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Initiative fordert Maßnahmen gegen Raser

Mit 97 Sachen über den Stadtplatz Mühldorf - Initiative fordert Maßnahmen, Bürgermeister sagt Nein

Wolfgang Schönfelder (links) von „Verkehrswende Mühldorf“ und Jürgen Kindler von der VCD-Kreisgruppe beim Anbringen des Verkehrsstatistikgerätes am Stadtplatz.
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Wolfgang Schönfelder (links) von „Verkehrswende Mühldorf“ und Jürgen Kindler von der VCD-Kreisgruppe beim Anbringen des Verkehrsstatistikgerätes am Stadtplatz.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Der Spitzenreiter fuhr 97 statt 20, 15 Prozent der Autofahrer auf dem Mühldorfer Stadtplatz sind schneller als erlaubt. Eine Verkehrsinitiative fordert deshalb mehr Kontrollen.

Mühldorf – Nachdem sich Anwohner immer wieder über Geschwindigkeitsübertretungen am Mühldorfer Stadtplatz beschwert haben, haben die Kreisgruppe Mühldorf-Altötting des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und die Bürgerinitiative „Verkehrswende Mühldorf“ eine Verkehrsmessung durchgeführt. Gemessen haben die Initiatoren nach eigenen Angaben von Montag, 11. April, bis Mittwoch, 20. April, auf Höhe der Einmündung Ledererstraße.

Die Geschwindigkeit am Stadtplatz ist als „Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ auf 20 Stundenkilometer begrenzt. Die Auswertung der Messergebnisse ergab laut den Initiatoren, dass dort vielfach zu schnell gefahren wird.

15 Prozent waren schneller als erlaubt

Die gemessene maßgebliche Geschwindigkeit habe durchschnittlich 22 Kilometer pro Stunde betragen und liege damit um zehn Prozent über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Bei dieser maßgeblichen Geschwindigkeit V85 handelt es sich um das Tempo, das von 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer nicht überschritten wird. 15 Prozent fuhren schneller als 22 Stundenkilometer.

Nachts besonders schnell unterwegs

Besonders schnell werde auf dem Stadtplatz nachts gefahren. Dann sei V85 auf über 30 Stundenkilometern gestiegen. Der schnellste gemessene Verkehrsteilnehmer war mit Tempo 97 unterwegs.

Durchschnittlich passierten über 2800 Fahrzeuge pro Tag die Messstelle. Wobei zu berücksichtigen ist, dass der Messzeitraum in den Osterferien lag.

Der VCD Mühldorf-Altötting und die „Verkehrswende Mühldorf“ empfehlen der Stadt Mühldorf daher, Maßnahmen zu treffen, die sicher stellen, dass die höchstzulässige Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometer, insbesondere im Zeitraum von 21 bis 8 Uhr eingehalten wird.

Viele wissen nichts von Temp 20

„Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass am Stadtplatz maximal Tempo 20 erlaubt ist. Deshalb schlagen wir vor, die Verkehrsteilnehmer durch Tempo-20-Schilder daran zu erinnern“, sagt Dr. Adelheid Kückelhaus, Co-Sprecherin des VCD. „Außerdem könnte man ein Smiley-Gerät aufstellen. Und wenn das nichts hilft, auch mal einen Blitzer. Das würde notorische Raser hoffentlich einbremsen.“

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Die Verkehrsmesser schlagen zudem vor, dass die Stadt eine Lärmberechnung und effektive Lärmmessungen anstellt. „Viele Anwohner und Café-Besucher klagen über enormen Straßenlärm. Der entsteht zum einen durch das Kopfsteinpflaster. Aber auch durch manche Autofahrer, die bewusst aufs Gaspedal treten, wenn sie an den Café-Terrassen vorbeifahren.“ Der Mühldorfer Stadtplatz könnte so viel attraktiver sein und zum Bummeln einladen, wenn der Autoverkehr und das Parken reduziert würden, meint Kückelhaus.

Verwaltung sieht keinen Bedarf

Die Stadt sieht das ganz anders. „Nach Auffassung der Kreisstadt und der Polizeierfordern die Geschwindigkeiten am Stadtplatz keine weiteren Maßnahmen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme auf Anfrage der OVB-Heimatzeitung. „Die Schlussfolgerung, es wird zu schnell gefahren, kann definitiv nicht bestätigt werden.“

Bei ihrer Einschätzung beruft sich die Stadt auf eigene Messungen mit dem sogenannten Temposys-Gerät. Das zeigt Autofahrern ihre Geschwindigkeit an, bestraft aber keine Vergehen. „Die Ergebnisse ergeben an den Standorten Höhe Stadtplatz 21 und Höhe Altöttinger Tor regelmäßig Werte von 23 Kilometern pro Stunde.“

Autofahrer müssen eigenverantwortlich handeln

Eine Stadtsprecherin verweist in der Stellungnahme stattdessen darauf, dass Auto- und Motorradfahrer die Temporegeln „eigenverantwortlich einzuhalten“ hätten. „Daher sind weitere Maßnahmen nur dort zu treffen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist.“ Eine umfassende Verkehrsüberwachung sei weder möglich noch wünschenswert.

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