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Ein Jahr Corona im Landkreis Mühldorf

David Fecko ist 30 Jahre, aktiver Mühldorfer Volleyballer und war 2 mal Corona-positiv

David Fecko in Aktion: Der Slowake kam zur neuen Saison aus Amberg nach Mühldorf, setzt entscheidende Akzente im Mittelblock. Zuletzt musste er aber pausieren. Zum zweiten Mal binnen vier Monaten wurde er positiv auf Corona getestet.
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David Fecko in Aktion: Der Slowake kam zur neuen Saison aus Amberg nach Mühldorf, setzt entscheidende Akzente im Mittelblock. Zuletzt musste er aber pausieren. Zum zweiten Mal binnen vier Monaten wurde er positiv auf Corona getestet.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Es ist eine ungewöhnliche Geschichte aus einem Jahr Corona-Pandemie im Landkreis Mühldorf. Der Mühldorfer Zweitliga-Volleyballer David Fecko war innerhalb von sechs Monaten gleich zweimal Corona-positiv. Und selbst der junge Sportler steckte das nicht einfach so weg.

Mühldorf – Erst ein Tee, dann zum Testen: David Fecko hatte sich schon beim Aufstehen nicht wohlgefühlt. Mit Schnupfennase war er zum Schnelltest erschienen, der bei den Bundesliga-Volleyballern des TSV Mühldorf vor den jeweiligen Spieltagen obligatorisch ist. Prompt schlug vor dem Leipzigspiel am 6. März der Corona-Test an. Der erste positiv, ein Kontrolltest ebenso – umgehend wurde die komplette Mannschaft nach Hause geschickt in häusliche Isolation.

Unsicherheit gehört zur Corona-Pandemie

David Fecko zeigt beispielhaft, welche Unsicherheiten und massiven Einschränkungen auch nach einem Jahr mit der Corona-Pandemie verbunden sind. Und das auch junge und sportlich gesunde Menschen nicht gefeit sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei dem Mittelblocker der Zweitligamannschaft eine Corona-Infektion nachgewiesen wird. Im November hieß es für den 30-Jährigen nach einem positiven PCR-Test ebenfalls, daheim zu bleiben. Das ist gerade Mal vier Monate her. Damals war ein Teamkollege beim Schnelltest positiv, Fecko zunächst nicht. „Wie auch? Ich hatte damals keinen direkten Kontakt zu meinem Mannschaftskollegen!“

Erst positiv, eine Woche später negativ

Dennoch bescheinigte der PCR-Test eine Infektion, „die bei mir damals allerdings symptomfrei verlief“. Beim Wiederholungstest eine Woche später war er wieder negativ. Für Fecko ein Indiz für einen falschpositiven Test. Er hat große Zweifel daran, dass er damals positiv war.

Gesundheitsamt spricht nur von zweimonatiger Immunität

Keine Infektion, keine Immunität: Nur so kann sich der Slowake das nun positive Ergebnis erklären, das diesmal durch drei Tests bestätigt wurde. Dabei hatte ihm das Gesundheitsamt beim ersten Mal schon mitgeteilt, dass man aktuell von einer zweimonatigen Immunität nach überstandener Infektion ausgehe.

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Keine eindeutige Erklärung

Eine Erklärung für den wiederholten positiven Test hat auch Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt nicht. Nach seinen Angaben haben PCR-Tests eine geringe Fehlerquote, am ehesten könnte der Abstrich falsch sein. Zweitinfektionen gab es laut Steingruber immer dann, wenn die erst Erkrankung so mild verlief, dass keine Antikörper gebildet wurden. Auch die Varianten könnten zur Zweiinfektion führen.

Die britische Mutante eingefangen

Wie sich herausgestellt, hat sich Fecko die britische Mutante eingefangen. Anders als beim ersten Mal klagt der Mittelblocker diesmal auch über Symptome. Mit einer verstopften Nase war er freitags nach einem langen Tag auf einer Großbaustelle in München nach Hause gekommen. „Ich dachte, ich hätte mich erkältet, weil es warm war und ich leichtsinnigerweise nur ein T-Shirt getragen hatte.“ Doch tags darauf, wenige Stunden nach dem Test, lag er bereits flach. Glieder- und Rückenschmerzen hätten ihn geplagt. Stechende Kopfschmerzen, besonders im Stirnbereich, ließen ihn in den folgenden beiden Nächten schlecht schlafen. „So etwas kannte ich nicht!“

Schwerpunkt „Ein Jahr Pandemie“:

Andreas Zahn erkrankte früh am Coronavirus und verlor durch die Pandemie seinen Vater

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Es bleibt nur die Großbaustelle

Mitte der darauffolgenden Woche ging es besser, „doch dann waren plötzlich der Geschmacks- und der Geruchssinn weg!“ Inzwischen, zwei Wochen nach der Infektion kann er zumindest salzig und süß unterscheiden. Wo er sich infiziert haben könnte? Das kann Fecko gut eingrenzen: „Es bleibt eigentlich nur die Großbaustelle in München.“ Dort seien einige Infektionen aufgetreten. Er verlässt sein Haus nur zum Arbeiten oder zum Trainieren.

Auf der Baustelle kein Mundschutz

Auf der Baustelle arbeiten viele Menschen aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen, „und das überwiegend ohne Mundschutz!“. Er selbst habe konsequent eine FFP2-Maske getragen. Wenn Baubesprechungen terminiert gewesen seien, hätten sich auch seine Gesprächspartner daran gehalten. Doch Fecko sagt auch: „Auf dem Bau selbst sind Masken quasi nicht existent!“

Auf dem Bau sind jetzt alle vorsichtiger

Er selbst erholt sich von Tag zu Tag, hofft, dass er keine Folgeschäden davonträgt. Mittlerweile arbeitet er auch schon wieder. Und musste an Tag eins auf dem Bau feststellen: Die Monteure sind vorsichtiger geworden. Sie tragen Maske. Und halten Abstand.

Im Positivfall werden sämtliche Infektionsketten gekappt

„Wenn ein Positivfall auftritt, werden sofort sämtliche Infektionsketten gekappt“, betont Dr. Christian Umschlag, der bei den Mühldorfer Volleyballern der Hygienebeauftragte ist. „Die Spieler befinden sich immer im selben Personenkreis und werden engmaschig gescreent. Es ist kein Infektionsfall bekannt, der aus dieser Gruppe heraus entstanden sein könnte“, sagt der Mühldorfer Mediziner.

Engmaschinges Screening verhindert Infektionen

Umschlag kennt die Kritik, die Sportlern im Profibereich entgegenschlägt. Vorwürfen, die Fahrten quer durch Deutschland trieben die Infektionen an, widerspricht er. „Das Gegenteil ist der Fall. Dadurch, dass wir regelmäßig testen, werden Infektionen frühzeitig nachgewiesen und eine Verbreitung sofort unterbunden.“

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