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Kesse Lippe gegenüber Polizisten bringt Frau vor Gericht

Mühldorf. –Eine allzu kesse Lippe kann ganz schön teuer werden.

Weil sie einem Polizisten unterstellte, er stehe unter Drogen, musste sich eine gelernte Friseurin vor dem Amtsgericht Mühldorf wegen Beleidigung verantworten. Eine Verurteilung blieb ihr erspart, weil sie sich entschuldigte und der Polizist daraufhin seinen Strafantrag zurückzog. Allerdings bleibt die 43-Jährige auf den Anwalts- und Gerichtskosten sitzen. An einem Abend im Juli war sie von ihrer Arbeit als Putzfrau mit einem Zug aus Waldkraiburg am Mühldorfer Bahnhof angekommen.

Laut Infektionsschutzgesetz hätte sie eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen. Als sie der Polizist am Bahnsteig 1 daran erinnerte, hielt sie sich ein Tuch vors Gesicht und nahm es wenige Augenblicke später wieder ab. Das nahm der Polizist zum Anlass, die Personalien der Frau festzustellen, um sie wegen einer Ordnungswidrigkeit beim Landratsamt zu melden. Dann entbrannte der Disput.

Weil dem Polizisten leicht die Nase lief und er sie sich wohl im Eifer des Einsatzes nicht zu putzen vermochte, fragte ihn die Angeklagte: „Hast du Schnupfen oder warst du in der Asservatenkammer beim Koksen?“

Dadurch fühlte sich der Beamte gedemütigt und zeigte sie wegen Beleidigung an. Durch ihr permanentes Duzen, das er sich mit Nachdruck verbat, hatte sie ihn zusätzlich provoziert.

Nach der Aussage des Polizisten legte die Frau ihre Hand aufs Herz und drückte ihr Bedauern über ihr Verhalten aus. Und als der Beamte der Intervention von Amtsrichter Florian Greifenstein folgte und seinen Strafantrag zurücknahm, ließ sie ihrem höflichen Dank sogar ein kleines Kompliment folgen: „So ein sympathischer Mann.“ Zum Prozess war der Polizist in Zivilkleidung erschienen.

Für das Nichttragen einer Mund-Nasen-Bedeckung musste die Frau ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro beim Landratsamt entrichten. Nun stand eine Geldstrafe im Raum, die sich durch die Langmut des vormals beleidigten Polizisten erledigte.

Der Richter sagte mit Blick auf das Strafverfahren und auf die daraus für die Angeklagte resultierenden Kosten: „Ich habe das Gefühl, dass es ihr eine Lehre war.“nem

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