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Kindern und Enkeln andere Werte vermitteln

Jakob Unterreithmeier
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Jakob Unterreithmeier

Das wichtigste Ereignis des vergangenen Jahres war für mich die Wahl in den USA und dessen Ergebnis.

Wichtig deshalb weil die halbe Welt große Hoffnung auf eine positive Veränderung damit verbindet. Hoffnung ist vielleicht das Gebot der Stunde.

Tief und nachhaltig berührt mich und beeinflusst mein Leben und das wahrscheinlich von Millionen von Menschen die Corona-Pandemie. Es sind Dinge passiert, die wohl kaum jemand für möglich gehalten hat. Eine Welt, die sich – bildlich gesprochen – von Jahr zu Jahr schneller drehte, blieb plötzlich stehen. Auf einmal steckt die ganze Menschheit in einer Krise. Diese ist – im Gegensatz zum Klimawandel oder Hunger in der Welt – auch bei uns in Europa von einem Tag auf den anderen zu spüren gewesen. Plötzlich waren die Menschen erschrocken und wach. Der Glaube an ein ungebremstes Wachstum bröckelte. Vieler Menschen Ziel war, Wohlstand zu erreichen. Dem Ertragsdenken wurde vieles untergeordnet – Menschenwürde und Schutz des Lebens.

Dabei berühren die Weltwirtschaft und die große Politik die meisten Menschen nur am Rande. An erster Stelle stehen die ganz alltäglichen Sorgen, auch wegen Corona. Fragen, wie geht es weiter mit meiner Arbeitsstelle? Als Student oder Alleinerziehende, wann kann ich in meinem Minijob wieder arbeiten und damit weiter Miete zahlen? Kann ich mein kleines Ladengeschäft oder Lokal und meine Mitarbeiter über die Runden retten? Was tun mit meinen Kindern, wenn Kita und Schulen geschlossen werden? Ich hab keinen Urlaub mehr. Wo bekomme ich Hilfe?“ Einer trage des anderen Last“ (Gal 6,2a): In dieser Zeit ist die gegenseitige Hilfe und der große Einsatz so mancher Einrichtungen und Einzelner enorm und geht oft an die Grenzen des Machbaren. Nachbarschafts- und Freundeshilfe haben sich gerade in dieser Zeit hervorragend bewährt. Weiter so – auch nach Corona.

Die wichtigste Aufgabe für das neue Jahr ist für mich, Menschen zu überzeugen, dass ungebremstes Wachstum gar nicht möglich ist. Wir müssen vor allem unseren Kindern und Enkeln andere Werte vermitteln. Füreinander da sein, nicht nur für die Engsten, sondern für alle „Schwestern und Brüder“ der ganzen Welt. Nur ein Miteinander kann unsere geschundene Welt zu Einheit und Frieden führen. Nur das Miteinander kann in diesen dunklen Tagen die Welt etwas wärmer und heller machen. Dabei gilt es, die Jungen mit ins Boot zu nehmen und ernst zu nehmen mit ihren Sorgen und Ängsten. Den jungen Menschen zutrauen, dass sie Verantwortung in Staat, Gesellschaft und Kirche übernehmen können.

Als katholischer Seelsorger hoffe ich natürlich, dass unsere Mitglieder „bei der Stange bleiben“. Ostern in den Gotteshäusern ist ja total ausgefallen und Weihnachten war nur sehr eingeschränkt möglich. So mancher hat sich schon an den digitalen Gottesdienst gewöhnt. So ist es notwendig, dass wir das Gemeinschaftsgefühl stark in den Vordergrund stellen. Dass wir Gottesdienste in allen Formen und Möglichkeiten anbieten. Nicht zu vergessen: Das Netzwerk des Gebetes verbindet über alle Grenzen und Völker. Die Gotteshäuser sind nach wie vor offen und laden ein, im Gebet um Kraft und Hoffnung zu tanken.

„Wer glaubt ist nie allein“, dieser Satz des emeritierten Papstes Benedikt, gilt für unsere Gemeinschaft mehr denn je. Ich hoffe, dass wenn es wieder möglich ist, unsere Kirchen wieder voll sind.

Ich möchte alle Leser ermutigen, mit Zuversicht und Hoffnung in das neue Jahr zu gehen. Ich wünsche Ihnen und mir, dass bald für alle ein geeigneter Impfstoff gegen Corona zur Verfügung steht, und dass baldmöglichst „normale Verhältnisse“ eintreten. Ich freue mich darauf und hoffe, bald wieder Freunde, nicht nur Familie, umarmen zu dürfen oder wenigstens die Hand zu drücken.

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