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Auszeichnung für Landkreis Mühldorf

Leuchtturmprojekt Berufsschulzentrum: Neubau produziert mehr Energie als er verbraucht

Der Neubau des Berufsschulzentrums II wurde für sein ganzheitliches Konzept ausgezeichnet: Es spart Ressourcen und funktioniert als Plusenergiegebäude. Derzeit werden noch die Außenanlagen und der Hauptzugang fertiggstellt.
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Der Neubau des Berufsschulzentrums II wurde für sein ganzheitliches Konzept ausgezeichnet: Er spart Ressourcen und funktioniert als Plusenergiegebäude. Derzeit werden noch die Außenanlagen und der Hauptzugang fertiggestellt.

Ein wahres Leuchtturmprojekt in Sachen Energieeffizienz, das bundesweit seinesgleichen sucht, hat der Landkreis Mühldorf mit dem Neubau des Beruflichen Schulzentrums II realisiert. Vom Umweltbundesamt wurde das Projekt nun mit dem Bundespreis Umwelt & Bauen 2021 in der Kategorie „Nichtwohngebäude“ ausgezeichnet.

Mühldorf – Dieser Preis geht an Bauprojekte, die einen innovativen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erreichen der Klimaneutralität leisten sowie den städtebaulichen Kontext wie auch soziale Aspekte berücksichtigen.

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„Der Neubau erreicht den Standard Energieeffizienzhaus-Plus“, erklärt Innenarchitektin Tina Halmbacher von der verantwortlichen Architektengemeinschaft Schmuck-Anglhuber aus Kraiburg. „Das Gebäude produziert mehr Energie als es verbraucht.“

Das wurde mit passiven und aktiven Elementen geschafft. Halmbacher: „Während Planung und Baufortschritt wurde ständig ausgefeilscht, wo Energieertrag und Energieverbrauch noch optimiert werden können.“

Viel Holz und Glas sorgen für eine warme Atmosphäre.

Wie das geht, dürfte auch den privaten Häuslebauer interessieren: Zum Passivkonzept gehören bauliche Maßnahmen am Gebäude, die den Energieverbrauch minimieren. Unter anderem die Wärmedämmung der Gebäudehülle und die Dreifachverglasung der Fenster.

Eisspeicher und Photovoltaik

Zum Aktivkonzept zählen Wärmeversorgung, Gebäudebelüftung, Beleuchtung, Stromversorgung sowie Abwärme und Temperierung. Die Grundlast der Heizung wird über die Sole-Wasser-Wärmepumpe, kombiniert mit einem Eisspeicher und Solarabsorbern gedeckt, ergänzt von einem Gas-Brennwert-Spitzenlastkessel.

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Zur Deckung des Endenergiebedarfs wurden auf den Dächern des Schulkomplexes neben den bestehenden Photovoltaikmodulen rund 1100 neue Module mit monokristallinen Solarzellen installiert. Die Abwärme aus den Kühlzellen der Fachklasse Bäckerei und der Mensa werden dem Niedertemperaturnetz wieder zugeführt. Die Gebäudeabwärme dient der Regeneration des Eisspeichers. Das ausgefeilte Lüftungssystem macht Präsenzunterricht auch unter Pandemie-Bedingungen möglich.

Ganzheitlich und nachhaltig

Daneben verfügt das Berufsschulzentrum über ein ganzheitliches Konzept. Hier fand neben der Gestaltung der Außenanlagen mit Rigolen für die Starkregenaufnahme und dem Monitoring durch die Fachhochschule Rosenheim auch der Nachhaltigkeitsgedanke Eingang. Dieser wurde mit der Verwendung von nachwachsenden Baustoffen wie Holz im Innenausbau und recycelten Baustoffen wie recycelte Glasschaumdämmung im Untergeschoss umgesetzt.

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Der Neubau gliedert sich in drei Bauabschnitte und wird stufenweise bei gleichzeitigem Schulbetrieb realisiert. Der 2001 errichtete Bauteil bleibt erhalten und wird in das neue Gesamtensemble integriert. So entsteht ein neuer Schulkomplex mit großzügigem Eingangshof von der Innstraße aus und zentralem Erschließungsbereich am Knotenpunkt von „Alt und Neu“.

Abbruch und Neubau während Schulbetrieb

Eine große Herausforderung während der Zeit des Teilabbruchs und des Neubaus war der gleichzeitig laufende Schulbetrieb. „Hier war Corona mit dem zeitweisen Ausfall des Präsenzunterrichts ausnahmsweise eine Hilfe“, stellt die Innenarchitektin fest. „Andererseits kam es durch Corona wie bei allen Baustellen zu Verzögerungen und Lieferengpässen.“

Architekt Johann Schmuck (Mitte) von der Architektengemeinschaft Schmuck-Anglhuber bei der Preisverleihung durch den parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold (r.) und den Präsidenten des Umweltbundesamtes Professor Dirk Messner.

Der neue Schulkomplex aus Berufsschule II und Berufsfachschule bietet 1400 Schülern und 100 Lehrern einen modernen Lern- und Lebensraum mit Lehrräumen und Fachklassen wie Bäckerei, Kühlräume und Großküchentechnik.

Viel Holz und Glas sorgen für eine warme Atmosphäre, Sichtbeton unterstreicht den modernen Baustil, neueste Technik schafft ein angenehmes Raumklima und das große Atrium mit Tageslicht macht das Gebäude hell und freundlich.

„Mix aus Holz und Beton mit Rezyklat“

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts, empfiehlt das Projekt Berufsschulzentrum II zur Nachahmung: „Baustoffen kommt im Kampf gegen den Klimawandel eine wichtige Bedeutung zu: So sind Baustoffe wie Stahl- und Beton energie- und ressourcenintensiv in ihrer Herstellung und heizen so das Erdklima an. Wir brauchen also eine Baustoffwende hin zur Klimaneutralität. Ich freue mich daher, dass die Jury mit dem Berufsschulzentrum in Mühldorf am Inn einen Preisträger ausgewählt hat, der, neben seinem hervorragenden Energiekonzept, bei der Wahl der Baustoffe auf einen Mix aus Holz und Beton mit Rezyklatanteil setzt.“

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