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Konjunktur kühlt sich ab

Einsatz für die Region im Metall- und Elektro-Bereich: Dr. Kurt Woelfl (ODU), Dr. Wolfgang Friedrich (MBM), Hans Martin Combé und Klaus Zwicker (Belimed) sowie André Fey (Esterer, von links). Foto rob
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Einsatz für die Region im Metall- und Elektro-Bereich: Dr. Kurt Woelfl (ODU), Dr. Wolfgang Friedrich (MBM), Hans Martin Combé und Klaus Zwicker (Belimed) sowie André Fey (Esterer, von links). Foto rob

Eine schwächelnde Weltkonjunktur, die Eurokrise - die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in der Region Südost-Bayern gehen wenig optimistisch in das erste Halbjahr.

Mühldorf - 53,8 Prozent rechnen für das Inlandsgeschäft mit einer Seitwärtsbewegung, 17,6 Prozent mit einer Belebung und 28,6 Prozent mit einer Verschlechterung. Für das Auslandsgeschäft hoffen 30,21 Prozent der Betriebe auf eine Verbesserung gegenüber 2012. Fast 24 Prozent erwarten dagegen eine Verschlechterung.

Dr. Wolfgang Friedrich, MBM-Geschäftsführer und Vorsitzender des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindusrie in der Region Südost-Bayern (vbw), gab diese Ergebnisse einer Verbands-Umfrage jetzt bekannt. Befragt wurden 104 Betriebe mit 14500 Beschäftigten.

Friedrich: "Die aktuelle wirtschaftliche Lage der M+E-Industrie in der Region Südost-Bayern hat sich im zweiten Halbjahr 2012 noch als gut dargestellt. Unsere Konjunkturumfrage bestätigt aber die Abkühlung, die wir in der ersten Jahreshälfte 2013 erwarten. Der Konjunkturmotor kommt zum Stehen, möglicherweise wird sogar der Rückwärtsgang eingelegt. Verantwortlich sind die mäßige Entwicklung der Weltkonjunktur, die Rezession in der Eurozone sowie die Investitionsschwäche im Inland."

Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen liegt demnach im negativen Bereich: beim Auslandsgeschäft minus 3,5 Prozent, beim Inlandsgeschäft minus elf Prozent. Friedrich sieht dies vor dem Hintergrund, dass bereits 20 Prozent der Unternehmen in der Region Verluste schreiben und weitere 20 Prozent eine international unzureichende Netto-Umsatzrendite von unter zwei Prozent aufweisen.

Als eine Folge kommt der Beschäftigungsaufbau laut Friedrich "allmählich zum Stillstand". Allerdings liegen die Beschäftigungspläne der Unternehmen in der Region noch leicht im positiven Bereich. 25 Prozent der Firmen planen laut vbw in der ersten Jahreshälfte zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, 12,5 Prozent müssten Stellen abbauen. Aber: Bei fast 62,5 Prozent der Unternehmen werde die Belegschaftsstärke stabil bleiben.

Metall- und Elektroarbeitgeber rechnen bayernweit mit dem Verlust von 3000 M+E-Arbeitsplätzen. Kurzarbeit ist demnach für 20 Prozent der M+E-Firmen in Südost-Bayern ein aktuelles Thema, sieben Prozent stehen bereits in konkreten Planungen dazu. "Es besteht aber eine gute Chance, dass Oberbayern hier mit einer schwarzen oder roten Null davon kommt", so Friedrich.

Verbandsvorsitzender Friedrich forderte aufgrund der Entwicklung Zurückhaltung bei Tarifabschlüssen. Eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent wie im vergangenen Jahr gehe nicht. Zum "Jahr der Vernunft" zählt Friedrich auch die Lohnpolitik, mit einer "deutlich moderaten" Lohnerhöhung sowie einer Rückkehr zu flexiblen Öffnungsklauseln.

Konkret fordert Friedrich weitere konjunkturpolitische Maßnahmen, wie eine Verlängerung der Kurzarbeit-Bezugsdauer von zwölf auf 24 Monate und Möglichkeiten zur Weiterbildung von Kurzarbeitern. Eine weitere Beeinträchtigung bei der Zeitarbeit dürfe es nicht geben. Positiv wertete Friedrich, dass der Gesamtbeitragssatz zur Sozialversicherung mittlerweile unter 40 Prozent liege.

Belimed-Geschäftsführer Klaus Zwicker geht bei Reinigungs- und Desinfektionsanlagen im medizinischen Bereich von einer steigenden Nachfrage aus, nachdem es dort über lange Zeit ein Investitionsdefizit gegeben habe.

ODU-Geschäftsführer Dr. Kurt Woelfl bestätigte, dass sich die Märkte in den USA und China positiv entwickelten. Die Schwankungsbreite sei aber hoch.

Steigenden Energiepreisen trat MBM mit langfristigen Verträgen entgegen. André Fey, Geschäftsführer der Altöttinger Esterer WD, sagte, Kunden im Sägemaschinenbereich legten Wert auf energiesparende Maschinen. Für die Holzindustrie schwierig sei eine Zurückhaltung beim Verkauf von Holz - Waldbesitzer würden sich in Zeiten der Krise konservativ verhalten.

Fey sagte, heutzutage sei es schwer, hochqualifizierte Arbeitsplätze wie beispielsweise für Ingenieure besetzen zu können. Hans-Martin Combé, Geschäftsführer der Belimed Technik, sagte, dass es beim Einsatz von Leiharbeitskräften zu Problemen bei der Qualität der Arbeit kommen könne. rob

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