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Desinteresse an Bayern?

Kommt eine Photovoltaik-Anlage an der A94? Das sagen die Politiker zur Stromernte an der Autobahn

Photovoltaikanlagen an der Autobahn sind noch sehr selten. In der Nähe der Fernstraßen gibt es aber immer wieder große Solarfelder. Diese an der Autobahn A4 bei Kraftsdorf soll eine Leistung von 5,7 Megawatt bringen.
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Photovoltaikanlagen an der Autobahn sind noch sehr selten. In der Nähe der Fernstraßen gibt es aber immer wieder große Solarfelder. Diese an der Autobahn A4 bei Kraftsdorf soll eine Leistung von 5,7 Megawatt bringen.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Nach längerer Zeit hat sich auch das Verkehrsministerium zur Idee des Landkreises geäußert, an der A94 eine PV-Anlage zu errichten. Das ist die Antwort - auch zum angeblichen Desinteresse an Bayern.

Mühldorf – Landrat Max Heimerl (CSU) reagiert grundsätzlich positiv auf die Ankündigung der Autobahn GmbH, entlang von Autobahnen Photovoltaikanlagen errichten zu wollen. „In erster Linie geht es darum, die Energiewende im Landkreis voranzutreiben“, sagte er als Reaktion. „Wichtig ist es nun, die Anlagen möglichst schnell zu errichten und dabei das Thema Lärmschutz für die betroffenen Bürger zu berücksichtigen.“ Das hatte er so auch gemeinsam mit Bundestagsabgeordnetem Stephan Mayer (CSU) in einem Brief an den Wirtschafts- und Verkehrsminister geschrieben. Sie sollten als Bürgeranlagen erstellt werden.

Noch keine Gespräche geführt

Heimerl kündigte an, mit de Autobahn GmbH zusammenarbeiten zu wollen. „Selbstverständlich sind wir weiterhin dazu bereit, in Kooperation den Anschub für solche Anlagen – auch in Bürgerhand – zu liefern, um den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich nicht nur an der Energiewende zu beteiligen, sondern auch von den Projekten vor Ort zu profitieren.“

Mit der Autobahn GmbH habe es aber noch keine Gespräche gegeben, sagte Heimerl. „Die Anfrage hatte zum Ziel, einen ersten Sachstand zu erfragen, ob Bürgerenergieanlagen an einer Bundesautobahn möglich sind.“ Das Thema Lärmschutz durch PV-Anlagen werde er gegenüber der Autobahn GmbH ansprechen.

Verkehrsministerium sieht Abbau positiv, aber...

Inzwischen hat auch das Verkehrsministerium reagiert und bestätigt, dass der Bau von Photovoltaikanlagen an Autobahnen grundsätzlich möglich sei. „Insbesondere zur Erreichung der Klimaziele des Bundes befürwortet das Ministerium generell die solare Energiegewinnung“, teilt eine Sprecherin von Minister Volker Wissing mit. Ob das den Bau durch Dritte, also zum Beispiel den Landkreis oder eine Bürgergesellschaft einschließt, darauf legt sich die Sprecherin nicht fest: Dafür „ist die jeweilige Prüfung im Einzelfall entscheidend“, heißt es unverbindlich. Das Ministerium weist aber auf die hohen technischen Anforderungen vor allem mit Blick auf die Sicherheit hin.

„Insbesondere dürfen Anlagen, die mit Lärmschutzeinrichtungen kombiniert werden, deren Wirksamkeit nicht einschränken und keine Blendwirkungen auf den Straßenverkehr erzeugen.“

Die Umsetzung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Dem Ministerium ist außer der Anlage bei Erharting nur ein Forschungsprojekt auf der Raststätte Hegau-Ost an der A81 bekannt. Dort soll ein bis zu 80 Meter langer Fahrbahnabschnitt überdacht werden. „Der Betrieb der Anlage wird etwa ein Jahr lang wissenschaftlich begleitet werden.“ Damit solle gezeigt werden, dass eine solche Konstruktion bezahlbar sei und betrieben werden könne.

Noch wenig Erfahrung mit Lärmschutz durch PV-Anlagen

An der Autobahn A3 bei Aschaffenburg gibt es laut Verkehrsministerium seit 2019 eine 890 Lange lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand mit integrierten Photovoltaikelementen, die auch dem Lärmschutz dienen. „Durch dieses Pilotprojekt sollen Erfahrungen mit dem Zusammenwirken von Lärmschutz und Photovoltaik gesammelt werden.“

Langes Zögern – kein Zeichen einer Benachteiligung Bayerns

Das Bundesverkehrsministerium hat fast eine Woche für seine Antwort gebraucht. Für die heimische FDP-Abgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht ist das aber kein Hinweis auf angebliches Desinteresse des Verkehrsministeriums für Bayern, wie es CSU-Politiker immer wieder behaupten. „Bei einem solch wichtigen Thema ist es doch selbstverständlich, dass hier eine intensive und genaue Prüfung vorab durch die Fachabteilung erfolgt, ehe die Antwort des Ministers erfolgt“, sagt die Abgeordnete auf Anfrage.

Bubendorfer: Kein Desinteresse an der Region

Bubendorfer-Licht widerspricht damit der „der Suggestion, das Verkehrsministerium würde Bayern nur eine untergeordnete Rolle zukommen lassen“. Bayern stehe als flächenmäßig größtes Bundesland und als zentrale Verkehrsregion in Europa selbstverständlich „im vollen Fokus“ des Ministeriums. „Die weitere Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans für Bayern läuft kontinuierlich weiter.“ Das habe das Ministerium ihr bestätigt.

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