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Sitzung

„Menschen wie Du und ich“

Frater Prior Emmanuel Rotter ist Begründer und Leiter der Obdachlosenhilfe St. Bonifaz in München. Foto: Sutherland
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Frater Prior Emmanuel Rotter ist Begründer und Leiter der Obdachlosenhilfe St. Bonifaz in München. Foto: Sutherland
  • Nicole Sutherland
    VonNicole Sutherland
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Auf der Jahreshauptversammlung der Landvolkbewegung in Kirchdorf berichtet Frater Prior Emmanuel Rotter über die Arbeit mit Obdachlosen

Kirchdorf– Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung traf sich die katholische Landvolkbewegung in Kirchdorf, wo sie ihr Treffen in der Pfarrkirche mit einem Gottesdienst begann. Der Gottesdienst war ihrem Patron Bruder Klaus gewidmet. Bruder Klaus war ein einflussreicher Schweizer Einsiedler und Asket. Den Gottesdienst hielten Pfarrer Pawel Idkowiak, Diakon Andreas Klein Diakon und Frater Prior Emmanuel Rotter, der Begründer und Leiter der Obdachlosenhilfe St. Bonifaz in München ist.

Bei der anschließenden Versammlung im Gasthaus Westner in Hackthal berichtete Frater Emmanuel von seiner Arbeit in St. Bonifaz. Aufgewachsen auf einem Dorf, kannte er Obdachlose nur aus Erzählungen und die waren nicht allzu positiv. Den ersten Kontakt hatte er in St. Bonifaz in Andechs, wo Obdachlose an der Pforte Suppe bekamen. Dort stellte er fest, es sind „Menschen wie Du und ich“. Das war der Auslöser für ihn, die Obdachlosenhilfe in München zu gründen. Bis 2020 kamen 250 Leute am Tag. In der Pandemie musste die Ausgabe von warmem Essen eingestellt werden, ebenso die Möglichkeit zu duschen. Die Arztpraxis lief weiter. 800 Leute wurden geimpft. Heute kommen auch ukrainische Frauen mit Kindern in die Obdachlosenhilfe und alle, „16 bis 80-Jährige, vom Hilfsarbeiter bis zum Akademiker“, erzählt Frater Emmanuel. Ausgelöst durch persönliche Krisen wie Wegrationalisierung, Todesfälle in der Familie, psychische Erkrankungen, Entlassungen aus dem Gefängnis, landen die Menschen auf der Straße. Auch Arbeitssuchende aus dem Osten oder Flüchtlinge sind darunter und das Elend wird verstärkt durch Alkoholismus. Vermehrt kommen auch Rentner, die sich Essen, Kleider und Wasser einsparen, damit sie sich ihre Wohnung noch leisten können. Junge Leute sind dabei, die in der Gastronomie gearbeitet haben. Wäre Frater Emmanuel in der politischen Verantwortung, würde er für bezahlbare Wohnungen und für Arbeit sorgen, sagte er. Er ist Mitbegründer der Zeitung „Biss“. Die Versammlung der katholischen Landvolkbewegung zeigte großes Interesse an seinen Ausführungen.

Die Jahreshauptversammlung schloss sich daran an. Corinna Pflügl, aus dem Vorstand hielt einen Rückblick auf die Tätigkeiten, wie die Gestaltung von Abendlob und Familienandachten oder einer Ukraine-Aktion. Katharina Obermeier gab einen Überblick über die Kasse, die ein sattes Plus verzeichnen konnte. Franz Manzinger hatte die Kasse geprüft und für in Ordnung befunden. Der Vorstand konnte einstimmig entlastet werden. Im Anschluss kam Andreas Wagner von der katholischen Landjugendbewegung zu Wort und erzählte von deren Tätigkeiten. August Obermeier berichtete von ihrem Ofenprojekt in Ecuador. Die Initiative zum Ofenbau ist eigenständig, wird aber von der katholischen Landvolkbewegung unterstützt. Damit schloss die Versammlung.

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