Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Sanierung am historischen Marktplatz

„Ein Café hätte uns gut getan“: Beim Kraiburger Wandinger-Haus erfüllen sich nicht alle Wünsche

Das Wandinger-Haus zählte früher zu den ersten Häusern am Ort, verfiel dann zu einer hässlichen Bruchbude, bis ein Investor es wachgeküsst hat. Die ursprünglich geplante Lösung mit Kochschule und Café kommt nun aber zum Bedauern vieler Kraiburger nicht zum Tragen. An dessen Stelle zieht im Erdgeschoss eine Physiopraxis ein.
+
Das Wandinger-Haus zählte früher zu den ersten Häusern am Ort, verfiel dann zu einer hässlichen Bruchbude, bis ein Investor es wachgeküsst hat. Die ursprünglich geplante Lösung mit Kochschule und Café kommt nun aber zum Bedauern vieler Kraiburger nicht zum Tragen. An dessen Stelle zieht im Erdgeschoss eine Physiopraxis ein.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
    schließen

Mit der Sanierung des Wandinger-Hauses beseitigt ein Investor den letzten baufälligen Störfaktor am Kraiburger Marktplatz. Doch weil die ursprüngliche Planung mit Café und Kochschule nicht realisiert wird, bleibt ein kleiner Wermutstropfen.

Kraiburg – „Schade, dass nichts aus der ursprünglich geplanten Nutzung werden kann. Ein Café hätte uns sehr gut getan.“ Ein bisschen trauert Kraiburgs Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) der Chance noch nach, das gastronomische Angebot am historischen Marktplatz weiter aufzuwerten. Doch die Nutzungsänderung, die mit dem Tekturplan beantragt wurde, hat der Marktgemeinderat dann doch einstimmig abgesegnet.

Auch die Kochschule ist vom Tisch

Vor drei Jahren standen noch ambitionierte Pläne für das ehemalige Wirtshaus im Raum: Im Wandinger-Haus, dem letzten baufälligen Störfaktor im schmucken historischen Zentrum, sollte mit dem Umbau und der Sanierung neben weiteren neuen Hotelzimmern ein Café und eine Kochschule entstehen.

Neben Hotelzimmer und Privatwohnung kommt Physio- und Krankengymnastikpraxis

Daraus wird nichts. Der Tekturplan, der bei der Gemeinde eingereicht wurde, sieht stattdessen neben Hotelzimmern und Privatwohnung im Obergeschoss in dem Bereich, in dem zunächst das Café und die Kochschule geplant waren, Praxisräume vor. Fünf Behandlungszimmer und ein Reha-Trainingsraum für eine Physio- und Krankengymnastikpraxis werden nach der neuen Planung dort entstehen.

Keine Arkaden im Erdgeschoss

Die Wiedereröffnung der Arkaden im Erdgeschoss kommt damit nicht zum Tragen. Die Bereiche werden so wie bisher als innen liegende beheizbare Räume saniert. Im Untergeschoss wird anstelle des Verkostungsraumes ein Personalraum für die Mitarbeiter der Praxis erstellt.

Bestand an Stellplätzen reicht aus

Eine Änderung ist auch im Dachgeschoss vorgesehen: Dort kann auf die ursprünglich geplante Dachlaterne verzichtet werden, nur ein kleines Klima-Außengerät wird an nicht einsehbarer Stelle im Dachgraben installiert. Die Klimatisierung der Hotelzimmer ist erforderlich, die Innengeräte werden alle in den abgehängten Decken nicht sichtbar eingebaut.

Lesen Sie auch: Massives Unwetter zieht Schneise der Verwüstung rund um Halfing (Plus-Artikel OVB-Online)

Auch mit der künftigen Nutzung werden Stellplätze gebraucht. Darauf wies Jackl hin. „Bei einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 25 Minuten haben wir ein ständiges Kommen und Gehen.“ Der Bestand an Stellplätzen reiche aber aus, so die Bürgermeisterin.

Geschichtsträchtiges Gebäude: das Wandinger-Haus

Dem Kraiburger Marktplatz sehen es Besucher noch heute an: Hier haben reiche Bürger gelebt, gearbeitet, gehandelt, gefeiert. Handwerker, Künstler, Kaufleute, Wirte und Brauer. Für die stolze Geschichte des Marktes steht auch das so genannte „Wandinger-Haus“. Schon im 17. Jahrhundert wurde es erbaut, im Inn-Salzach-Baustil mit Erkern und Laubengängen, so wie die anderen Markthäuser, die nach dem letzten großen Brand im Jahr 1571 wieder erstanden. Einzelne Elemente, etwa im Keller, gehen wohl noch auf das Spätmittelalter zurück.

Neumayer, Pallauf, Haller so heißen einige der Brauerfamilien, die seitdem oft mehrere Generationen lang auf dem Gebäude saßen, ehe ein neuer Eigentümer kam. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Wirtschaft mit Brauerei, Bräukeller und Ballsaal im Besitz der Familie Wandinger, die ihm seitdem ihren Namen leiht. Das Haus zählte zu den ersten Häusern am Ort. Für sämtliche Honoratioren, die Liedertafel und die Innungen, war es die Stammwirtschaft.

In den 60ern zog eine Disco ein – nicht zur Freude aller

Bis in die 1960er-Jahre wurde sie betrieben. Dann zog eine Disco ein, die das Image des Ortes nicht immer positiv prägte und in den 1980ern zumachte. Danach schien das historische Gemäuer endgültig dem Verfall preisgegeben. Fast beispielhaft steht das Haus für die schlechten Zeiten, die der Kraiburger Marktplatz über einige Jahrzehnte erleben musste. Doch seit einigen Jahren blüht er wieder auf. Ein Bürgerhaus nach dem anderen wurde wachgeküsst, von engagierten Kraiburgern und auswärtigen Liebhabern.

Die WEHO Immobilien GmbH hat das Haus aus dem Dornröschen-Schlaf geholt. Die erhoffte Rückkehr zur ursprünglichen gastronomischen Nutzung wird mit den Hotelzimmern aber nur zum Teil realisiert.

Mehr zum Thema

Kommentare