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A94 schon gut ausgelastet

Lärm der A94 nur knapp unter erlaubten Wert: Anwohner verärgert über ausbleibenden Schutz

Viele Lastwagen: Schon heute sind 80 Prozent der Lkw unterwegs, die für 2025 prognostiziert sind.
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Viele Lastwagen: Schon heute sind 80 Prozent der Lkw unterwegs, die für 2025 prognostiziert sind.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Der Traum von besseren Lärmschutz an der A94 ist ausgeträumt, alle Werte werden eingehalten. Dabei werden die Grenzen an einigen Stellen nur knapp unterschritten.

Mühldorf – Der Traum von einem besseren Lärmschutz entlang der A 94 ist ausgeträumt. Das zeigen die Untersuchungen, die die Autobahndirektion dem Verkehrsausschuss des bayerischen Landtags vorgelegt hat. Der Bau entspricht allen gesetzlichen Vorgaben, die Lärmwerte werden eingehalten. Verbesserungen kann es nur noch auf freiwilliger Basis geben – und die würden Millionen kosten. Die Betroffenen sind enttäuscht.

Werte liegen im oberen Bereich

Obwohl die Autobahndirektion die Messwerte als eindeutig hinstellt, gibt es Kritik daran. Nach nicht offiziell bestätigten Informationen sollen sie zum Teil nur minimal unter den Grenzwerten liegen. So wurden nachts an einer Messstation statt der erlaubten 54 Dezibel 53,7 gemessen.

Fast schon 2025 erreicht

Judith Bogner lebt in Allersheim, sie ist Anwohnerin und grüne Kreisrätin in Mühldorf. Sie nennt es „sehr bedenklich, das die Grenzwerte fast erreicht sind. Es liegen noch nicht alle vor, doch was vorliegt, bestätigt, dass etwas nicht stimmt“. Die Auslastung der A 94 lag nach ihren Angaben im Messzeitraum bei für Lastwagen bei 80 Prozent und für Autos bei 60 Prozent der für 2025 prognostizierten Werte.

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Deshalb fürchtet Markus Heindl aus Ebering ein weiteres Ansteigen des Lärms und der Gesundheitsschäden. Wenn der Grenzwert gerade noch erfüllt werde, sei das nicht zu akzeptieren. „Dann ist der Lärm nicht Einbildung, sondern Realität.“ Es seien bereits jetzt Werte erreicht, die für 2025 prognostiziert worden seien. Zudem stamme die Obergrenze aus den 1970er-Jahren.

Die Verantwortung für den Lärm trägt die CSU

Deshalb will Isolde Freundl aus Lindum die heimischen und bayerischen Politiker in die Pflicht nehmen: „Zu verantworten hat es ja die CSU, die diese Autobahn durchgedrückt hat“, macht sie die Schuldigen aus. „Als Ministerpräsident Söder zu Besuch war, hörte es sich so an, dass es kein Problem sei, an den Lärmschutzwänden und dem Belag etwas zu machen.“

Huber: Lärmbelastung für einzelne zu hoch

Politiker aus der Region versprechen, sich nicht mit den Ergebnissen zufriedenzugeben. CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber sagt: „Ich halte die Lärmbelastung für einzelne Anwohner für nicht zumutbar, auch wenn die gültigen Grenzwerte formal eingehalten werden.“

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Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) sagt: „Es hatte sich schon nach Lärmmessungen der Gemeinde Lengdorf abgezeichnet, dass die Grenzwerte im Wesentlichen eingehalten werden.“ Er kündigt ein Treffen mit den Anwohnern und Vertretern der Autobahndirektion an. Dabei zeigt er, wie auch Landtagsabgeordneter Huber, auf Bayern und den Bund: „Anzustreben sind hier eindeutig freiwillige Leistungen durch den Bund und den Freistaat wie beispielsweise die Erhöhung von Lärmschutzwänden oder teilweise Änderungen beim Straßenbelag.“

Landkreis und Kommunen können nicht einspringen

Dass der Landkreis und die Gemeinden entlang der A 94 einspringen, hält Landrat Maximilian Heimerl (CSU) für ausgeschlossen. „Wir müssen auf die Zuständigkeit des Bundes pochen. Wir Kommunen können keine Baumaßnahmen an Bundeseinrichtungen durchführen.“ Dass das schon von Gesetzes wegen ausscheidet, sagt Landtagsabgeordneter Huber, der auch im Kreistag sitzt: „Der Einsatz von Mitteln aus dem Landkreishaushalt für Maßnahmen an einer Bundesautobahn sind rechtlich nicht möglich.“

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Die Äußerungen der CSU-Politiker machen deutlich, dass sie nicht auf Gesetzesänderungen warten wollen. Mayer sagt über die Erhöhung von Lärmschutzwänden und neuem Asphalt als freiwillige Leistung: „Dies geht schneller als Verbesserungen der gesetzlichen Regelungen.“

Grundsätzliche Diskussion über Grenzwerte für Lärm gefordert

Zugleich fordern sie eine grundsätzliche Diskussion der geltenden Lärmschutzwerte: „Diese müssen dringend überarbeitet werden, da sie mittlerweile 50 Jahre alt sind“, sagt Staatssekretär Mayer.

Auch Landrat Maximilian Heimerl spricht von einer „grundsätzliche Diskussion auf Bundesebene mit dem Ziel, die gesetzlichen Lärm-Grenzwerte nach unten anzupassen.“ Das ist aus Sicht von Huber umso wichtiger, weil freiwillige Leistungen eine Konsequenz hätten: „Diese Verbesserungen würden Tausende Autobahnanwohner von Flensburg bis nach Garmisch fordern.“

Im zweistelligen Millionennbereich

Um welche Größenordnungen es dabei geht, machte die Autobahndirektion im Verkehrsausschuss des Landtags klar: Für 19,2 Millionen Euro gäbe es eine Erhöhung der Lärmschutzwände auf Brücken, für 19,6 Millionen einen besseren Fahrbahnbelag. Flüsterasphalt auf der ganzen Strecke würde 170 Millionen Euro kosten.

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