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SERIE „SUMMA DAHOAM“

Mit dem Schlauchboot von Jettenbach nach Mühldorf

Eine Erlebnisfahrt auf dem Wasser von Jettenbach nach Mühldorf.
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Eine Erlebnisfahrt auf dem Wasser von Jettenbach nach Mühldorf.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Die Schlauchbootfahrten auf dem Inn zwischen Jettenbach und Mühldorf waren lange Zeit bei allen Altersgruppen sehr beliebt. Der unverbaute Innabschnitt in diesem Bereich bot und bietet Natur pur. Viele Geschichten haben sich um diese Fahrten gebildet. In der heutigen Ausgabe unserer Sommerserie „Summa dahoam“ haben wir einige dieser Storys für unsere Leserinnen und Leser aufgeschrieben.

Mühldorf – Wer noch nie mit dem Schlauchboot auf dem Inn von Jettenbach bis Mühldorf gefahren ist, hat eine der schönsten Freizeit-Vergnügen im Landkreis Mühldorf versäumt.

Die Hochzeit der Schlauchbootfahrten dürfte von 1985 bis 1995 gewesen sein. Da tummelten sich viele Boote mit ihren Insassen auf dem Inn.

Samstags begann die Fahrt an der Lände

In der Regel begannen die Fahrten am Samstag um 9 Uhr an der Lände. Dort trafen sich die Teilnehmer und luden verschiedene Utensilien ein, die für die Schlauchbootfahrten unentbehrlich waren. Neben dem Schlauchboot musste der Schlauch eines Autoreifens, der für die Kühlung des Biers unerlässlich war, mitgenommen werden.

Dazu ein kleiner Grill und die Holzkohle, die natürlich gegen Nässe besonders geschützt werden musste. So ausgestattet wurden die Plätze in den Autos aufgeteilt und die Fahrt nach Jettenbach zur Booteinsatzstelle gestartet. Dann begann die Fahrt auf dem Inn, der Sommerhochwasser und die unberührte Natur an den Uferstreifen rückte näher.

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Natürlich gibt es von diesen Bootsfahrten auch zahlreiche Anekdoten und lustigen Geschichten zu erzählen. Auch die Mühldorfer Wasserwacht machte sich damals mit dem Schlauchboot zur Wasserrettung auf den Weg von Jettenbach nach Mühldorf. Die Wasserwachtler hatten ihre umfassende Einsatzbesprechung in das Bräustüberl nach Au am Inn verlegt. Diese muss so intensiv gewesen sein, dass das Boot der Mühldorfer Wasserwacht einen Pfeiler der Kraiburger Innbrücke ins Visier nahm und diesen auch traf. Bei diesem Unglück wurde das Boot so beschädigt, dass an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken war.

Das in Kloster Au erstandene Tragerl Bier im Autoschlauch kappte die Leine zum Boot und verabschiedete sich und schwamm alleine nach Mühldorf.

Die Wasserwachtler versprachen sich gegenseitig nichts, aber überhaupt nichts von dieser Havarie zu erzählen, doch schnell machte das Unglück unter den Bootfahrern die Runde. Vor dem Hastinger Prallhang lag die Brotzeitinsel, die in der Regel angesteuert wurde und dort kam der Grill zu seinem Einsatz. Halsgrat und eine Halbe Bier sorgten für gute Stimmung. Auch die Spitze der Mühldorfer Feuerwehr entschied sich, an einem schönen Sommertag für eine Schlauchbootfahrt von Jettenbach nach Mühldorf zu unternehmen.

Nicht halbnackt in die Wellen stürzen

Mit dem Schlauchboot der Feuerwehr wurde diese Übung in Angriff genommen. Auch an das leibliche Wohl hatten die Mühldorfer Floriansjünger gedacht. Es war ein Sommertag wie gemalt und die besorgten Feuerwehrler bedrängten ihren Kommandanten Sepp Penzenstadler, sich nicht mit nacktem Oberkörper in die Wellen des Inn zu stürzen.

Der Hinweis, dass es zu einem fürchterlichen Sonnenbrand bei ihm kommen werde, wenn er weiter mit nacktem Oberkörper im Schlauchboot unterwegs sei. Die Argumente fielen nicht auf fruchtbaren Boden: „ I bin a Waidla und kenn jedes Wedda, Uns im Woid macht koa Hitz und koa Koidn zu schaffa“, erklärte der Kommandant.

In der Regel wurde nach der Stärkung auf der Brotzeitinsel das Gasthaus Starkheim angesteuert. Vom Innufer führte eine Treppe zum Biergarten. Die Boote wurde an den Bäumen am Hang festgebunden. Nach dieser Einkehr war es nicht mehr weit bis zur Lände an der Mühldorfer Innbrücke. Dort endete jede Schlauchbootsfahrt auf dem Inn.

Zwei Mitreisende setzten sich ins Auto und holten den Wagen, der die Besatzung nach Jettenbach gebracht hatte.

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Der Rest verstaute das Boot und die sonstigen Utensilien und machte sich auf den Weg zur Schlussbesprechung in den nahen Turmbräugarten.

Diese Einkehr verpasste Sepp Penzenstadler, der die oberbayerische Sonne schwer unterschätzt hatte und rot wie ein Krebs diese Bootsfahrt beendete. Er ging gleich nach Hause.

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