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NACH ACHT JAHREN IN MÜHLDORF

Mehr Zeit für sich nehmen: Die evangelische Pfarrerin Susanne Vogt geht in den Ruhestand

Pfarrerin Susanne Vogt wird am Sonntag, 31. Januar, verabschiedet. Als Ruhestandspfarrerin ist sie aber nicht aus den Augen und aus dem Sinn.
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Pfarrerin Susanne Vogt wird am Sonntag, 31. Januar, verabschiedet. Als Ruhestandspfarrerin ist sie aber nicht aus den Augen und aus dem Sinn.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Als das Pfarrersehepaar Andreas und Helene Beneker in ihre oberfränkische Heimat Bad Alexandersbad zurückgekehrt war, folgte ihnen Pfarrerin Susanne Vogt nach. Acht Jahre ist das her, dass die evangelische Geistliche in Mühldorf begonnen hatte, als Seelsorgerin zu wirken – jetzt geht sie in Ruhestand.

Mühldorf – „Die acht Jahre in Mühldorf waren spannend. Mühldorf wandelte sich in dieser Zeit zu einer aufstrebenden Stadt im Einzugsbereich von München. Es gab auch viele Zuzüge junger Familien.“

Als Höhepunkte ihrer Arbeit in der Kreisstadt bezeichnet die Pfarrerin die Renovierung der Erlöserkirche mit der Anschaffung einer neuen Orgel. Im Reformations-Gedenkjahr 2017 war Vogt mit Konfirmanden eine Woche in einem Konfirmanden-Camp in der Lutherstadt Wittenberg. Der ökumenische Gottesdienst am Reformationstag 2017 auf dem Stadtplatz bleibt ihr ebenso in guter Erinnerung wie der Gottesdienst im vergangenen Sommer am Flossinger Weiher, „wo Taufen im See vorgenommen wurden“.

Ökomene ist durchaus ausbaufähig

Im Rückblick kommt die Pfarrerin auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Glaubensgemeinschaften zu sprechen. „Mit den katholischen Glaubensgeschwistern finden regelmäßig ökumenische Schulgottesdienste statt, Einweihungen oder die „Nacht der Lichter“ am 31. Oktober.“ Der Gedanke dahinter: Als Christen am Reformationstag beziehungsweise am Vorabend von Allerheiligen gemeinsam auf dem Weg sein, mit Texten, Liedern, Gebeten – auch als Alternative zu Halloween. Am ersten Freitag im März wird der Weltgebetstag gemeinsam gefeiert. 2013 gab es eine Nacht der offenen Kirchen. „Das war für mich eine sehr gute Sache, andere Stimmen hielten dies aber für sehr aufwendig. Darüber hinaus wäre die Ökumene aber durchaus ausbaufähig.“

Zu den muslimischen Gemeinden gab es nur sporadisch Kontakte, am ehesten über „Mühldorf ist bunt“, sagt Vogt. Bei Veranstaltungen des Kreisjugendrings und im Zusammenhang mit der Flüchtlingsarbeit.

Das vergangene Jahr war von der Corona-Pandemie geprägt

Das letzte Jahr ihres Wirkens war von der Corona-Pandemie geprägt mit den entsprechenden Beeinträchtigungen im seelsorgerischen Wirken. „Besuche waren vielfach nicht mehr möglich. Das Gemeindeleben liegt wegen all der Einschränkungen ziemlich darnieder.“ Einige Online-Gottesdienste habe man auf die Homepage gestellt, „aber ich finde, das können die Profis besser“. Also sei die evangelische Kirche wieder zu Präsenz-Gottesdiensten übergangen – unter strenger Einhaltung der Corona-Auflagen. So haben man auch im Juli die Konfirmationen gefeiert, mit der doppelten Anzahl von Gottesdiensten und nur sehr wenigen Gästen. Im Sommer wurden einige Gottesdienste im Freien gefeiert. „Die sind gut angekommen, aber sehr viel aufwendiger in der Vorbereitung und sehr wetterabhängig“, so die Pfarrerin.

Nach der Pandemie muss man viele Aktivitäten erst wieder zum Leben erwecken

Außerdem habe sie einige sehr bewegende Beerdigungen erlebt. Die Konfirmanden- und Jugendarbeit gestaltet sich schwierig, da sie vom persönlichen Kontakt lebt. „Ich hoffe dass wir, wenn genügend Menschen geimpft sind, manche Aktivitäten wieder neu zum Leben erwecken können.“

Bald stehen die Hobbies im Vordergrund

Wie es nach dem beruflichen Leben bei der Pfarrerin weitergehen wird? Sie will sich mehr ihren Hobbies zuwenden und nennt dabei den Garten, Schwimmen, Musizieren, Familiengeschichte, Lesen und Reisen. Susanne Vogt hofft, dass sie in Zukunft wieder deutlich mehr Zeit zum Lesen findet. Bisher fehlte ihr meist die Ruhe dazu. „Dabei war ich schon als Kind eine Leseratte!“ Musikalisch tendiert sie zur Klassik. Für sie muss ein Stück eine Melodie haben und – bei Gesang – einigermaßen tiefsinnige Texte, die Menschen zum Nachdenken anregen. Ins Kino kam die Pfarrerin bis dato nur selten, das will sie aber ändern.

Langweilig wird ihr im Ruhestand nicht

Das Wichtigste: Sie wird in Mühldorf bleiben, am nördlichen Ortsrand. Viele Interessen mussten in den vergangenen Jahren hintanstehen, Freundschaften konnte sie nur sporadisch pflegen. Eines weiß Susanne Vogt ganz sicher: „Langweilig wird mir bestimmt nicht. Abgesehen davon: Auch Pfarrer im Ruhestand werden immer mal wieder gebraucht“. Und dann kommt sie noch auf ihr Lebensmotto zu sprechen: „Gott und sich selbst vertrauen und sich nicht unterkriegen lassen.“ Das möchte die Pfarrerin auch in ihrem Ruhestand beherzigen.

Nach ihrem Studium wirkte Susanne Vogt in Wolfratshausen, Puchheim, Erding, Bad Wörishofen und Glonn im Landkreis Ebersberg, bevor sie vor acht Jahren die Pfarrstelle in Mühldorf antrat.

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