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Tierischen Nachwuchs betreut

Kinderstube für tierischen Nachwuchs: Küken begeistern im Mühldorfer AWO-Hort

Beim Küken-Projekt stark engagiert von links: Christina Erlacher (19) aus Haiming (sie hat das Küken-Projekt möglich gemacht), Jessica Zerr (27) aus Mühldorf, Margit Stanzel (50) aus Winhöring, Josef Wisgalla (17) aus Mühldorf (er macht seine Ausbildung zum Erzieher) und Verena Sellner (30) aus Mühldorf-
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Beim Küken-Projekt stark engagiert von links: Christina Erlacher (19) aus Haiming (sie hat das Küken-Projekt möglich gemacht), Jessica Zerr (27) aus Mühldorf, Margit Stanzel (50) aus Winhöring, Josef Wisgalla (17) aus Mühldorf (er macht seine Ausbildung zum Erzieher) und Verena Sellner (30) aus Mühldorf-

28 Küken wurden von den Kindern betreut. Eltern und Kinder waren von diesem Projekt begeistert. Die Kinder erlernten den respektvollen Ungang mit Tieren. Ein Besuch der Küken im Bauernhof war ein weiterer Höhepunkt des Projekts. Auch Kinder aus der Mühldorfer Grundschule nahmen am Projekt teil und sorgten für viel Unterstützung.

Mühldorf / Haiming – Trotz 80 Kinder, die im AWO Kinderhort betreut werden, war Mitte April doch noch Platz für weiteren Zuwachs. Die Mühldorfer Einrichtung wurde zur Kinderstube von tierischem Nachwuchs: Hühnerküken. Möglich machte dies Christina Erlacher (19) aus Haiming. Sie vertraute Stiller und ihrem Team 36 Hühnereier an.

Daraus sollten nach etwa 21 Tagen kleine Küken, verschiedener Rassen schlüpfen. Die Idee dazu stammte ursprünglich von Erlacher. Sie ist selbst Erzieherin und hatte so ein Küken-Projekt 2019 in ihrem Kinderhort in Burghausen erfolgreich mit den dortigen Kindern gemacht.

Idee stieß auf große Zustimmung

Margit Stanzel (50) und Erlacher waren damals Arbeitskolleginnen. Als Stanzel zum AWO Kinderhort nach Mühldorf wechselte, nahm sie diese tolle Erfahrung aus Burghausen mit. Sie erzählte der Hortleiterin Annika Stiller davon und diese war sofort begeistert.

Etwa Mitte April rückte Erlacher mit ihrer Ausrüstung, inklusive befruchteter Eier, im Kinderhort an. „Ich brachte einen Brutkasten mit, ein Geschirrtuch und einen Wendeeinsatz. Die Eier müssen im Brutkasten immer wieder gewendet werden. Auch die Temperatur muss natürlich immer stimmen. Das ist sehr wichtig“, erklärt die Haimingerin, die mit ihrer Familie zu Hause eine kleine Hobby-Landwirtschaft betreibt

. „Am 18. Tag werden die Eier auf ein Geschirrtuch gelegt, damit sie in Ruhe ausbrüten können. Die frühsten Küken schlüpfen am 19. Tag, die spätesten am 23. Tag. Beim Eierausbrüten gibt es sehr viel zu beachten“, setzt sie fort. Damit das alles auch reibungslos funktionierte, stand sie dem AWO Kinderhort stets mit Rat und Tat zur Seite. Dank der liebevollen Fürsorge von Stiller, ihren Kollegeninnen und den Kindern erblickten insgesamt 28 Küken gesund und munter das Licht der Welt.

frisch geschlüpfte Küken im AWO Kinderhort

Kinder besuchten ‚Küken auf dem Hof

An dem Küken-Projekt nahmen nicht nur die Kinder vom Hort teil, sondern auch Schüler der Klassen 4 c und 4 g der Grundschule in Mühldorf. Nachdem die Küken geschlüpft waren, blieben sie noch eine Woche in der Obhut ihrer menschlichen Zieheltern. Dann ging es für sie zu Familie Erlacher auf den Bauernhof. In den Pfingstferien durften die Kinder dann ihre gefiederten Freunde besuchen.

An verschiedenen Tagen fuhren vier Erzieherinnen und eine kleine Gruppen aus 17 Kindern auf den Hof. Die Küken hatten sich dort bestens eingelebt. Eine Henne nahm sich den Küken an und zieht sie in schöner Freilandhaltung groß. „Wir haben immer einen Tiererlebnistag“, erzählt Erzieherin Jessica Zerr (27) aus Mühldorf.

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„Die Idee mit dem Küken-Projekt fanden wir klasse. Die Kinder waren von Anfang an dabei und durften die Eier selbst in den Brutkasten legen. Natürlich brauchte jedes Ei einen Namen. Diese vergaben dann die Kinder“, setzt sie fort. Auch sie hatte eine Menge Freude bei dem Projekt, selbst wenn es einiges zu tun gab. An den Wochenenden musste immer jemand zwei Mal am Tag in den Kinderhort fahren und kontrollieren, ob alles in Ordnung war. Nachdem die Küken geschlüpft waren, wurden sie jeden Abend auf den Hof der Familie Erlacher gefahren, bis sie schließlich endgültig auf dem Hof blieben. Mit den Kindern wurde regelmäßig über alles gesprochen.

Auch die Eltern waren begeistert

Im Kinderhort hing ein Plakat, wo der Kreislauf der Entwicklung vom Ei zum Huhn dargestellt wurde. Die Kinderstube der Küken war ein verglaster Raum. Durch den konnte man zwar reinschauen. Ohne Aufsicht war betreten verboten. Schließlich brauchten ihre piepsenden Kameraden viel Ruhe und möglichst keinen Stress. Die Idee von dem Küken-Projekt stieß auch bei den Eltern auf große Begeisterung. Sie konnten alles über ihre WhatsApp-Gruppe mitverfolgen. Alle, die Teil des Projekts waren, wurden immer auf dem Laufenden gehalten. Die Kinder haben sehr viel durch dieses Projekt gelernt. Das ist auch das Ziel der Pädagogen. Als Erzieherin, aber auch als Tier- und Naturfreund weiß Christina Erlacher, wie enorm wichtig der respektvolle Umgang zwischen Mensch und Tier ist.

„Durch dieses Projekt können Kinder sehen wie Leben entsteht. Sie sollen ein besseres Gefühl dafür bekommen, dass man Tiere gut behandeln muss. Die Wertschätzung ihrer Umgebung ist wichtig“, erklärt sie. „Durch dieses Projekt lernen Kinder vor allem auch Teamfähigkeit. Sie arbeiten alle zusammen und kümmern sich um die Tiere. Die persönlichen und sozialen Kompetenzen werden gefördert. Kinder lernen dadurch auch Achtsamkeit, Feinfühligkeit, Verantwortungsgefühl, denn schließlich müssen sie die Tiere gut versorgen. Sie entwickeln eine gute Routine, weil sie ja regelmäßig nach den Küken schauen müssen.

Das Schöne an diesem Projekt ist, dass Kinder mit der Natur und den Tieren in Kontakt kommen. Eine tolle Erfahrung, die sie hoffentlich positiv prägt“, setzt sie fort. Im AWO-Kinderhort ist inzwischen kein Gepiepse mehr, geblieben ist eine tolle Erfahrung für Groß und Klein.Kerstin Maier

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