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VEREINE SIND LEBEN

Leise Töne beim Musikverein Aschau: Wegen Corona muss vieles im Verein pausieren

Die Auftritte beim Aschauer Sommerfest sind fester Bestandteil im Terminkalender des Musikvereins Aschau. Vergangenes Jahr fiel das Fest aus, ob und in welcher Form es dieses Jahr womöglich durchgeführt werden kann, ist noch nicht entschieden. Ohne Auftritte fehlt Geld in der Vereinskasse, das der Jugendarbeit zugute kommt. Musikverein Aschau/Bachmaier
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Die Auftritte beim Aschauer Sommerfest sind fester Bestandteil im Terminkalender des Musikvereins Aschau. Vergangenes Jahr fiel das Fest aus, ob und in welcher Form es dieses Jahr womöglich durchgeführt werden kann, ist noch nicht entschieden. Ohne Auftritte fehlt Geld in der Vereinskasse, das der Jugendarbeit zugute kommt. Musikverein Aschau/Bachmaier

Die Instrumente stehen in der Ecke, keine Töne erklingen. Um den Musikverein Aschau ist es leise geworden. Leise deshalb, weil ein musikalisches Vereinsleben gerade in der Corona-Situation einfach nicht möglich ist. Wo sonst der Verein das Leben in der Gemeinde mitgestaltet, muss er jetzt geduldig sein.

Aschau – So gerne würden die Musikanten wieder ihre musikalischen Klänge ertönen lassen und wie jedes Jahr die kirchlichen und weltlichen Feste und Veranstaltungen im Ort wie Fronleichnam oder das Dorffest musikalisch gestalten. Doch Corona lässt keine Feierlichkeiten zu – weder vom Verein noch von der Gemeinde oder Kirche. Das macht sich deutlich bemerkbar beim Verein – auf verschiedene Weise.

Sommerfest ist Haupteinnahmequelle

„Das Aschauer Sommerfest ist unsere Haupteinnahmequelle. Davon geht der ganze Erlös in die Vereinsarbeit, überwiegend für unsere Jugend. Da wir nur einen niedrigen Beitrag für unseren Nachwuchs angesetzt haben, investieren wir dafür vom Verein aus. Eben aus den Festen“, erklärt Vorsitzender Wolfgang Duschek. Doch fällt ein Fest wie das Sommerfest aus, fehlt in der Vereinskasse ein „großer Batzen“. „Deshalb sind keine großen Investitionen möglich“, bedauert Duschek.

Doch nicht nur beim Sommerfest mussten die Instrumente in der Ecke stehen bleiben: Coronabedingt ausgefallen sind auch der Maibockanstich und das immer sehr gut besuchte Maibaum-Aufstellen. „Da geht es schon um halb sechs Uhr mit dem Aufwecken los, wo wir durch Aschau und die umliegenden Ortsteile ziehen und aufspielen. Wie hier gibt es auch beim Standerl-Spielen – etwa bei Jubiläen von Vereinsmitgliedern – neben einer Brotzeit auch mal eine Spende.“ Gerade das Fehlen des Gesellschaftlichen macht sich damit stark bemerkbar beim Verein.

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Seit drei Jahrzehnten spielen die Aschauer beim Volksfest im niederbayerischen Rosenau bei Mamming auf – auch das fiel flach. Ebenso auch der geplante Ausflug für die Jugend, der mit den jungen Trachtlern nach Ungarn geführt hätte. Dort wären Gruppen aus ganz Europa zusammenkommen. „Mit unseren musikalischen und Auftritten der Tanzgruppe hätten wir da mitgemacht – so etwas schweißt zusammen und motiviert die Jungen.“ . Ob dies heuer stattfinden kann, bezweifelt Duschek.

Die Corona-Lockerungen im Sommer habe man im Verein genutzt für Pizzaessen oder Fußballspielen. Beim Don-Bosco-Fest Anfang 2020 hat die Jugend noch musiziert und kurzzeitig fand vom Juli bis in den Herbst – unter organisatorischem Aufwand durch das Hygienekonzept – Einzelunterricht statt. Doch seit Dezember ist das wieder vorbei. Wer an einem Instrument ausgebildet werden will oder eine Leistungsprüfung ablegen will, so etwas ist aktuell nur digital möglich.

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Mehr als 60 Jahre gibt es den Verein schon: 1958 wurde er gegründet, 1959 folgte der erste große Auftritt als Festkapelle bei der Feuerwehr-Fahnenweihe in Taufkirchen. Die Teilnahme beim Oktoberfest-Zug 1961 und eine Reise nach Rom im Jahr 2001 zählen zu den besonderen Ereignissen des Vereins. In Rom gab es sogar eine Audienz beim damaligen Papst Johannes Paul II. und einen Besuch bei Kardinal Joseph Ratzinger. Ein Ausflug in Polen – die Heimat des früheren Dirigenten Richard Michna – oder eine Fahrt nach Irland steht ebenso in der Chronik des Musikvereins. Zudem wurden mehrere Musik-CD’s aufgenommen und seit rund 50 Jahren verbindet die Aschauer eine Musiker-Freundschaft mit Unterelchingen.

Lust am Musizieren geht verloren

Der erste Auftritt einer Aschauer Jugendkapelle ist auf 1968 datiert, dem immer wieder ein „auf und ab“ durch manchmal zu wenig Nachwuchs folgte. Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Jugendkapelle durchgehend aktiv.

„Die musikalische Umrahmung bei der Feldmesse des Trachtenvereins war die einzige öffentliche Präsenz der Musikanten im vergangenen Jahr. Ende Juni konnten wir mit den Registerproben anfangen und im August waren wir guten Mutes, dass wir das Abschlusskonzert vor dem Advent absolvieren könnten“, erzählt Duschek. Die Musiker hätten schon längst dafür geprobt, doch dann hatte sich wieder alles zerschlagen. „Es ist frustrierend, wenn eine Musikgruppe nicht spielen kann – keine Auftritte bedeuten auch keine Einnahmen“, sagt Duschek. Aber längst nicht das geringste Problem, denn auch die Musiker leider unter der Situation. „Je länger wir nicht spielen dürfen, umso mehr geht bei manchen die Lust verloren“, bedauert der Vorsitzende. Nachwuchs gibt es ebenfalls nicht: Die Mitgliederzahl stagniert.

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Was in diesem Jahr noch möglich sein wird, Duschek weiß es nicht: „Über unser Sommerfest wird Anfang Juni entschieden, was man daraus macht – vielleicht ein ‚To go‘. Ansonsten gehen uns die finanziellen Reserven bald aus. Auch bei der ‚Gerner Dult‘ hätten wir gespielt. Blasmusiker sind die Letzten, die auftreten dürfen. Es ist auch ein Abstandsproblem – wir sind zur Untätigkeit verdammt.“

Musikverein-Vorstand Wolfgang Duschek bei der Bierprobe zum Sommerfest im Jahr 2019.
Der Musikverein bei der Audienz beim damaligen Papst Johannes Paul II. Links vom Papst der frühere Dirigent Richard Michna und weiter links daneben der frühere Vorstand Max Balhuber.
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