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Mit Tanzen hat alles angefangen

Antonia „Toni“ Egle (links) kommt aus München und ist von Beruf Musiklehrerin. Sie ist ebenfalls ehrenamtlich bei der Betreuung der jungen Leute im Obermeierhof aktiv.
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Antonia „Toni“ Egle (links) kommt aus München und ist von Beruf Musiklehrerin. Sie ist ebenfalls ehrenamtlich bei der Betreuung der jungen Leute im Obermeierhof aktiv.

Jettenbach – Der Jugendliche Marty McFly lebt im Jahr 1985 mit seiner Familie in einer Kleinstadt.

Sein Vater George ist ein unsicherer Mann, der von seinem Chef Biff ständig unterdrückt wird. Eines Tages macht Marty mit seinem älteren Freund, dem schrägen Wissenschaftler Dr. Brown, eine Zeitreise. Der Wissenschaftler hat eine Zeitmaschine in Form eines DeLorean-Sportwagens erfunden. Damit können sie in verschiedene Epochen reisen.

Das ist der Beginn von „Zurück in die Zukunft“, der Erfolgstrilogie aus den 1980ern. Vor allem vielen Älteren ist der Kinohit noch in guter Erinnerung geblieben. Doch auch junge Menschen begeistert die Story noch heute, wie man bei der Musischen Bildungs- und Begegnungsstätte Obermeierhof in Jettenbach aktuell verfolgen konnte.

Martys Zeitreise als Musical inszeniert

Bei einer Bildungsveranstaltung brachten etwa 75 junge Menschen zwischen 17 und 30 Jahren Martys Zeitreise als Musical auf die Bühne. Die Zeitreise wurde in einem ehemaligen Stall eigens aufgebaut. Ab Donnerstag hieß es für die Teilnehmer organisieren, planen, proben und aufbauen. Dafür sind sie aus ganz Deutschland angereist. Die Kulisse wurde überwiegend aus alten Kartons gebastelt. Samstag musste dann alles komplett stehen, denn da fand die Aufführung statt.

Nur zwei Tage zum Einstudieren eines Musicals. Für das junge motivierte Team war dies eine Leichtigkeit. Für jeden Bereich fand man schnell die passenden Leute: Küchen-Team, Band für die Musik, Doku-Team, Bühnentechnik, Requisite, Choreografie, Darsteller, Sänger und Sängerinnen sowie einige kleine Gruppen, die sich um weitere Aufgaben kümmerten, um ihr Event zu einem tollen Erlebnis werden zu lassen.

Viele Teilnehmer sind schon seit ihrer frühsten Jugend Pfadfinder. „Die Idee, jährlich ein eigenes Musical aufzuführen, entstand vor 40 Jahren. Davor wurden hier Tänze wie Foxtrott, Cha-Cha-Cha oder Tango einstudiert. Aus dem Tanzen kam die Idee, ein Musical aufzuführen, denn das hat eine Handlung“, erzählt der Geschäftsführer des Obermeierhofes Christoph Baierer (59) aus Grafenau. „Die Teilnehmer fangen erst hier an zu proben. Wir sind Joni sehr dankbar, dass er schon vorab vieles vorbereitet. Er schickt Noten an diejenigen, die Noten lesen können und MP3-Files, die sich die Leute anhören und dann mitsingen können. Joni macht das hervorragend“, setzt er fort. Jonathan „Joni“ Wrede (40) aus Oberursel ist seit 20 Jahren ehrenamtlich in der Jettenbacher Bildungs- und Begegnungsstätte in der musikalischen Leitung aktiv. Als er vor vielen Jahren die Leitung übernahm, gab es nur wenige Leute in einer Band. „Mit der Zeit nahmen wir dann immer schwierigere Musicals. Wir haben das dann mal mit der West Side Story probiert. Das funktioniert nicht mehr mit vier oder fünf Instrumenten“, erzählt Wrede. „Das wurde im Laufe der Jahre zum Glück immer mehr. Die Ansprüche sind gestiegen. Inzwischen planen wir unsere Stücke mit 16 bis 20 Leuten. Jedes Instrument kann mitmachen. Wenn jemand zum Beispiel Harfe spielt, dann muss er Noten für die Harfe bekommen“, setzt er fort.

Wer kein Musikinstrument spielt findet garantiert eine andere Aufgabe, die ihm Spaß macht. Was das Musical zu etwas Besonderem macht ist, dass die Darsteller keine festen Texte haben, sondern viel improvisieren müssen. Dazu kommt, niemand muss perfekt sein, sondern dabeisein ist alles. Sie singen ihre Lieder solo, als Duo oder in einer Gruppe und bringen ihre eigene Version von „Zurück in die Zukunft“ auf die Bühne. Der Aufwand lohnt sich für die jungen Leute, denn hier dürfen sie wieder ein Stück Normalität erleben. Aufgrund von Corona dürfen kaum Besucher zur Veranstaltung. Darum geht es den jungen Leuten auch nicht. Für sie zählt in erster Linie, dass sie Gleichaltrige treffen, die ihre Interessen teilen und mit denen sie gemeinsam etwas auf die Beine stellen können. Das Gemeinschaftsgefühl und der Spaß stehen im Fokus.

Jugendliche können sich ausprobieren

Sie können ausprobieren, was ihnen gefällt und vielleicht sogar neue Talente in sich entdecken. Das Musical machen sie für sich selbst und nicht für ein großes Publikum von außerhalb.

Das Thema Corona nehmen sie sehr ernst. Das sieht man auch an ihrer Impfbereitschaft. „95 Prozent der Teilnehmer sind geimpft. Die übrigen fünf Prozent sind entweder genesen oder haben erst eine Impfung hinter sich“, sagt der Geschäftsführer stolz.

Jan Hoffmann (51), Vorsitzender vom Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder Freundeskreis Bayern, und Geschäftsführer Christoph Baierer.

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