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Mal fünf vor, mal fünf nach zwölf

Der kunstvolle Hochaltar der Klause Engfurt.
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Der kunstvolle Hochaltar der Klause Engfurt.

Engfurt – Die Engfurter Klause, malerisch in einer Schleife der Isen vor einer in Jahrhunderten geformten Sandsteilwand gelegen, besteht aus einem Kirchlein mit einem firstgleich angebauten Häuschen, das in Erd- und Obergeschoss je zwei kleine Zimmer aufweist.

Das ganze Gebäude, Kirche wie Klause, ist außen einheitlich mit gekröpften Pilastern gegliedert, die Fenster mit kräftigen rauen Putzfaschen geziert. Den vorgelagerten Kirchenteil beschließt eine halbrunde Apsis. Zwei kräftige Strebepfeiler stützen das Gebäude an der westlichen Längsseite. Ein Tonnengewölbe mit Stichkappen und eine mächtige, muschelförmig ausgebildete Gewölbeschale über der Apsis überspannen den Innenraum, der über vier große Fenster Helligkeit erhält. Das Gotteshaus ist 9,22 Meter lang und 6,20 Meter breit, der Vorraum misst 6,40 auf 2,40 Meter.

Der Hochaltar, der den Innenraum beherrscht, ist mit seinen kunstvoll gewundenen beiden Säulenpaaren ein hübsches Werk des frühen 18. Jahrhunderts und zeigt im Ausschnitt des Hohen Aufzugs zwei gemalte Engelsputten, die das Marienmonogramm halten. Das Altarblatt, die Dreifaltigkeit darstellend, ist nicht mehr das ursprüngliche. Es wurde 1882 von Franz Xaver Zattler gemalt, einem Wurmannsquicker Kirchenmaler, dessen Wirkungsbereich sich bis Böhmen, Württemberg und in die Schweiz erstreckte und der am 16. Dezember 1907 auf dem Heimweg von Altötting an einem Schlaganfall starb.

Auch die Bestuhlung stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Lediglich das kunstvoll geschmiedete hohe Eisengitter, das den Altarraum abschließt, ist wohl noch dem 18. Jahrhundert zuzuordnen. Die übrige Ausstattung ist neu: zwei Gemälde aus dem frühen 20. Jahrhundert, der Kreuzweg von 1950.

Die so malerische spätbarocke Anlage krönt ein mit Holzschindeln gedecktes und wohlproportioniertes sechseckiges Zwiebeltürmchen als Dachreiter. In ihm hängen seit 1950 wieder zwei Glöcklein. Ihre 1860 von Strasser in Burghausen gegossenen Vorgängerinnen mussten 1942 zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Auch ein Zifferblatt mit beweglichen Zeigern als Attrappe ziert das Türmchen. Als dieses Zifferblatt während des Zweiten Weltkriegs renoviert wurde, stellte der Maler, auf die Zeitläufte anspielend, die Zeiger auf fünf nach zwölf. Bei der weiteren Renovierung von 1979/80 wurden die Zeiger auf fünf vor zwölf gestellt – ein Hinweis auf die Dringlichkeit dieser Sanierung.

Höhepunkte im Jahreslauf der Klause sind die Maiandachten, das Kirchenpatrozinium und die Mitternachtsmette, aber auch Familienfeiern und Konzerte. Noch heute nutzen Wallfahrer auf ihrem Weg zur Muttergottes von Altötting den alten Pilger- und Kreuzweg, der zur Klausenkirche führt, Grund genug für den ehemaligen Administrator der Hl. Kapelle, Robert Bauer, die Engfurter Klause als „Vorposten der Altöttinger Wallfahrt“ zu bezeichnen.

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