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Angeklagter legt Geständnis ab

Marihuana gekauft, geraucht und verkauft: Mann aus Mühldorf muss in Arrest

Weil er über längere Zeit Marihuana konsumiert und verkauft hat, muss ein Mühldorfer in Arrest.
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Weil er über längere Zeit Marihuana konsumiert und verkauft hat, muss ein Mühldorfer in Arrest.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Ein 20-Jähriger Mann aus Mühldorf hat sich mit dem Handel von Marihuana ein Zubrot verdient. Als sein Dealer erwischt wird, geht auch er der Polizei ins Netz – und jetzt in den Arrest.

Mühldorf – Ein 20-Jähriger, von Beruf Postzusteller, musste sich vor Amtsrichter Dr. Christoph Warga und seinen beiden Schöffen verantworten, weil er Drogen gekauft, konsumiert und mit ihnen gehandelt hatte.

In seiner Anklage legte Staatsanwalt Rasim Filippov dem jungen Mann 32 Geschäfte mit Rauschgift zur Last. Gekauft hatte er das Marihuana bei einem Händler in Neuötting, insgesamt 785 Gramm. Nach Angaben des geständigen jungen Mannes hatte er pro Gramm zehn Euro gezahlt. Die Taten hatten zwischen November 2019 und Mai 2020 stattgefunden, einem Zeitraum, in dem das Leben des Mannes aus den Fugen geraten war:

Eine Berufsausbildung als ‚Kaufmann im Internet‘ hatte er abgebrochen, finanziell war er von seinen Eltern abhängig und musste in deren Gastronomie mitarbeiten. Schlechte Freunde hätten ihn zum Drogenkonsum animiert.

Das Gramm zu zehn Euro

Nach Angaben des jungen Postbediensteten, der von Rechtsanwalt Karl Heinz Merkl vertreten wurde, hat er ein Drittel des Rauschgifts selbst konsumiert, ein Drittel habe er an Freunde und Verwandte weiterverkauft, während er das letzte Drittel mit Aufpreis (15 Euro das Gramm) veräußerte. Aufgefallen war der Drogenhandel und -erwerb, weil der Dealer des Angeklagten in das Visier der Rauschgiftfahndung geraten war.

Kontakt über SMS

In seiner Wohnung wurden Rauschgift und zum Konsum nötige Utensilien gefunden. Die Rauschgiftfahnder konnten auch die Bestellungen entschlüsseln. Der Angeklagte schrieb zum Beispiel in einer SMS: „Ich bin in 15 Minuten bei dir und brauche 40 Minuten“. Mit den 40 Minuten war die bestellte Rauschgiftmenge gemeint. Der Rauschgifthändler ist im Übrigen inzwischen verhaftet und zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Der Staatsanwalt bewertete das umfassende Geständnis des Angeklagten positiv, sah aber auch die nicht unerhebliche Menge von 785 Gramm Marihuana, die an sieben bis zwölf Personen weitergegeben wurde, als sehr bedenklich an.

Reinen Tisch gemacht

„Mein Mandant hat reinen Tisch gemacht und die Hosen runtergelassen,“ stufte auch der Rechtsanwalt Merkl das Geständnis seines Mandanten als hoch ein, der das erste Mal vor Gericht stand. Merkl hielt den Nachweis eines drogenfreien Lebens für sinnvoll, während sich für ihn die Betreuung durch einen Bewährungshelfer erübrigt. Er forderte eine Freiheitsstrafe mit Bewährung, deren Höhe stellte er in das Ermessen des Gerichts.

Viele Straftate über lange Zeit

Richter Dr. Warga und seine beiden Schöffen gelangten letzten Endes zu folgendem Urteil: Der Angeklagte wird zu einem zweiwöchigen Dauerarrest und einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt, seine Drogenabstinenz muss er ein halbes Jahr lang nachweisen.

Auch das Gericht sah das Geständnis des Beschuldigten als sehr positiv an. Marihuana sei eine weiche Droge, der junge Mann bis dato nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Negativ sah man die vielen Straftaten über einen längeren Zeitraum und die zum Teil beträchtlichen Einzelmengen mit einem hohen Wirkungsgehalt von etwa zwölf Prozent. Auch die Weitergabe an relativ viele Abnehmer wurde als bedenklich eingestuft, es habe sich um gewerbsmäßigen Handel mit Rauschgift gehandelt.

Der Richter gab dem jungen Postboten noch mit auf den Weg: „Tricksen Sie nicht beim Abstinenznachweis, sonst drohen Ihnen weitere vier Wochen Ungehorsamsarrest!“

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