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KALLIGRAFIE

Die Kunst des schönen Schreibens: Karin Polzer aus Ampfing gibt Wörtern ein besonderes Aussehen

Durch Zufall kam Karin Polzer zur Kalligrafie. Mittlerweile gestaltet sie mit ihren schönen Schriften nicht nur Urkunden und Firmenlogos, sondern gibt auch Kurse.
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Durch Zufall kam Karin Polzer zur Kalligrafie. Mittlerweile gestaltet sie mit ihren schönen Schriften nicht nur Urkunden und Firmenlogos, sondern gibt auch Kurse.
  • Rita Stettner
    vonRita Stettner
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Im digitalen Zeitalter gerät die Handschrift immer mehr in den Hintergrund. Doch schönes Schreiben kann viel mehr sein als nur eine Liebelei. Karin Polzer aus Ampfing hat die Kalligrafie für sich entdeckt.

Salmanskirchen – Chatten und posten statt Brief oder Postkarte: In der digitalisierten Welt ist kaum noch Platz für die Technik des Schreibens. Viele Schüler tun sich mittlerweile schwer, eine flüssige Schrift zu entwickeln. Dabei wirkt sich Schreiben positiv auf geistige und motorische Fähigkeiten aus. Schreiben kann aber auch Kunst sein. Die Kalligrafie hat Karin Polzer für sich entdeckt.

Mit dem Tag der Handschrift, der sich am 23. Januar zum 44. Mal jährte, soll die Handschrift wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Dieser Tag ist wahrscheinlich auf den Geburtstag von John Hancok zurückzuführen, welcher als erstes die Unabhängigkeitserklärung unterschrieb und für seine Handschrift bekannt war.

Für die künstlerisch gestalteten Faltkarten nutzt Karin Polzer unterschiedliche Techniken. Stettner

Früher haben sich hauptsächlich Mönche und Schriftgelehrte um kunstvolle Niederschriften bemüht. Doch auch noch heute haben sich Leute der Kunst des schönen Schreibens verschrieben. Wie Karin Polzer aus Salmanskirchen. Die Kalligrafin liebt das Spielen mit verschiedensten Schreibwerkzeugen, Tinten und Farben.

Experimentieren mit der Handschrift

„Ich habe viel ausprobiert und dazu schon früh Erfahrungen mit verschiedensten Materialien, Farben und Techniken gesammelt“, erzählt sie. Mit ihrer Handschrift habe sie schon immer experimentiert und schon während der Schulzeit verschiedene Schreibstile mit unterschiedlichsten Schreibwerkzeugen ausprobiert.

Schrift kann vielfältig sein und verleiht Wörtern ein besonders Aussehen.

Durch Zufall kam Karin Polzer zur Kalligrafie: 2009 verschenkte sie einen Kalligrafie-Workshop und weil sich die Inhalte so interessant darstellten, meldete sie sich gleich mit an. „Ich war so begeistert, dass ich von den Buchstaben nicht mehr los kam.“ Die traditionelle Kalligrafie lehrte sie, mit Feder und Tinte umzugehen und eröffnete ihr neue künstlerische Wege, durch verschiedenste Schriften und Schreibwerkzeuge. „Zusammen mit meinen Erfahrungen im Umgang mit Pinsel und Farbe und meiner Freude an schönen Texten entstehen meine Schriftbilder.“

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Egal ob auf Einladungen, Urkunden, in Firmenlogos, oder auf Bäckerstüten – die Arbeiten von Karin Polzer sin vielfältig. Doch das ist nicht alles: Sie führt das Orgelpatenbuch für den Förderverein „Orgel Erlöserkirche Mühldorf“, seit 2016 schreibt sie die Einträge ins Goldene Buch der Stadt Mühldorf und für das Heimatbuch von Salmanskirchen gestaltete sie den Buchumschlag. Und weil Schreiben und Buch in einem engen Verhältnis zueinander stehen, fertigt sie selbst Bücher in verschiedenen Ausführungen.

Bei Schulungen hat sie die dafür unterschiedlichen Bindetechniken gelernt, die sie auch für ihre künstlerisch gestalteten Faltkarten nutzt. Bei unterschiedlichen Ausstellungen hat sie ihre Arbeiten gezeigt, aktuell gibt es ein Schaufenster als Dauerausstellung am Ampfinger Kirchenplatz. Seit 2018 gibt Karin Polzer ihr Wissen bei Kursen weiter.

Schreiben trainiert das Gehirn

Wegen Corona ist zwar vieles auf Eis gelegt, aber deshalb legt die Künstlerin die Hände nicht in den Schoß. Sie bildet sich verstärkt in Online-Kursen bei Kalligrafen aus der ganzen Welt weiter. Inspiriert durch neues Wissen und Experimentieren, bringt sie so ihre Texte zu Papier, auf Leinwand oder auch auf Holz. „Weil wir vieles auf dem Smartphone oder Computer tippen, bleibt flüssiges Schreiben für viele leider auf der Strecke. Schade, denn das Schreiben mit der Hand trainiert auch unser Gehirn. Wir wandeln die Laute in präzise Handbewegung um, was wiederum verschiedene Areale des Gehirns aktiviert“, sagt sie. Deshalb sei es umso erfreulicher, dass das Schreiben mit der Hand wieder mehr Anhänger bekomme.

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In der Kalligrafie gehe es aber nicht um die Handschrift, sondern um verschiedenste Alphabete alter, aber auch zunehmend neuer, moderner Schriften. „Es geht auch um die Blatteinteilung, um das Layout und den passenden Hintergrund.“ In Karin Polzers Workshops wird nicht nur der Buchstabe seitenweise geübt. Es geht vielmehr um das Gesamtbild und den Ablauf, wie ein harmonisches Schriftstück entsteht. Vor allem aber soll es Freude machen am Ausprobieren und Erfahrungen sammeln.

Dabei vergessen die Teilnehmer gerne die Zeit. Sich ins Schreiben zu vertiefen wirke wie eine Meditation. „Man kommt zur Ruhe und kann komplett abschalten.“

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