei Tagen über Inzidenzwert 100 gilt im Landkreis Mühldorf wieder Lockdown

Das wars: Ab heute ist nicht nur das Kaufhaus Schmederer wieder zu, in dem gestern Rita Weiherer (links), Jessika Daungaur beraten hat. Weil die Corona-Infektionen weiter steigen, dürfen nur wenige offenhalten. Für den Einzelhandel ein weiter Schlag, sagt ein Verbandsvertreter.
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Das wars: Ab heute ist nicht nur das Kaufhaus Schmederer wieder zu, in dem gestern Rita Weiherer (links), Jessika Daungaur beraten hat. Weil die Corona-Infektionen weiter steigen, dürfen nur wenige offenhalten. Für den Einzelhandel ein weiter Schlag, sagt ein Verbandsvertreter.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Geschäfte machen zu, Treffen mit Freunden sind wieder verboten: Ab Freitag, 12. März ist der Landkreis Mühldorf wieder im Corona-Lockdown

Mühldorf – Die kurze Zeit des Durchatmens ist vor bei, ab Freitag, 12. März, ist der Landkreis Mühldorf wieder im Lockdown. Denn seit drei Tagen liegt der Inzidenzwert der Corona-Neuansteckungen deutlich über 100 und steigt langsam aber stetig weiter. Gestern betrug er 119,1.

Um 22 Uhr müssen alle zu Hause sein

Damit gelten wieder weitreichende Einschränkungen, wie sie bis Ende der vergangenen Woche, 7. März, gültig waren, darunter auch die Ausgangssperre zwischen 22 und fünf Uhr.

Private Treffen sind nur noch zwischen einem Haushalt und einer weiteren Person plus Kindern unter 14 gestattet. Geschäfte machen wieder zu, es gibt nur noch die Möglichkeit, im Internet oder per Telefon Ware zu bestellen und abzuholen.

Musikunterricht ist wieder gestrichen

Das gilt natürlich nicht für all die Läden, die auch schon vor dieser Woche öffnen durften wie Lebensmittelgeschäfte, Baumärkte, Friseure oder Fahrradgeschäfte.

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Museen und Ausstellungen bleiben zu, in Musikschulen darf niemand mehr spielen, Fortbildungen müssen via Internet durchgeführt werden.

Wann wird es wieder besser: „Lockerungen können erst wieder eintreten, wenn die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen den Wert von 100 unterschreitet“, betont Landratsamtssprecherin Simone Kopf.

Entscheidung über Schulen noch offen

Was aus Schul- und Kindergartenkindern wird, ist noch nicht entschieden. Am heutigen Freitag geht es noch in Schule oder Betreuung, im Laufe des Tages verkündet das Landratsamt, wie es nächste Woche aussieht. Die grundsätzlichen Infektionsschutzgesetze sehen allerdings vor, dass Kinder in der kommenden Woche zu Hause bleiben müssen, wenn der Inzidenzwert am Freitag über 100 liegt.

Gründe für Anstieg ist nicht erkennbar

Warum die Ansteckungsrate im Landkreis unverändert hoch ist, kann das Gesundheitsamt nicht sagen. „Ursächlich für das aktuelle Infektionsgeschehen ist nicht ein einzelnes Ausbruchsgeschehen, sondern mehrere kleinere Infektionsgeschehen, die sich aufsummieren“, erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Benedikt Steingruber. „Derzeit gibt es nur einzelne Fälle in unseren Risikoeinrichtungen, keine Ausbrüche. Das Infektionsgeschehen in den Heimen ist deutlich zurückgegangen, auch hier gibt es nur vereinzelt Fälle.

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Nach seinen Angaben steckt sich die Hälfte aller Menschen im Landkreis mit der Virusvariante an, 22 Prozent am Arbeitsplatz.

Trotzdem sieht das Landratsamt keine Hinweise darauf, dass die Menschen sich weniger an die Einschränkungen halten. „Uns liegen derzeit keine Anhaltspunkte für eine schwindende Disziplin vor“, sagt Sprecherin Kopf.

Handel kritisiert Hin- und Her

Vor allem für den Handel bringt die erneute Zwangsschließung große Nachteile, Christan Kühl fürchtet einen neuen Nackenschlag. Der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Mühldorfer Kaufleute kritisiert das Hin und Her der Maßnahmen.

„Keiner weiß mehr was gilt, es blickt keiner mehr durch“, sagt er, bei den Händlern stünden die Telefon nicht mehr still. „Die Kunden rufen in den Geschäften an, die Händler rufen bei mir an.“ Er fürchtet, dass diese Unsicherheit dazu führt, dass noch mehr Menschen zum Kaufen ins Internet abwandern.

Sehr hoher Organistionsaufwand

Die ständig wechselnden Regelungen setzen auch die Kaufleute unter Druck: Sie müssen Öffnungen und Schließungen organsisieren, Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen oder wieder dahin zurück schicken. Kühl fordert deshalb die Schaffung von längeren Zeitfenstern vor Schließungen.

Zur Beurteilung der Corona-Situation vor Ort sollten außerdem neben dem Inzidenzwert auch andere Faktoren berücksichtigt werden, wie die Ausbildung von Hotspots oder die Belastung der Krankenhäuser.

Diese Geschäfte bleiben offen:

  • Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung
  • Lieferdienste
  • Getränkemärkte
  • Reformhäuser
  • Babyfachmärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Optiker
  • Hörgeräteakustiker
  • Tankstellen
  • Kfz-Werkstätten
  • Fahrradwerkstätten
  • Banken und Sparkassen
  • Pfandleihäuser
  • Filialen des Brief- und Versandhandels
  • Reinigungen und Waschsalons
  • Blumenfachgeschäfte
  • Gartenmärkte
  • Gärtnereien
  • Baumschulen
  • Baumärkte
  • Verkauf von Presseartikeln
  • Versicherungsbüros
  • Buchhandlungen
  • Tierbedarf und Futtermittel
  • Sonstige für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte
  • Großhandel

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