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PANDEMIEBDINGTE VERLEGUNG

Leinwand bleibt leer - Heimatfilmfestival in Mühldorf muss wieder verschoben werden

Vom Kamerakran aufs Heimatfilmfestival: Stefan Biebl wird in der Jury sitzen, die die Preise der Biennale Bavaria vergibt.
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Vom Kamerakran aufs Heimatfilmfestival: Stefan Biebl wird in der Jury sitzen, die die Preise der Biennale Bavaria vergibt.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Auch der zweite Versuch, das Heimatfilmfestival auf die Leinwand zu bringen scheitert: die Biennale Bavaria muss erneut verschoben werden.

Mühldorf – Viele haben es befürchtet, jetzt ist es eingetreten: Das Heimatfilmfestial „Biennale Bavaria“ im April fällt aus. Vereinsvorsitzender Günther Knoblauch weiß, dass die Corona-Einschränkungen ein Kinofest unmöglich machen. „Es bringt ja nichts, wenn nur zehn Leute ins Kino dürfen“, sagt er. „Wir wollen schließlich erreichen, dass die Leute sagen: Die Filme sind wichtig für die Region, wichtig für mich.“ Das Fest soll im Herbst oder Frühjahr 2022 nachgeholt werden.

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Der rote Teppich wäre ausgerollt: Der Verein hat ein 56-seitiges Programm erstellt, in dem 40 auf Festivals prämierte Filme aufgeführt sind, 20 Kulturveranstaltungen in sechs Städten, Gesprächsrunden mit illusteren Gästen aus Filmwelt, Wirtschaft und Politik, dazu Fernsehübertragungen, eine Kunstausstellung. „So etwas“, sagt Knoblauch, „gab es bei uns noch nie.“

Hochkarätige Gesprächspartner

Sechs Kommunen aus vier Landkreisen haben sich mit dem Verein „Internationales Festival des Neuen Heimatfilms“ zusammengeschlossen, um das Festival an fünf Tagen in Altötting, Burghausen, Haag, Mühldorf, Trostberg und Wasserburg durchzuführen. Auf dem Programm standen neue, internationale Heimatfilme, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln aufarbeiten sollten. Sie alle sind in dem dicken Programmheft aufgeführt, dass der Verein jetzt nicht drucken lässt.

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In ihm hätten auch alle jene gestanden, die zu Gesprächen an Inn, Alz und Salzach gekommen wären: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn und Bayerns Europaministerin Melanie Huml, Kabarettisten wie Hannes Ringlstetter und Michael Altinger, Bischof Stefan Oster und Gönül Yerli, Vize-Direktorin der Islamischen Gemeinde Penzberg.

Neuer Termin steht noch nicht fest

Diese Liste macht es jetzt so schwer, das Festival zu verschieben. „Manche können im Herbst nicht, andere planen nicht ein Jahr voraus“, sagt Knoblauch. Deshalb würden die nächsten Entscheidungen Schritt für Schritt getroffen, ab Juli, zusammen mit den beteiligten Gemeinden. Und über allem schwebt noch immer das Corona-Virus.

„Was nützt es uns, wenn man sich nicht treffen darf?“, fragt Knoblauch. Denn das Festival sollte auch zum Zusammenkommen von Filmleuten werden, von auswärtigen und heimischen und so zur konkreten Film- und Wirtschaftsförderung für die Region.

Jury-Preise in vier Kategorien

Als klassisches Filmfestival hätte eine Jury Filmpreise in vier Kategorien vergeben. Unter den Juroren, so Knoblauch, wären Regisseur Christian Klandt, zuletzt Gewinner des Bayerischen Fernsehpreises, Kameramann Stefan Biebl, Schauspielerin Johanna Bittenbinder und Regisseurin Fatima Abdollahyan gewesen.

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Auch finanziell muss sich der Verein neu orientieren. „Wir hatten für einen Verlauf von zwei Jahren geplant, jetzt werden vielleicht vier daraus.“ Allein ehrenamtlich, betont Mühldorfs ehemaliger Bürgermeister, ließe sich das Vorhaben nicht durchziehen. Deshalb hat der Verein drei feste Mitarbeiter, die zum Teil über Förderungen bezahlt werden.

Budget von 350.000 Euro

Auf 350.000 Euro ist das Budget des Vereins festgelegt, finanziert wird es durch Förderungen, Zuschüsse der Kommunen und Sponsoren.

Beim Vorspiel zur Biennale im letzten Herbst hat der Verein gezeigt, worum es beim Heimatfestival geht. Die Organisatoren um Vereinsvorsitzenden Günther Knoblauch betonten damals, dass der internationale Blick auf das Thema Heimat den den Veranstaltern wichtig ist. „Denn es geht darum, unterschiedliche Heimatbilder und -gefühle zu zeigen, zu besprechen und so für Verständnis und Zusammenhalt bei allen Unterschieden zu werben“, sagt Knoblauch. So führen Filme in verschiedenen Geschichten vor, wie sehr sich Mensch aus Europa, Asien und Afrika in ihren Wünschen und Bedürfnissen ähneln.

Nur verschoben, nicht abgesagt

Diesem Anliegen will der Verein trotz der jetzigen Absage gerecht werden, betont Knoblauch. „Die Biennale Bavaria International wird nur verschoben – zu stoppen ist dieses hochklassige Festival für Kino- und Heimatfans nicht mehr.“

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