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Kinderbetreuung kostet viel Geld

Der Ausbau der Kindertagesstätten fordert Städte und Gemeinden im Landkreis Mühldorf besonders. Im Landkreis Mühldorf wurden bisher insgesamt 23,2 Millionen Euro für diesen Bereich und die Kinderbetreuung ausgegeben.

Mühldorf - Der Kita-Ausbau und die steigende Zahl problematischer Familienverhältnisse lassen die Ausgaben für die Kinderhilfe bayernweit auf einen neuen Höchststand klettern: mehr als vier Milliarden Euro investierten der Bund, das Land und die Kommunen im Jahr 2011 in die Kinder- und Jugendhilfe. Hier im Kreis Mühldorf wurden insgesamt 23,2 Millionen Euro ausgegeben und damit 25,6 Prozent mehr als im Vorjahr, geht aus den Zahlen des Landesamtes hervor. Der größte Kostenfaktor war hier die Kindertagesbetreuung, gefolgt von den Hilfen zur Erziehung.

Rund 4,1 Milliarden Euro wurden bayernweit im Jahr 2011 (Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor) für die Kinder- und Jugendhilfe aufgewendet, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Abzug der Einnahmen verblieben rund 3,8 Milliarden Euro Nettoausgaben (Vorjahr: 3,5 Milliarden). Rund zwei Drittel der Gelder (2,8 Milliarden Euro) flossen in die Kindertagesbetreuung, deren Ausgaben damit gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent zunahmen. Und der Bedarf wird weiter wachsen, vor allem im Zuge des ab August geltenden Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für Einjährige und dem damit verbundenen (Personal-)Ausbau der Tagesstätten. Mehr als ein Fünftel der Jugendhilfe-Ausgaben entfielen im Freistaat auf die Hilfen für Kinder in schwierigen Lebenslagen (plus vier Prozent), Tendenz ebenfalls steigend.

Der Kinderbetreuung im Kreis Mühldorf kamen 15,7 Millionen Euro (68 Prozent aller Ausgaben) zugute. Gegenüber dem Vorjahr kletterten damit die Kosten um 44,2 Prozent. Allein rund 15,4 Millionen Euro flossen in die Tagesstätten, also in Kindergärten, Krippen und Horte, weitere 240 093 Euro in die Unterstützung der Kindertagespflege. Im direkten Vergleich haben sich die Ausgaben für die Tageseinrichtungen um 44,7 Prozent erhöht, für die Kindertagespflege kletterten sie um 14,3 Prozent.

Für erzieherische Hilfen, für Eingliederungshilfen behinderter Kinder sowie für Inobhutnahmen wurden im Kreis Mühldorf zusammen 5,5 Millionen Euro aufgewendet, das waren 0,3 Prozent weniger Gelder als im Vorjahr. Bayernweit kamen für diese Hilfen im Jahr 2011 zusammen rund 888 Millionen Euro zusammen.

Die Kommunen stecken dabei in einem Dilemma. Beispiel: erzieherische Hilfen: Die Sensibilität für Kindeswohlgefährdungen nimmt zu. Die Jugendämter holen inzwischen mehr Kinder als je zuvor aus ihren Familien heraus und auch andere Hilfen für Eltern werden öfter angeboten. Den steigenden Kosten stehen aber immer knappere kommunale Kassen entgegen.

Teuer wird es vor allem dann, wenn die Kinder außerhalb des Elternhauses betreut werden müssen. Die verfügbaren Landeszahlen geben einen Eindruck von den Kostensteigerungen. So kletterten im Jahr 2011 gegenüber dem Jahr 2010 die Ausgaben für die 'Vollzeitpflege' (Pflegefamilien) um 5,5 Prozent auf rund 94,2 Millionen Euro, in die Heimerziehung flossen 300,5 Millionen Euro (plus 4,8 Prozent) und für die vorläufigen Schutzmaßnahmen bei einer Kindeswohlgefährdung (Inobhutnahmen) erhöhten sich die Ausgaben um 18,5 Prozent auf rund 20,6 Millionen Euro.

Zurück zum Kreis Mühldorf. Die Jugendhilfe umfasst schließlich noch mehr als die Kinderbetreuung und Hilfen zur Erziehung. So kamen noch 1,3 Millionen Euro für die Jugendarbeit zusammen. 180 129 Euro wurden in die Jugendsozialarbeit gesteckt, 75 573 Euro in den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz. Und rund 504 460 Euro wurden für sonstige Aufgaben (Adoptionsvermittlung, Mitwirkung in Gerichtsverfahren, Amtspflegschaften) sowie für die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen aufgewendet. sus

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