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Nicht mehr per Hand

Kirchen in Reibersdorf und Rottenbuch bekommen neue Technik für altes Glocken-Geläut

In der Kirche in Reibersdorf wird um 12 Uhr und um 18.30 Uhr noch von Hand geläutet. Das soll sich nun ändern.
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In der Kirche in Reibersdorf wird um 12 Uhr und um 18.30 Uhr noch von Hand geläutet. Das soll sich nun ändern.
  • Nicole Sutherland
    vonNicole Sutherland
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Zu den schönsten und ältesten Kirchen in der Umgebung von Schwindegg zählen St. Nikolaus in Reibersdorf und St. Johannes in Rottenbuch. Nun hat die Kirchenverwaltung beschlossen, die Glocken der beiden Kirchen auf den neuesten Stand zu bringen.

Schwindegg – Derzeit wird in Reibersdorf noch von Hand geläutet. Das übernimmt Mesner Josef Huber. Seit seine Eltern 1933 den Hof gekauft hatten, hat die Familie den Mesnerdienst in Reibersdorf mit übernommen.

Das Glockenläuten war ein Dienst für die ganze Familie

„Es hat die ganze Familie dazu gebraucht, denn es musste ja immer einer da sein“, erzählt der 83-Jährige. „Schon als ich ein Bub mit acht Jahren war, haben wir Kinder uns abgewechselt mit dem Läuten.“

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Ein Dreivierteljahrhundert später läutet Josef Huber noch immer zweimal am Tag. Und weil es inzwischen ein bisschen beschwerlich für ihn wird, die 50 bis 60 Kilogramm schweren Glocken zu bewegen, und die jungen Leute arbeiten müssen, werden die Glocken von Reibersdorf auf elektrisches Läutwerk umgestellt.

Automatisches Läutwerk

So hat es die Kirchenverwaltung beschlossen: Neben der Instandsetzung der Glockenstühle, der Klöppel und anderer Sicherheitsvorkehrungen wird auch das automatische Läutwerk installiert.

Auch Rottenbuch hatte einen eigenen Mesner, aber dort ist schon seit 40 Jahren keiner mehr da, der diese Arbeit verrichten konnte. Auch dieses Geläut wird umgestellt, damit die Glocken wieder zur Gebetszeit läuten.

Gesamtkosten: rund 24 000 Euro

Die Gesamtkosten der Instandsetzung belaufen sich auf circa 24 000 Euro. Die Hälfte davon kann aus dem Haushalt gedeckt werden. Die andere Hälfte hofft die Kirchenverwaltung über Spenden aufzubringen.

„Vor allem am Mittag und am Abend sowie am Samstag um 15 Uhr dürfen die Leute einmal erinnert werden, dass Ruhepausen auch dazu gehören“, sagt Kirchenpfleger August Obermeier. Abgestimmt wurde das Läuten mit den Einwohnern. Sie freuen sich über den hellen Klang.

Der Glockenklang ist für alle Lebenslagen

Denn der Glockenklang sei die Verbindung zwischen Himmel und Erde und soll wieder öfter zu hören sein. Er trage die Sorgen und Nöte, wie auch die Freude und Bitten in weite Ferne. Die Glocken erklingen bei der Geburt, bei der heiligen Messfeier, an Feiertagen, bei Trauungen, beim Gebetsläuten, Feierabendläuten, bei Unwetter, Hagel und Feuer, bei gesellschaftlichen Ereignissen und zuletzt beim Tode.

Alte Tradition: das Angelus-Läuten

Die Glocken in Reibersdorf erklingen zum Angelus-Läuten um 12 Uhr und um 18.30 Uhr, solange wie das Gebet „Der Engel des Herrn“ gebetet wird. Also ein paar Minuten lang. Mit dem „Engel des Herrn“ wird die Gottesmutter gegrüßt. Die verschiedenen Zeiten, zu denen geläutet wird, sind im Lauf der Jahrhunderte entstanden. Im 13. Jahrhundert wurde in Italien der Engel des Herrn von den Franziskanermönchen um 18 Uhr gebetet. Es wird der Menschwerdung Jesu gedacht.

1456 wurde zum Dank für einen Sieg über osmanische Truppen das Angelus-Mittagläuten um 12 Uhr eingeführt. Es ist die Erinnerung an das Leiden Jesu am Kreuz. Im 17. Jahrhundert wurde unter dem Einfluss der Jesuiten das Morgenläuten um 6 Uhr eingeführt, das an die Auferstehung Jesu erinnert. Heutzutage wird in Reibersdorf nicht mehr um 6 Uhr morgens geläutet, um die Nachbarn nicht so früh zu wecken.sn

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