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Bahnstrecke Mühldorf-München

Mit 200 durchs Isental: So plant die Bahn den Ausbau bei Heldenstein

Lange wurde gerungen um eine Lösung für den Weidenbacher Bahnübergang. Jetzt soll hier eine Eisenbahnüberführung entstehen, genaue Pläne dafür gibt es noch nicht.
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Lange wurde gerungen um eine Lösung für den Weidenbacher Bahnübergang. Jetzt soll hier eine Eisenbahnüberführung entstehen, genaue Pläne dafür gibt es noch nicht.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Gemeinde Heldenstein hat lange darum gekämpft: In Weidenbach soll im Zuge des zweigleisigen Bahnausbaus eine Bahnüberführung gebaut werden. Doch wie sieht es mit den weiteren Planungen aus?

Heldenstein – „Ein Großprojekt, das ist nicht übertrieben“, schilderte Wolfgang Kriechbaum, Projektleiter für diesen Abschnitt. Weicher Untergrund sei charakteristisch für den Streckenabschnitt, viele Gräben und Bäche gelte es zu überqueren und enge Kurven erfordern Veränderungen beim Trassenverlauf. „Nach dem Bahnausbau soll auf der Strecke 200 Stundenkilometer erreicht werden. Dazu braucht es Ausweitungen, bei denen wir vom Bestand abrücken müssen“, erklärte er in der Sitzung des Gemeinderats.

Unterführungen ertüchtigen

Mehrere Straßenunterführungen werden mit dem Bahnausbau ertüchtigt. Manche bleiben unverändert, die Straßenunterführung „Am Brühl“ hingegen wird nach dem Ausbau nur noch zu Fuß oder mit dem Rad passierbar bleiben. Als Ausgleich dazu wird am östlichen Ortseingang eine Bahnüberführung errichtet, deren Trassierung „spannend“ wird. Nicht vermeiden lässt sich, dass Bahnquerungen zeitweise an unterschiedlichen Stellen nicht möglich sein werden. „Wir wollen das möglichst schonend für den Verkehr“, erklärte Kriechbaum. Ein Verkehrskonzept wolle man der Reihe nach legen, sodass immer Querungsmöglichkeiten gegeben sein sollen.

Der Weidenbacher Bahnhof soll geschlossen werden. „Hier gibt es zu wenige Ein- und Aussteiger“, informierte Kriechbaum. Auch das dortige Stellwerksgebäude soll spätestens nach dem Ausbau keine Funktion mehr haben. Das wird weiter in Richtung Osten verlegt auf Höhe Niederheldenstein, wo ein Überholbahnhof mit drei Gleisen geplant ist. „Es handelt sich um eine Mischstrecke“, sagte Kriechbaum zum Hintergrund. Schnelle Personenzüge würden von langsameren Güterzügen ausgebremst werden. Deshalb brauche es ungefähr alle 20 Kilometer einen Überholbahnhof. Die Lage auf Höhe Niederheldenstein bietet sich aufgrund seiner geraden Linienführung an. Hier verläuft die Bahn etwa einen Kilometer parallel zur Autobahn, rund 750 Meter werden benötigt.

Die Frage nach dem Lärm treibt Anwohner wie Gemeinderäte um. Was ist in puncto Lärmschutz geplant? Vom westlichen Ende Weidenbach bis nach Niederheldenstein gelte der Abschnitt als „besonders überwachte Gleise“. Hier sollen die Gleise regelmäßig geschliffen werden, damit weniger Schall entsteht. Ein Unterschied von drei Dezibel lasse sich dadurch erreichen, wie Kriechbaum erklärte. „Das ist deutlich hörbar.“

Bei Weidenbach ist eine Schallschutzwand geplant. Doch sind dadurch die Anwohner ausreichend geschützt oder sollte die Schallschutzwand verlängert werden? Diese Sorge trieb Christian Hansmeier (WEW) und Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU) um. „In Weidenbach handelt es sich um eine lärmbelästigte Situation. Den Schallschutz sollte man sich ganz genau anschauen.“ Bedenken hatte Kriechbaum nicht: „Es handelt sich nicht um reflektierende, sondern um hochabsorbierende Lärmschutzwände. Ansonsten könnte es vielleicht tatsächlich Probleme geben.“

Schutzwall fließt in Berechnung ein

Die Schutzwände sollen sicherstellen, dass die Grenzwerte in den anliegenden Gebieten eingehalten werden. Dabei werde unterschieden, wo ein Gebäude liegt. In Wohngebieten liegen die Werte um zehn Dezibel niedriger als in Gewerbegebieten. Für Söllerstadt hingegen ist aufgrund der Entfernung zu den Gleisen keine Lärmschutzwand vorgesehen. Einen besseren Schallschutz braucht es auch nicht in Niederheldenstein beim geplanten Überholbahnhof. Dort gibt es bereits einen Schutzwall an der A 94, der in der Gesamtbetrachtung berücksichtigt wird.

„Die Gemeinde Heldenstein ist besonders vom Bahnausbau betroffen. Daher ist es wichtig, dass wir keine Fehler machen“, betonte Antonia Hansmeier. Man müsse sich eng miteinander abstimmen. „Schade, dass der Bahnhof Weidenbach schließt“, bedauerte sie die Entscheidung.

Worauf Bauingenieur Sven Kluba keine Antwort hatte: Wann beginnen die Arbeiten? Baurecht könnte es in drei bis fünf Jahren geben. „Sobald es Baurecht gibt, bauen wir. Was verkehrlich sinnvoll ist.“

Schlechter Untergrund für Übergang

Lange wurde gerungen um eine Lösung für den Weidenbacher Bahnübergang. Eine Straßenüberführung, eine Pararellstraße zur Bahnlinie, die erst in Küham die Strecke quert und zuletzt die Eisenbahnüberführung. „Wann ist mit den ersten Entwürfen zu rechnen“, wollte Bertram Häußler (UWG) von den Bahn-Ingenieuren wissen. „Wir sind sofort tätig geworden nach dem Ministerentscheid“, erklärte Sven Kluba. Aber die Planer mussten „bei Null anfangen“. Einfach gestalten sich die Planungen nicht, denn der Untergrund ist schlecht, das Grundwasser liegt hoch. „In einen solchen Boden zu bauen, macht keinen Spaß“, erklärte Projektleiter Wolfgang Kriechbaum. Bürgermeister Antonia Hansmeier (CSU) machte klar, dass die Gemeinde nicht schuld an den Verzögerungen des Bahnausbaus sei. „Die Gemeinde steht zum Bahnausbau, das ist eine runde Sache für alle Beteiligten.“

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