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Sehr früh die ersten Kranken im Landkreis Mühldorf

Nach Corona kommt die Grippe - Darum ist sie viel heftiger als vor der Pandemie

Nach Corona die Grippe: Mediziner kennen einen Teil der Gründe, warum sie heuer so stark ist. Und wissen, wie man sich schützen kann.
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Nach Corona die Grippe: Mediziner kennen einen Teil der Gründe, warum sie heuer so stark ist. Und wissen, wie man sich schützen kann.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Gibt es in diesem Jahr eine deutlich schlimmere Grippe-Welle als zuletzt? Das Gesundheitsamt Mühldorf gibt Auskunft - und Tipps, wie man sich schützen kann.

Landkreis Mühldorf - Die Zahlen sind eindeutig: Die Zahl der Grippefälle im Landkreis Mühldorf ist extrem gestiegen, die neue Welle kommt sehr früh und vor der eigentlichen Grippezeit. Das teilt das Gesundheitsamt jetzt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. So gab es in den vergangenen drei Jahren im Oktober und November maximal einen gemeldeten Influenzafall im Landkreis, heuer sind es 75. Dr. Benedikt Steingruber, Leiter Gesundheitsamts in Mühldorf betont: „Insgesamt liegen die Fallzahlen deutlich über den Vorjahren.“ Das gilt nach seinen Angaben auch für die Jahre, als die Influenza-Zahlen deutlich unter den diesjährigen lagen.

Einen Grund für das vergleichsweise übermäßige Auftreten der Grippe kann er nicht benennen. „Wir vermuten dennoch, dass durch die Schutzmaßnahmen für Covid 19 eine Übertragung der Influenza-Viren in den vergangenen beiden Jahren deutlich eingeschränkt wurde.“

Viren konnten nicht auf Reise gehen

Die Grafik macht deutlich, wie stark die Influenza-Fälle heuer gegenüber den Vorjahren zugelegt haben. Auffallend: Auch im letzten Vorcorona-Jahr gab es viel weniger Infektionen als derzeit.

Diese Einschätzung teilt Dr. Gregor Zimmermann, Chefarzt der Lungenheilkunde im Krankenhaus Mühldorf. Durch die Kontaktbeschränkungen, die Einschränkung der Reisetätigkeit und das Tragen von Masken war nicht so viel Virenverkehr in der Bevölkerung.“ Daher seien die Influenza-Zahlen 2021 und 2022 sehr niedrig geblieben.

Landkreis liegt im bayernweiten Trend

Mit dem starken Anstieg der Grippekranken steht der Landkreis aber nicht alleine da. „Mit der vergleichsweise hohen Zahl an Influenzafällen liegen wir im bayernweiten Trend“, betont Gesundheitsamtsleiter Steingruber.

DIe Belastung in den Kliniken durch die Grippewelle ist noch nicht hoch, sagt Dr. Gregor Zimmermann, Chef der Lungenheilkunde im Krankenhaus Mühldorf. „Aktuell versorgen wir nur vereinzelte Patientinnen und Patienten mit Influenza. Die Anzahl liegt noch im einstelligen Bereich.“

So seien in diesem Jahr in allen vier Häusern des „InnKlinikums“ in den Landkreisen Mühldorf und Altötting in diesem Jahr bis November 50 Influenza-Patienten stationär versorgt worden. Im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum laut Zimmermann nur sieben. „Erfahrungsgemäß geht die Influenzasaison erst im Dezember richtig los und erreicht ihren Höhepunkt im Januar und Februar.“

Corona-Zahlen weiter rückläufig

Die Coronazahlen sind dagegen in dieser Woche weiter zurückgegangen, auch die Belastung der Kliniken hat nachgelassen. So infizierten sich in der abgelaufenen Woche 103 Menschen mit Corona, die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag, 2. Dezember, bei 87,6). Coronatote waren nicht zu beklagen. Von den 103 neuen Coronafällen waren 72 vollständig geimpft.

Intensivstationen oft coronafrei

In den vergangenen Tagen lagen meist weniger als 20 Infizierte in den Krankenhäusern, tagelang musste niemand wegen einer Coronaerkrankung auf der Intensivstation behandelt werden. Gestern meldete das „InnKinikum“ 16 mit Corona infizierte Patienten, fünf von ihnen lagen auf der Intensivstation, zwei wurden beatmet. „Die sogenannte Herbstwelle hat sich abgeflacht, sodass wir deutlich weniger Patienten und Mitarbeiter mit CoVid haben“, interpretiert Chefarzt Zimmermann die Zahlen. An eine grundsätzliche Entspannung glaubt er aber nicht: „Erfahrungsgemäß werden die Zahlen in den kommenden Wochen aber wieder steigen.“

Es gibt wieder weiße Flecken: Die Zahl der bekannten Corona-Neuinfektionen ist derzeit relativ überschaubar.

Diese Einschätzung gilt für Zimmermann auch für die Grippe und die Auswirkungen auf das Klinikpersonal. „Bei den Mitarbeitern gibt es nur vereinzelte Influenzafälle, auch hier erwarten wir für die kommenden Wochen und Monate eine Steigerung.“

Die besten Schutzmaßnahmen

Eines haben Corona und Influenza nach Ansicht von Gesundheitsamtsleiter Steingruber gemeinsam: Die wichtigste Schutzmaßnahme: „Der beste Schutz vor Influenza ist die Impfung beim Hausarzt, die auch zum jetzigen Zeitpunkt trotz der bereits aufkommenden Influenza-Welle noch gut möglich und sinnvoll ist.“

Viele Menschen sind geimpft, andere genesen. Auch das ist nach Ansicht von Fachleuten ein Grund für die zurück gehenden Coronazahlen.

Lungenfacharzt Zimmermann rät vor allem sogenannten Risikopatienten zur Impfung, also älteren Menschen oder Mitarbeitern im Gesundheitssystem. „Da die Influenzaviren sich aber jedes Jahr aufs Neue verändern, muss man den Impfstoff immer wieder anpassen“, sagt Zimmermann. „Das Problem hierbei ist jedoch, dass man im Frühjahr und Sommer festlegen muss, welche Subtypen sich bei der Influenza durchsetzen werden, damit man auch genügend Impfstoff produzieren kann.“ Weil das nicht zu 100 Prozent gelingt, wirkt die Impfung heuer gegen vier Subtypen, die wahrscheinlich infrage kommen. „Damit kommt man schon richtig weit“, urteilt Zimmermann. Wer sich jedes Jahr impft, hat eine gute Immunität gegen die Influenza.

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