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Genervt von Pandemie

Kraiburgs Bürgermeisterin über Corona: „Mir fehlt der Austausch mit den Bürgern“

„Die Pandemie hat alles verändert“, sagt Bürgermeisterin Petra Jackl im Interview über die Herausforderungen, die im Jahr 2021 in Kraiburg anstehen.
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„Die Pandemie hat alles verändert“, sagt Bürgermeisterin Petra Jackl im Interview über die Herausforderungen, die im Jahr 2021 in Kraiburg anstehen.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Kraiburg – In den Bürgerversammlungen hatte Petra Jackl keine Gelegenheit, den Kraiburgern ihre Pläne für das Jahr 2021 vorzustellen. Corona hat auch das verhindert. Im Interview äußert sie sich zu wichtigen Projekten, die 2021 anstehen und verrät, was sie in den ersten Amtsmonaten gelernt hat.

Frau Jackl, auch das Jahr 2021 steht – leider – noch ganz im Zeichen von Corona. Wie beeinträchtigt die Pandemie Ihre Arbeit als Bürgermeisterin?

Petra Jackl: Mir geht es wie vielen Bürgern: COVID 19 nervt! Als Bürgermeisterin fehlt mir vor allem der persönliche Austausch mit den Bürgern. Die Entscheidungen die der Gemeinderat trifft oder die im Rathaus gefällt werden, veröffentlichen wir zwar relativ schnell, aber ein persönliches Gespräch ist einfach mehr wert. Leider habe ich das Gefühl, dass wir Kommunalpolitiker uns von unseren Mitbürgern weit entfernt haben.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Finanzsituation des Marktes? Wie wirkt sich da Corona aus?

Jackl: Bisher sind wir gut durch die Krise gekommen. Die Folgen werden wir erst in den nächsten Jahren spüren. Es kommt darauf an, wie sich die für uns so wichtigen Schlüsselzuweisungen und der Einkommensteueranteil entwickeln. In den letzten Jahren hat der Markt einiges an Rücklagen erwirtschaftet. Die werden wir sicher brauchen. Viele Investitionen stehen an.

Der Markt Kraiburg ist eine Perle des Landkreises. Wie wollen Sie das touristische Potenzial in Zukunft besser nutzen?

Jackl: Wir leben in einem wunderbaren Ort. Wir haben einiges zu bieten. Wir wollen Touristen anlocken und damit unserer Gastronomie und unserem Handel helfen. Auch für die Anwerbung von Fachpersonal der Firmen ist der Freizeitwert eines Ortes enorm wichtig. Wie schön Kraiburg ist, müssen wir nur noch richtig transportieren. Geplant ist die Entwicklung einer Marketingstrategie. Eine neue Homepage, vielleicht ein Imagefilm und die Bewerbung als Hochzeitlocation sind nur einige Ideen.

Die historische Bausubstanz ist auch Ballast. Wie will die Gemeinde die Verkehrs- und Parkprobleme im Ortskern lösen?

Jackl: Die Städtebauförderung unterstützt uns bei der Erstellung eines Verkehrskonzeptes für den ruhenden Verkehr. Dies ist die Grundlage, um die Genehmigung zum Abriss des Kaltnerhauses zu erhalten. Bereits der vorherige Gemeinderat hat die Weichen für den Bau einer Parkmöglichkeit auf dem Gelände am Fuße des Schlossbergs gestellt. Zusätzlich werden wir den Bereich unterhalb des Rathauses neu betrachten. Aber, die Mühlen mahlen langsam und unsere finanziellen Mittel sind endlich.

Das Schwimmbad ist seit 2015 zu. Die Planung für ein neues Naturbad hat viel Zeit gekostet. Wann können die Kraiburger endlich baden gehen?

Jackl: Wir hoffen, dass unser Bad Ende des Sommers fertiggestellt sein wird. Ob wir dann noch schwimmen können, hängt von den Temperaturen und der Pandemie ab. Wir bauen einen großen Kinderspielbereich mit Bachlauf, der die Öffnung des Kioskes auch bei mäßigen Temperaturen attraktiv machen wird. Derzeit arbeiten wir an den Pachtmodalitäten, suchen einen Pächter und Aufsichtspersonal.

Was haben sie vor, um das Rathaus bürgerfreundlicher zu machen und die Bürger noch transparenter zu informieren?

Jackl: Durch den Umzug der Bankfiliale wurde im Rathaus das Erdgeschoss frei. Künftig können die Bürger den Empfang, das Einwohnermelde-, das Bau- und das Steueramt ebenerdig erreichen. Zusätzlich wollen wir im Eingangsbereich des Rathauses eine öffentliche Toilette installieren. Ein Büro für Besprechungen von Rentenanträgen und für externe Beratungen werden wir ebenso barrierefrei anbieten können. Dazu sind Umbauarbeiten nötig. Nach Genehmigung durch den Gemeinde- und den VG-Rat werden im Frühjahr die Arbeiten beginnen. Zusätzlich rüsten wir unsere EDV auf, damit die Bürger der VG zukünftig vieles online bei uns erledigen können. An einer neuen Homepage für eine übersichtlichere Information wird schon gearbeitet.

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An Schule und Turnhalle besteht Sanierungsbedarf. Was ist zu tun?

Jackl: Für die energetische Sanierung des Altbaus der Schule haben wir Fördermittel erhalten. In dem Förderrahmen wurden zum Beispiel Fenster und eine Fassadendämmung berücksichtigt. Leider mussten wir feststellen, dass das Dach auch sanierungsbedürftig ist. Derzeit versuchen wir zusätzliche Fördermittel locker zu machen. Unsere Turnhalle aus den 70er Jahren ist energetisch und baulich in keinem guten Zustand. Mittelfristig müssen wir sanieren oder neu bauen. Auch dafür erstellen wir ein energetisches Sanierungskonzept, das für eine Entscheidung sowie für den Erhalt von Fördermitteln wichtig ist.

Wie teuer wird’s?

Jackl: Wenn die Schule nur auf Sparflamme teilsaniert wird, geben wir die genehmigten Fördermittel in Höhe von 478 000 Euro aus. Dazu kommen die Mittel, die wir als Eigenanteil einsetzen. Der Gemeinderat hat bisher ein Sanierungsvolumen von gesamt 760 000 Euro genehmigt. Für das Dach müssen wir aber noch einiges dazurechnen. Sobald eine Kostenschätzung unseres Architekten im Hause ist, werden wir uns um weitere Fördermittel kümmern.

Wann können die notwendigen Schritte umgesetzt werden?

Jackl: Es dauert. Leider ist es auch aufgrund der Pandemie nicht einfach, schnelle Entscheidungen herbeizuführen. Dinge, die man im persönlichem Gespräch kurz besprochen und entschieden hat, müssen mühselig schriftlich formuliert und eingereicht werden. Mit der Digitalisierung der Schule beginnen wir aber bereits in den nächsten Tagen.

Sie sind seit Mai 2020 neu im Amt. Was haben Sie in diesem ersten Jahr gelernt?

Jackl: Es kommt oft anders, als man denkt. Die Pandemie hat alles verändert. Nichts ist mehr so, wie es einmal war! Gelernt habe ich, dass ich mich auf meine Mitarbeiter verlassen kann, dass es dem Gemeinderat um das Wohl Kraiburgs und der Bürger geht und dass der Kraiburger Bürgermeister sehr vielseitig sein muss. Turnschuhe, Gummistiefel und Pumps, liegen in meinem Auto!

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