Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


ERFUNDENES REH ALS UNFALLURSACHE?

Lkw-Fahrer aus Töging muss sich wegen kuriosem Unfall vor Gericht verantworten

Ein erfundenes Reh als Auslöser? Der Unfallfahrer von Lohkirchen musste sich jetzt vor Gericht verantworten.
+
Ein erfundenes Reh als Auslöser? Der Unfallfahrer von Lohkirchen musste sich jetzt vor Gericht verantworten.

Erst soll ein Reh schuld gewesen sein und dann ein Paketlieferkonzern. Er selbst hatte nur Pech – so stellte ein Berufskraftfahrer aus dem Landkreis die Umstände dar, für die er sich in einem Prozess am Amtsgericht Mühldorf verantworten musste. Er hatte zwei Strafbefehle erhalten: einen wegen fahrlässigen Körperverletzung als Verursacher eines Autounfalls, den anderen wegen Betrugs.

Mühldorf – Der junge Mann, dessen Alter Richter Florian Greifenstein bei der Aufnahme der Personalien überging, verursachte im November 2018 bei Lohkirchen einen Verkehrsunfall mit drei Verletzten, indem er einem anderen Autofahrer die Vorfahrt genommen hatte.

Kurz vor der Kreuzung sei ihm ein Reh ins Auto gesprungen. „Ich war schockiert und erschrocken“, deshalb habe er zu spät gebremst. Dann sei zu allem Überfluss die Straße auch noch mit Rollsplit von einer nahen Baustelle bedeckt gewesen.

Unfall ist bei Lohkirchen passiert

Auf der Anklagebank erzählte der selbst ernannte Unglücksrabe, die Geschichte vom Reh habe er tags darauf auch der Polizei gemeldet. Dort sei er damit abgefertigt worden, dass er sich womöglich wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten müsse.

Lesen Sie auch: Lebensbedrohliche Messerattacke aus Eifersucht? Frau in Waldkraiburg schwerst verletzt

Darauf ging der Richter nicht ein. Der Staatsanwalt hingegen bezweifelte die Version. Warum vergisst ausgerechnet ein Berufskraftfahrer, der auf eine Kreuzung mit dem Schild „Vorfahrt achten“ zufährt und mit einem Reh kollidiert, zu bremsen?

Angeklagter aus Töging wirkt vor Gericht verwirrt

Auch beim Vorwurf des Betrugs wirkte er etwas verwirrt. Er hatte im April 2019 auf einer Social-Media-Seite Ersatzteile für ein gebrauchtes Fahrzeug angeboten, das er ausschlachtete. Ein Kunde aus dem Saarland bestellte zwei Türgriffe, überwies 25 Euro und schickte dem Berufskraftfahrer, der damals noch in Töging wohnte, per E-Mail einen Paketsendeschein.

Lesen Sie auch: Der Richter als Friedensstifter - Streit um einen Parkplatz landet Mühldorfer Amtsgericht

Doch die Türgriffe kamen nie an. Der Saarländer beschwerte sich und stellte ein Ultimatum. Dann zeigte er den Autotüftler wegen Betrugs an.

Verteidiger fordert Rechtsgespräch

Vor Gericht beteuerte der Angeklagte seine Unschuld. Er könne sich nicht erklären, warum die Sendung nie angekommen sei. Und er wisse auch nicht, warum er die mahnenden Mails des Saarländers nicht erhalten habe. „Sonst hätte ich ihm sein Geld zurücküberwiesen“, sagte er.

Lesen Sie auch: Faschingszug Mühldorf: Gastwirt vor Gericht, weil er mit Auto auf Ordner zufährt

Auf Intervention seines Verteidigers hin komplimentierte der Richter die Öffentlichkeit aus dem Gerichtssaal. Nach dem sogenannten „Rechtsgespräch“ zwischen Richter, Verteidiger und Staatsanwalt war der Fall entschieden: Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einstellung des Betrugsverfahrens.

Richter zeigt sich gnädig

Und für den fahrlässig verursachten Unfall mit den daraus resultierenden Körperverletzungen erhielt der Berufskraftfahrer eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro statt der im Strafbefehl geforderten 2100 Euro. Der Angeklagte hat nach eigenen Angaben seit langem 6.000 Euro Schulden, was den Richter offenbar gnädig stimmte.

Mehr zum Thema

Kommentare