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Guter Hirte in vielen Kirchen

Mit 87 Jahren noch in der Gemeinde aktiv: Pfarrer Noggler ist mit Oberneukirchen eng verbunden

Auch mit 87 Jahren ist er immer noch in der Seelsorge aktiv: Pfarrer Albert Noggler (links) im Gespräch mit Hans Lippacher, dem Vorsitzenden des Seniorenclubs.
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Auch mit 87 Jahren ist er immer noch in der Seelsorge aktiv: Pfarrer Albert Noggler (links) im Gespräch mit Hans Lippacher, dem Vorsitzenden des Seniorenclubs.
  • VonMarianne Fill
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Verwaiste Pfarreien brauchen ihn. Er gehört zu den ältesten noch aktiven Pfarrern in Bayern. Mit 87 Jahren ist Pater Albert Noggler nach wie vor als Aushilfspfarrer gefragt. „Der Herrgott wird schon wissen, warum er mir so ein langes, gesundes Leben gönnt“, meint der Südtiroler.

Oberneukirchen – Besonders glücklich ist dabei die Pfarrei Oberneukirchen, denn nach der Pensionierung von Pfarrer Armin Thaller ist Pater Albert Noggler zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Und das mit 87 Jahren. Da freut er sich dann, wenn er noch Schulkameraden antrifft und mit ihnen ein Stündchen plaudern kann. Der „Seniorenclub-Generation“ ist er bestens bekannt, fand er doch nach Kriegsende eine Bleibe in Oberneukirchen.

In der Kindheit wurde er nach Oberneukirchen evakuiert

Jetzt erzählte er seine interessante Lebensgeschichte anlässlich eines Seniorennachmittags. Sein Geburtstort lag im sonnigen Südtirol, in Meran erblickte er im Jahr 1934 das Licht der Welt. Mit fünf Geschwistern erlebte er dort seine Kindheit. Während des Krieges kam die Familie nach München und wurde nach Oberneukirchen evakuiert.

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Beim „Beck`n“ fanden sie eine Bleibe, er war damals neun Jahre alt.

In der Volksschule gab es schon mal 18 Tatzen

Schmunzelnd erinnert er sich an die Volksschulzeit in Oberneukirchen. „18 Tatzen hab ich von der Lehrerin bekommen, täglich waren sechs Tatzen erlaubt“. Nachdem Noggler die Volksschule abgeschlossen hatte, hatte er bei den Bauern gearbeitet. Der damalige Pfarrer Schmaus und der Landarzt Dr. Malow waren sich aber einig: „Der Bub is so gscheit, der muaß doch studiern“. So kam es, dass er sich wieder für die Schule entschied. Er kam nach Dillingen, um dort die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium zu machen. „Es waren 220 Kilometer bis dorthin, die fuhr ich mit dem Radl“ meint er jetzt stolz. Zu dieser Zeit erlernte er sogar die spanische Sprache und holte in Burghausen das Abitur nach.

Beim Krankenhausbau in Mühldorf und beim Bau des Alzkanals mitgeholfen

In seiner Freizeit half er beim Krankenhausbau in Mühldorf und beim Bau des Alzkanals mit, um ein wenig Taschengeld zu bekommen.

Das Theologiestudium legte er in Eichstätt ab. In den Nachkriegsjahren genossen besonders kinderreiche Familie Ansehen, wenn ein Bub sich fürs Priesteramt entschied und eine Tochter ins Kloster ging. So war es auch in der Familie Noggler; Albert Noggler studierte Theologie und eine Schwester legte das Ordensgelübde ab. Seine Primiz feierte Noggler in Oberneukirchen, seine erste Station war bei den Kapuzinern in Altötting.

Als Missionar in Chile tätig gewesen

Schon damals war er sich sicher, dass der Priesterberuf für ihn zu langweilig sei, er müsse hinaus in die Welt und so kam er in die Mission nach Chile. Dort hieß es dann. „Der konn ja spanisch, der konn ja in der Schul Spanisch unterrichten“. Im Jahr 1997 kam Pater Albert Noggler wieder in die Heimat zurück und wurde Direktor vom Studierenden-Wohnheim in Eichstätt. Als Dozent war er dort in der Abteilung „Soziale Arbeit“ 20 Jahre lang eingesetzt.

Mit 150 Männer und Frauen aus allen Ländern der Welt arbeitete er an einem Forschungsprojekt und genoss immer die gute Zusammenarbeit. Seit 2017 lebt er in München im Kapuzinerkloster und ist als „guter Hirte“ in vielen Kirchen und im Pfarrverband Flossing ein gern gesehener Priester.

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