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Nach Protest von Mühldorf gegen geplanten Nasskies-Abbau

Wird das Grundwasser durch Keime verunreinigt? Auch in Mettenheim rumort es

Die Gemeinde Mettenheim informiert ihre Bürger per Aushang am Rathaus und im Internet über das Anhörungsverfahren zur geplanten Nassauskiesung im Mühldorfer Norden.
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Die Gemeinde Mettenheim informiert ihre Bürger per Aushang am Rathaus und im Internet über das Anhörungsverfahren zur geplanten Nassauskiesung im Mühldorfer Norden.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Dieser Nassabbau wird über mehrere Jahre im Bereich des Grundwassers erfolgen, es sollen rund eine Million Kubikmeter Kies gefördert werden.

Mettenheim – Wegen der geplanten Nassauskiesung im Norden Mühldorfs (wir berichteten) rumort es auch in der Gemeinde Mettenheim. Die Bürger sind verunsichert, fürchten um ihr Grund- und Trinkwasser.

Die OVB-Heimatzeitungen haben bei Mettenheims Bürgermeister Josef Eisner nachgefragt, wie die Gemeinde dazu steht.

„Der geplante Nassabbau betrifft nicht unser Grundwasserschutzgebiet“, stellt der Bürgermeister als Erstes fest. „Aber das Vorhaben ist nicht ganz unproblematisch. Man greift ins Grundwasser ein. Einige meinen, man sollte die Sache gar nicht anlangen.“ Das Grundwasser müsse bewahrt und geschützt bleiben. Das für die Abbau-Genehmigung zuständige Wasserwirtschaftsamt Rosenheim müsse langfristig denken und nicht alles machen, was gesetzlich erlaubt sei.

Gemeinde informiert auf der Homepage

Die Gemeinde habe überlegt, ihre Bürger per Wurfzettel über das Anhörungsverfahren zu informieren. Diese Idee wurde verworfen, denn jeder könne sich auf der Homepage der Gemeinde über das Projekt informieren und bis 19. Mai eine Stellungnahme abgeben.

Auch die Mettenheimer Gemeinderäte haben schon eine Stellungnahme zu dem Vorhaben verfasst. Die wichtigsten Passagen daraus: „Die beabsichtigte Nassauskiesung befindet sich in nächster Umgebung zur Gemeinde Mettenheim, mit Feldflächen, Ackerflächen und einer aktiven landwirtschaftlichen Nutztierhofstelle.“ Für diese Hofstelle, die ihr für die Nutztierhaltung benötigtes Brauchwasser aus einem Brunnen bezieht, sieht die Gemeinde die Gefahr, dass es bei einer Nassauskiesung zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels kommen könnte.

Durch eine solche Absenkung wären die Versorgung der Nutztiere und somit der Landwirtschaftsbetriebe an sich im höchsten Maße in seiner wirtschaftlichen Existenz gefährdet. „Wir sehen bei Festhaltung an einer Nassauskiesung zudem die Gefahr der Verunreinigung des Grundwassers durch Keime und Bakterien. Dazu kommt, dass gewollt oder ungewollt, weitere Schadstoffe oder Materialien in das Grundwasser eindringen könnten“, so die Gemeinde.

Zwar liege der geplante Nasskiesabbau bezüglich des Grundwassers in Fließrichtung „hinter“ dem Gemeindegebiet. Aber die Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers solle bei einer Entscheidung über die Zulassung einer solchen Abbaumethode nicht unberücksichtigt bleiben.

+++ Weitere Meldungen aus dem Landkreis Mühldorf +++

„Das Ganze umso mehr, als dass Wasser im Rahmen der Klimawechselthematik als eines der höchsten Güter der Menschheit angesehen werden kann, dessen Qualität es zu erhalten gilt. Unabhängig davon, ob man von einer Maßnahme direkt betroffen sei oder nicht“, so der Gemeinderat.

In der gemeindlichen Stellungnahme Mettenheims heißt es weiter: „Direkt betroffen sehen wir uns aber bei der Gefahr, dass bei einem Nasskiesabbau auch der in den vergangenen Jahren stetig sinkende Grundwasserspiegel im Gemeindegebiet Mettenheim in den Jahren nach Umsetzung einer Nassauskiesung zusätzlich exorbitant dauerhaft absinken könnte und es zudem noch zu weiteren derzeit überhaupt noch nicht absehbarer Schäden in der Natur, auch verursacht im Zusammenwirken mit dem Klimawandel (Austrocknung), kommen könnte.“

Hintergrund: Erste Nassauskiesung im Landkreis Mühldorf

Bei der Nassauskiesung im Mühldorfer Norden ist geplant, nach vollständigem Trockenabbau Kies auch aus tieferen Bereichen als bislang genehmigt zu fördern. Dieser Nassabbau erfolgt im Bereich des Grundwassers, so sollen rund eine Million Kubikmeter Kies gefördert werden. Im Anschluss an diesen Abbau, sollen nach der Renaturierung oder Verfüllung zwei offene Wasserflächen verbleiben. Die Nassauskiesung soll sich über mehrere Jahr hinziehen. Im Landkreis Mühldorf wird dieses Verfahren noch nicht eingesetzt.

Zu dem geplanten Kiesnassabbau im Norden der Stadt Mühldorf führt das Landratsamt Mühldorf das Anhörungsverfahren zum Planfeststellungsverfahren „Herstellung von zwei Gewässern im Rahmen einer Nassauskiesung“ durch. Die Unterlagen dazu sind auf der Homepage der Gemeinde Mettenheim zu finden.

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