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Nachverdichtung für Baugebiet „Alter Sportplatz“

Mehr Baurecht für die Söllstraße in Kraiburg? Grundstückseigentümer reagieren überraschend

Um Erweiterungspläne eines Grundstückseigentümers in der Söllstraße zum Teil zu ermöglichen, ändert die Gemeinde dafür den Bebauungsplan „Alter Sportplatz“. Eine Nachverdichtung im gesamten Geltungsbereich ist aber vom Tisch.
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Um Erweiterungspläne eines Grundstückseigentümers in der Söllstraße zum Teil zu ermöglichen, ändert die Gemeinde dafür den Bebauungsplan „Alter Sportplatz“. Eine Nachverdichtung im gesamten Geltungsbereich ist aber vom Tisch.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Mehr Baurecht wollte die Marktgemeinde den Anliegern der Söllstraße gewähren und den geltenden Bebauungsplan „Alter Sportplatz“ entsprechend ändern. Doch die Stellungnahmen der Grundstückseigentümer zu diesem Vorschlag fielen anders aus als erwartet.

Kraiburg – Ausgangspunkt war der Antrag eines Bürgers, der seinen Bungalow in der Söllstraße erweitern will. Das hatte der Gemeinderat zum Anlass genommen, sich in dem gesamten Bereich für eine Nachverdichtung auszusprechen. Der Bebauungsplan aus den 1970er-Jahren sieht eine für heutige Verhältnisse sehr niedrige Bebauung vor: Er gibt eine Wandhöhe von lediglich 3.75 Metern vor.

Gemeinderat wollte Aufstockung erlauben

Der Bereich des Bebauungsplanes „Alter Sportplatz“ biete sich für eine Nachverdichtung, wie sie die Regierung regelmäßig einfordert, geradezu an, war die vorherrschende Meinung im Gemeinderat. Das Gremium sprach sich deshalb für eine Aufstockung um ein Stockwerk aus.

Große Mehrheit der Bürger lehnt Überarbeitung des Bebauungsplanes ab

Alle betroffenen Eigentümer wurden über diese Absicht schriftlich informiert und gebeten, Stellung zu nehmen. Wie Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) in der jüngsten Sitzung mitteilte, meldeten sich zwölf Eigentümer zurück. Zehn von ihnen, also die Hälfte aller Anwohner, lehne die Überarbeitung des Bebauungsplanes ab. Nur ein Eigentümer befürworte die Änderung, einem Grundstücksbesitzer sei es egal.

Bürgermeisterin: Kein Handlungsbedarf

„Es gibt keinen Handlungsbedarf für eine Änderung des gesamten Bebauungsplanes“, stellte Jackl klar. Und so beschloss das Gremium einstimmig, die generelle Änderung nicht mehr weiter zu verfolgen. Nicht geklärt war damit die Frage, wie sich die Gemeinde zum Antrag des Eigentümers stellt, der erweitern will. Der Bauwerber möchte sich offenlassen, ob er ein Einfamilienhaus oder ein Doppelhaus mit zwei Doppelgaragen auf dem fast 1000 Quadratmeter großen Grundstück errichtet. Dazu müsste die Gemeinde eine Teilung des Grundstücks und zwei Zufahrten erlauben. Die beantragte Wandhöhe überschreitet mit sechs Metern die Vorgaben des geltenden Bebauungsplanes erheblich. Auch die Dachneigung – 20 Grad – möchte der Antragsteller ändern.

Dritter Bürgermeister zeigt einen Weg für Erweiterung auf

Bei einem Hanghaus in diesem Bereich hatte man zwar schon einmal sechs Meter Wandhöhe zugelassen. Dadurch sei aber kein Nachbar beeinträchtigt worden, so Gerhard Preintner (UWG). An dieser Stelle passe das nicht, war er sich mit der Bürgermeisterin einig.

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Dritter Bürgermeister Markus Berger (UWG) zeigte einen Weg auf, den er für machbar hält. Ein Doppelhaus E+D mit einem Dachgeschoss, das kein Vollgeschoss werden darf, so dass die Wandhöhe fünf Meter nicht überschreitet. Fünf Meter seien nicht störend, findet Franz Kifinger (UWG).

12:3 Stimmen für höheres Haus

Viel höher als die anderen Häuser mit 3,75 Metern dürfe es nicht werden, findet dagegen Andreas Fischer (Grüne). Zweiter Bürgermeister Werner Schreiber (SPD) lehnt eine Erweiterung in dieser Größenordnung ab. „Man muss sich an die Umgebungsbebauung halten. Der Siedlungscharakter soll gleichmäßig bleiben.“

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Die Mehrheit tendierte zum Vorschlag Bergers. Entsprechend soll der Bebauungsplan geändert werden. Die Vorgaben: Eine Traufhähe bis zu fünf Metern und eine unveränderte Dachneigung. Die Teilung des Grundstücks und zwei Zufahrten sollen zugelassen werden, ebenso die beiden Doppelgaragen.

Mit 12:3 Stimmen von Schreiber, Fischer und Preintner wurde beschlossen, damit ins Verfahren für die Bebauungsplanänderung zu gehen. In dessen Rahmen können die Nachbarn, die das Vorhaben ablehnen, ihre Einwendungen vorbringen.

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