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Abenteuerliche Flucht

Mettenheimer Angusrind auf Abwegen: Selbst Betäubungsschuss kann „Pauline“ nicht aufhalten

Ende gut, alles gut: An der Bootseinsatzstelle, Nähe der Innkanalbrücke.
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Ende gut, alles gut: An der Bootseinsatzstelle, Nähe der Innkanalbrücke.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Die trächtige Kuh „Pauline“ büxt in Mettenheim aus und hält die Einsatzkräfte über zweieinhalb Stunden lang in Atem. Erst im Innkanal endete ihr Ausreißversuch – das Tier wird aber unverletzt geborgen.

Mühldorf/Mettenheim – Kein Elektrozaun konnte sie aufhalten, kein Betäubungsschuss. Doch am Innkanal war die Flucht zu Ende: Zweieinhalb Stunden lang hielt Angusrind „Pauline“ Einsatzkräfte auf Trab, bevor Feuerwehr, Wasserwacht und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die flüchtige Kuh eingefangen konnten – unverletzt.

Eine Stunde auf der Weide – dann ergreift sie die Flucht

Sie war gerade erst angekommen auf ihrem Hof. Ihr neuer Besitzer, der Mettenheimer Thomas Stadler, ließ sie auf die Weide, damit sich „Pauline“, mit ihrer neuen Umgebung auf dem Hof im Gemeindegebiet Mettenheim anfreunden konnte. „Doch nach einer Stunde auf der Weide hat sie sich dazu entschlossen, auszubüchsen“ erzählt Thomas Stadler, was am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr geschah.

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Elektrozaun einfach durchbrochen

Wie von der Tarantel gestochen durchbrach die Kuh den elektrischen Weidezaun und suchte das Weite in Richtung Süden. „Wir haben natürlich sofort reagiert und versucht, Pauline den Weg abzuschneiden“, berichtet Stadler. Das sei auch gelungen. Das vierjährige Rind hatte sich scheinbar beruhigt, sei umgekehrt und schon Richtung Hof unterwegs gewesen, wo einige weitere Helfer standen.

Stubenarrest ist angesagt: „Pauline“ darf vorerst nicht mehr die Weide. Die Fluchtgefahr ist zu groß.

Besitzer hatte schon frühzeitig Hilfskräfte alarmiert

Dann aber hat sie es sich doch anders überlegt und steuerte plötzlich wieder Richtung Nordtangente. Stadler hatte schon zuvor die Feuerwehr in Lochheim alarmiert, weil er sich durchaus der Gefahr bewusst war. Er fürchtete, die Kuh könnte ihren Weg Richtung Mühldorfer Nordtangente bis zum Innkanal fortsetzen. Schützenhilfe bekamen die Kuhjäger von einem Bekannten aus Niederbergkirchen, der im Falle des Falles die Kuh mit einem Betäubungspfeil außer Gefecht setzen sollte.

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Auch das Blasrohr bringt keinen Erfolg

Tatsächlich nahm dieser sein Blasrohr zur Hand, als sich die Kuh auf der von der Feuerwehr abgeriegelten Nordtangente, auf Höhe der Kiesgrube Dömling, befand. „Sie wurde getroffen, schreckte auf und sprang in den Innkanal“, schildert Stadler die dramatischen Minuten.

Entlaufene Kuh: Wasserwachteinsatz am Mittwochabend am Innkanal in Altmühldorf

Die Kuh floh vor den Einsatzkräften in den Innkanal bei Altmühldorf.
Die Kuh floh vor den Einsatzkräften in den Innkanal bei Altmühldorf.
Die Kuh floh vor den Einsatzkräften in den Innkanal bei Altmühldorf.
Die Kuh floh vor den Einsatzkräften in den Innkanal bei Altmühldorf.
Entlaufene Kuh: Wasserwachteinsatz am Mittwochabend am Innkanal in Altmühldorf

Die Kuh wurde sofort vom Wasser mitgerissen. „Wir haben reagiert und sind mit dem Einsatzfahrzeug an den Kanal gefahren, haben versucht, die Kuh nicht aus den Augen zu verlieren“, berichtet Thomas Mertl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Altmühldorf von der Jagd nach der Kuh, die inzwischen zur Rettungsaktion geworden war.

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Wasserwacht und DLRG stehen rechtzeitig bereit

Wasserwacht und DLRG hatten in Mühldorf Nord Stellung bezogen und warteten auf das Tier. An der Bootseinsatzstelle Mühldorf gelang es mit vereinten Kräften, das Rind aus dem Wasser zu ziehen. „Nach Sichtung durch einen Tierarzt konnte die Kuh vom Besitzer mit tatkräftiger Unterstützung der Einsatzkräfte in einen Anhänger verladen werden“, berichten die Helfer zufrieden. Nach erster Einschätzung des Tierarztes hat die Kuh die Aktion ohne größere Verletzungen überstanden.

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„Die Aufregung war schon ziemlich groß“, sagt Bauer Stadler tags darauf fest. Ausdrücklich lobt der Nebenerwerbslandwirt die große Hilfe der Einsatzkräfte und der Nachbarn. „Die haben Hand in Hand zusammengearbeitet und sich absolut vernünftig verhalten.“

Und Kuh „Pauline“? Die hat jetzt erst einmal Ausgangsverbot, Stubenarrest sozusagen, muss die nächsten Tage im Stall verbringen. „So schnell kommt die mir nicht mehr auf die Weide, bevor ich nicht genau weiß, wie sie tickt“, sagt Stadler.

„Pauline“ hat jetzt erst einmal Stubenarrest

Der Mettenheimer besitzt bereits seit einigen Jahren Galloways, Mutterkühe in ganzjähriger Haltung draußen auf der Weide neben seinem Hof in Harthausen, kennt sich mit Rindern aus. Aber eine Kuh mit derartigen Fluchtgedanken, das ist auch für den Mettenheimer neu. Nicht nur die ungewohnte Umgebung könnte das Angusrind in die Flucht getrieben haben. „Pauline“ ist trächtig, wird in einigen Wochen kalben. „Vielleicht haben ja auch die Hormone verrückt gespielt“, sagt Stadler schulterzuckend.

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