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Konzept eines Haagers

Eine mobile Galerie für den Landkreis Mühldorf, soll Kultur auch auf dem Land stärken

So sieht es im Galeriewagen der Stadt München aus.  Syr
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So sieht es im Galeriewagen der Stadt München aus. Syr

Der Haager Kulturmanager Peter Syr, hat das Konzept entwickelt. Ziel dieser Galerie ist es, Kultur auch auf dem Land zu erleben. Der Landkreis Mühldorf wendet dafür rund 50.000 Euro auf. Der Kreistag hat sich für diesen Betrag ausgesprochen. Mittel aus der Leader-Förderung wurden vom Landkreis ebenfalls beantragt.

Mühldorf – Die OVB-Heimatzeitungen sprachen mit dem Kulturmanager Peter Syr, der das Konzept entwickelt hat. Ziel diese Galerie ist es, Kultur auch auf dem Land zu erleben,

Was hat Sie bewogen, ein Konzept für eine mobile Galerie, die auch der Landkreis Mühldorf umsetzt, zu erstellen?

Peter Syr: Wenn man Kultur nicht nur als Unterhaltung begreift und davon ausgeht, dass die Teilhabe an Kultur für alle essenziell wichtig ist, muss sich Kultur dorthin bewegen, wo kulturelle Einrichtungen nicht selbstverständlich sind. 1977 entstand eine neue kulturelle Bewegung, die genau das zum Inhalt hat. Es begann in den Großstädten wie Frankfurt, Nürnberg und München. Die Kultur ging in die Stadtteile. Die kulturelle Versorgung betreffend, sind kleinere Orte im Landkreis mit Stadtteilen in den Städten vergleichbar. Oft fehlt es auch hier an kultureller Infrastruktur. Da lag es nahe, die kulturelle Versorgung mit mobilen Einrichtungen sicherzustellen. Ein besonderer Vorteil der mobilen Galerie ist es, dass hier der Zugang zu Kultur sehr niederschwellig ist.

Der Haager Peter Syr hat da Konzept für die „Mobile Galerie“ entwickelt.

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Wurde diese mobile Galerie schon umgesetzt?

Syr: Neben einer umfassenden mobilen Veranstaltungstechnik habe ich 1989 eine mobile Galerie für die Stadtteilbespielung in München konzipiert und umgesetzt. In ihr fanden und finden bis heute Themen- und Kunstausstellungen und kleinere Veranstaltungen statt. Die mobile Galerie ist in München ausgesprochen erfolgreich und wird viel eingesetzt.

Welche Veranstaltungen können im Rahmen Ihres Konzeptes mit der mobilen Galerie umgesetzt werden?

Syr: In der mobilen Galerie, untergebracht in einem zwölf Meter langen Sattelaufleger, sind vor allem Ausstellungen möglich. Sie ist mit professionellen Hängesystemen und einer entsprechenden Beleuchtung ausgestattet. So sind Kunstausstellungen und Ausstellungen zu Sachthemen möglich. Das bedeutet, dass Bilder oder Schautafeln an den Wänden, aber auch kleinere, dreidimensionale Objekte gezeigt werden können. Natürlich sind Projektionen möglich. Eine Ladebordwand dient als kleine Terrasse, über die der Eingang erfolgt. Hier können kleinere Darbietungen mit Musik, Lesungen, Kabarett und Kleinkunst erfolgen. Damit ergibt sich ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Die Terrasse/Ladebordwand wird so gestaltet, dass auch Gehbehinderte auf das Galerieniveau gebracht werden können.

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Wie wichtig ist es für Sie, gerade in der Corona-Pandemie, Kultur auch auf dem Lande möglich zu machen?

Syr: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Kultur die Möglichkeit bekommen muss, flexibel auf außergewöhnliche Situationen zu reagieren. Dabei kann die mobile Galerie besonders hilfreich sein. Im Pandemiefall kann der Zugang gut limitiert und kontrolliert werden. Die gesamte Eingangsfront am Heck ist geöffnet und der Galerieraum ist auf der gegenüberliegenden Wand mit Ventilatoren ausgestattet (schon wegen Wärmeentwicklung im Sommer). Dadurch ist ein optimaler Luftaustausch gegeben. Corona hat mich bewogen, auch an den Außenflächen ein Hängesystem anzubringen. Damit sind wetterfeste Ausstellungen, bei geschlossener Galerie, im öffentlichen Raum möglich. Wenn dann noch Abstände eingehalten und Masken getragen werden, ist ein Ausstellungsbesuch jederzeit, 24 Stunden am Tag, möglich.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte wollen Sie zusammen mit dem Mühldorfer Geschichtszentrum setzen?

Syr: Die mobile Galerie macht nur Sinn, wenn sie eng an das Mühldorfer Museum angebunden ist. Mit dem Leiter des Museums, Korbinian Engelmann, habe ich im Vorfeld intensive Gespräche geführt. Die mobile Galerie ermöglicht eine Verknüpfung des Museums mit historisch bedeutenden Orten im Landkreis. So bekommen Besucherinnen und Besucher der Galerie direkt vor Ort erste Einblicke in die Geschichte ihrer unmittelbaren Umgebung, die bestenfalls Interesse auf mehr machen. Themen die den ganzen Landkreis Mühldorf betreffen und darüber hinaus, können mit der mobilen Galerie im Landkreis von Gemeinde zu Gemeinde wandern und so ein breites Publikum erreichen. Diese Ausstellungen können mit Zusatzprogrammen ergänzt werden.

Interview: Josef Bauer

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