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Bundestagswahlkampf in der heißen Phase

Junge Politiker aus der Region bewerten die Auftritte der Kanzlerkandidaten im TV-Triell

Die Kanzlerkandidaten während der Live-Diskussion im Fernsehen.
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Die Kanzlerkandidaten während der Live-Diskussion im Fernsehen.

Der Bundestagswahlkampf 2021 ist in seine heiße Phase eingetreten. Am vergangenen Sonntag debattierten die drei Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) live im Fernsehen. Drei junge Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Mühldorf bewerten die Auftritte.

Stephanie Pollmann, CSU

Mühldorf – Stephanie Pollmann (CSU)

Welchen Einfluss üben Ihrer Meinung nach solche Diskussionsrunden auf das Wahlverhalten aus?

Ich bin der Meinung, dass jegliche Art von Wahlkampf Einfluss auf das Wahlverhalten hat. Leider werden zu oft auch Momentaufnahmen aus diversen Situationen losgelöst verwendet, um dann damit Wahlkampf gegen andere zu machen. Für mich gehört zu einem seriösen Wahlkampf, mit Inhalten zu punkten und nicht andere schlecht zu reden bzw. dadurch von der eigenen Person bzw. Partei abzulenken. In Diskussionsrunden wie diese gestern Abend, kann man einiges über die einzelneren Kandidaten erfahren. Durch ihre Diskussionskultur, die Argumentationen und das fachliche Wissen können sie hier die Wähler von sich überzeugen. Von diesen „Triellen“ sollte es definitiv noch mehr geben, auch zu anderen Tageszeiten.

Welche Aussage, die aus der Dreierrunde kam, hat Sie besonders gestört? Welche hat Sie besonders positiv berührt?

Besonders positiv fand ich das Statement von Armin Laschet zum Klimawandel bzw. Klimapolitik. Ein klares Signal für ein „nicht weiter so.“ Indem er auch die aktuelle Regierung in die Verantwortung nimmt und Fehler aufzeigt.

Gestört haben mich die Aussagen von Herrn Scholz bzgl. seiner „Skandale“ (Cum-Ex/Wirecard/aktuelle Durchsuchung). Er spielt die Vorwürfe und Ermittlungen runter. Auch wenn er in der Person nicht direkt beteiligt war, ist er nunmal der zuständige Minister und trägt somit die Verantwortung für seine Mitarbeiter und derer Arbeit.

Wenn Sie dem Vertreter Ihrer Partei – die Union als Einheit betrachtet – einen Rat für den Wahlkampf-Endspurt geben müssten, was würden Sie ihm sagen?

Mehr Inhalte aus dem eigenen Wahlprogramm liefern, denn das Wahlprogramm der CSU/CDU ist sehr gut - und weniger auf andere Parteien/ Personen schimpfen!

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Bewerten Sie den Auftritt der Bewerberin/der Bewerber um das Kanzleramt jeweils mit einer Schulnote von 1 bis 6 und begründen die jeweilige Note mit einem kurzen Satz.

Annalena Baerbock: 3. Die Hauptauseinandersetzung lief in diesem Triell zwischen Scholz und Laschet. Dadurch konnte sie mehr fachliche Themen setzen. In diesen erscheint Frau Baerbock mir aber nicht immer sattelfest. Viele Ihrer Themen leitet sie mit emotionalen Geschichten oder Bildern ein, ein starkes Argument braucht dies aber nicht.

Armin Laschet: 2. Herr Laschet zeigte Kampfgeist. Er lies Aussagen nicht einfach im Raum stehen, sondern verteidigte seinen Standpunkt. Inhaltlich war er den beiden Mitbewerbern überlegen und er sprach auch unangenehme Themen an.

Olaf Scholz: 3. Aufgrund der aktuellen Umfragewerte sehr ruhig und abwartend. Die „Skandale“ von Scholz, Cum-Ex/Wirecard/aktuelle Durchsuchung, prallen aufgrund der Komplexität von ihm ab. Teilweise wählt er auch die einfachere Antwort, wenn es zum Beispiel um das Rentenniveau der aktuell 17-Jährigen geht.

Christian Hinkelmann, SPD

Christian Hinkelmann (SPD)

Welchen Einfluss üben Ihrer Meinung nach solche Diskussionsrunden auf das Wahlverhalten aus?

Obwohl ich persönlich diese Diskussionsrunden sehr gut finde, denke ich nicht, dass die sich noch groß auf das Wahlverhalten auswirken. Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihre Briefwahlunterlagen schon abgegeben und ich merke in meinem näheren Bekanntenkreis ein sehr großes Desinteresse gegenüber solchen Debatten.

Welche Aussage, die aus der Dreierrunde kam, hat Sie besonders gestört? Welche hat Sie besonders positiv berührt?

Gestört haben mich einige Aussagen. Um eine Aussage aufzugreifen: Laschet sagt zur Bewältigung der Klimakrise „Die deutsche Autoindustrie ist längst auf diesem Weg sich umzustellen und ich finde wir müssen die jetzt mal machen lassen“. Das ist wenig konkret und hört sich so ein bisschen nach aussitzen an. Und der Punkt des unsympathischsten Kandidaten geht auch an Herrn Laschet. Die Moderatoren wussten oft nicht wer eine Frage stellt und wirkten sehr uneingespielt.

Positiv überrascht hat mich Frau Baerbock, die ich sehr gut sortiert gefunden habe und, wie auch Herr Scholz, einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen hat.

Wenn Sie dem Vertreter Ihrer Partei einen Rat für den Wahlkampf-Endspurt geben müssten, was würden Sie ihm sagen?

Ich kann nur sagen, alles richtig gemacht, weiter so.

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Bewerten Sie den Auftritt der Bewerber um das Kanzleramt jeweils mit einer Schulnote von 1 bis 6 und begründen die jeweilige Note mit einem kurzen Satz.

Olaf Scholz: 2. Olaf Scholz war lebendiger als beim ersten Mal und hat sich durch die permanenten Angriffe von Herrn Laschet nicht aus der Ruhe bringen lassen. Er wirkte ebenfalls sehr sympathisch.

Annalena Baerbock: 2+. Sie wirkt sehr empathisch und aufgeweckt und versucht mit Inhalten zu punkten..

Armin Laschet: 4. Er sagt selten konkretes und anstatt über die Zukunft zu sprechen betreibt er eine Art Vergangenheitsbewältigung, indem er gefühlt ständig die anderen Kandidaten angreift.

Lena Koch, Grüne

Lena Koch (Grüne)

Welchen Einfluss üben Ihrer Meinung nach solche Diskussionsrunden auf das Wahlverhalten aus?

Auch wenn es gar nicht so einfach ist, 95 Minuten aufmerksam der Komplexität von Politik zu folgen, ist das Format der Kandidatendebatte Teil politischer Bildung und grundlegend für funktionierende Demokratie in Deutschland.

Unentschlossene können sich ein Bild davon machen, welche Partei eigene Werte und Zukunftsvorstellungen am besten vertritt. Bürgerinnen und Bürger, die sich für die bevorstehende Bundestagswahl bereits festgelegt haben oder sogar schon per Brief gewählt haben, werden hoffentlich in ihrer Entscheidung bestätigt. Ich hoffe aber auch, dass etwaige Nicht-Wähler durch solche Diskussionsrunden motiviert werden können ihre Stimme abzugeben.

Welche Aussage, die aus der Dreierrunde kam, hat Sie besonders gestört? Welche hat Sie besonders positiv berührt?

Gestört hat mich keine Aussage, da ich den Eindruck hatte, alle waren sehr gut vorbereitet, um möglichst keine Fehler zu machen. Allerdings haben mich die Streitigkeiten zwischen den Kandidaten gestört. Es sollte bei dem Triell nicht darum gehen Altes aufzuarbeiten, sondern wie man mit neuen Ideen in eine lebenswerte Zukunft starten kann.

Positiv berührt hat mich ganz klar Annalena Baerbocks Aussage: „Unsere Enkel sollen uns nicht fragen ‚Warum habt ihr nichts getan?‘, sondern ‚Wie habt ihr das geschafft?‘“

Wenn Sie der Vertreterin Ihrer Partei einen Rat für den Wahlkampf-Endspurt geben müssten, was würden Sie ihr sagen?

Annalena, bleib so, wie du bist! Mutig, klar in deinen Aussagen, mit zukunftsentscheidenden Ideen und standhaft.

Noch nie hatten die Grünen die Chance auf das Kanzlerinnenamt aber du hast gezeigt, dass wir das Wissen, die Struktur und die Kraft haben. Durchhalten und das Beste für unser Kinder und Enkel rausholen - das gilt nun in den letzten zwei Wochen (und auch darüber hinaus!).

Bewerten Sie den Auftritt der Bewerber um das Kanzleramt jeweils mit einer Schulnote von 1 bis 6 und begründen die jeweilige Note mit einem kurzen Satz.

Armin Laschet: 4. Schuldzuweisungen und die Konflikte der GroKo waren mehr Thema als das, wofür die Union eigentlich noch steht. Viel reden – wenig handeln..

Olaf Scholz: 3. Zwar wurde Herr Scholz von Herrn Laschets Angriffen etwas aus der Reserve gelockt aber Leidenschaft und Aufbruch sehen für mich anders aus.

Annalena Baerbock: 1. Annalena hat sich klug aus den Streitigkeiten gehalten und bat die anderen Kandidaten immer wieder zur sachlichen Diskussion zurückzukommen. Mit ihrem Wissen und ihrer Kompetenz hat sie deutlich gemacht, dass es sich nun um die letzte Chance handelt die Klimakrise in den Griff zu bekommen.

Das ist die Aufgabe unserer Generation und muss auch von uns und einer grünen Kanzlerin in die Hand genommen werden.

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