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INTERVIEW

Bürgermeister Roland Kamhuber - Wir brauchen Wohnraum für Schwindegg

Schwindeggs Bürgermeister Roland Kamhuber vor dem neu erworbenen Areal des Baulands in Allersheim.
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Schwindeggs Bürgermeister Roland Kamhuber vor dem neu erworbenen Areal des Baulands in Allersheim.
  • Nicole Sutherland
    vonNicole Sutherland
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Schon ein Jahr beschäftigt uns das Thema Corona. Seit er im letzten März gewählt wurde, hat Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) damit zu tun. Wie er trotz der umfangreichen Auswirkungen dazu kommt, seine Ziele zu verfolgen und die Amtsgeschäfte zu führen, dazu ein Rückblick und eine Vorausschau.

Schwindegg – Schon ein Jahr beschäftigt uns das Thema Corona. Seit er im letzten März gewählt wurde, hat Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) mit dem Thema zu tun. Wie er trotz der umfangreichen Auswirkungen dazu kommt, seine Ziele zu verfolgen und die Amtsgeschäfte zu führen, dazu ein Rückblick und eine Vorausschau im Interview.

Wie wird die Arbeit im Rathaus von Corona beeinflusst?

Roland Kamhuber: „Corona war und ist ein beherrschendes Thema im Rathaus. Wir versuchen, so gut es geht, unsere Aufgaben wahrzunehmen und die Bürger zu schützen, indem wir die Maßnahmen umsetzen, die uns aus Berlin und München fast wöchentlich erreichen. Was mich an Corona persönlich beschäftigt ist, es fehlt der Kontakt zu den Menschen.

Mich macht es traurig, dass ich eine der schönsten Aufgaben, die ein Bürgermeister hat, nämlich Glückwünsche zu überbringen, nur schriftlich ausführen kann. Auch möchten die Leute gerne wieder zusammenkommen. Aber es hilft nichts, wir müssen Kontakte reduzieren. Wir wollen Menschenleben schützen.

In der Verwaltung versuchen wir ebenfalls, Kontakte zu reduzieren. Die Mitarbeiter arbeiten vom Home-Office aus und tauschen im wöchentlichen Rhythmus. Vieles, wie das Ausstellen eines Ausweises, geht nur nach vorheriger Terminvereinbarung.“

Wenn man die finanzielle Seite betrachtet, wie ist der Ausblick auf den nächsten Haushalt?

Kamhuber: „Von der Einnahmenseite her wird Corona unsere Steuereinnahmen beeinflussen. Wir haben bisher nur Kreditaufnahmen zum Ankauf von Bauland in Allersheim geplant beziehungsweise in Umsetzung. Wir sind auch ansonsten sehr bedacht darauf, dass der Haushalt so an die laufenden Projekte angepasst ist, dass wir ihn stemmen können. Trotz Corona haben wir einen Haushalt erstellt.

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Wer auf diesem Stuhl sitzt, muss Prioritäten setzen. Das heißt, was habe ich zur Verfügung und was kann ich damit machen. Mit welchen Einnahmen kann noch gerechnet werden. Es ist mit Bedacht zu kalkulieren. So führt man ein Wirtschaftsunternehmen und so mache ich es hier auch. Eine Gemeindeverwaltung kann immer nur so viel Geld ausgeben, wie sie auf der anderen Seite einnimmt. Natürlich möchte ich gerne alle Wünsche der Bürger erfüllen, aber ich muss Prioritäten setzen.“

Große Projekte stehen an. Der Erwerb von Bauland und der Neubau des Feuerwehrhauses in Walkersaich. Ist die Finanzierung in der Zeit der Pandemie gesichert?

Kamhuber: „Hier ist klar zu differenzieren zwischen den unterschiedlichen Aufgaben, die die Gemeinde umzusetzen hat. Bei einer Infrastrukturmaßnahme wie dem Bau einer Brücke oder des Feuerwehrhauses kommt kein Geld mehr zurück. Aber bei Grundstücken, die in Bauland umfunktioniert werden, kommt der Rückfluss peu à peu zurück.“

Sie haben in langen Verhandlungen ein großes Areal Bauland für die Gemeinde erworben. Gibt es eine große Nachfrage?

Kamhuber: „Ich habe mit Freunden, Bekannten, Sportlerkollegen gesprochen, die nicht die Möglichkeit haben, sesshaft zu werden. Wenn man mit den Menschen spricht, merkt man, der Druck ist immens. Wir hatten in der Vergangenheit drei Bauparzellen zu vergeben und darauf 27 Bewerber. Dabei kann nicht jeder Schwindegger bedient werden. Der Kauf des Baulands ist eine große Investition.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es richtig ist. Wohnraum zu schaffen ist wichtig. Wir werden ihn diskriminierungsfrei und sicher an den Mann bringen. Dabei spielen Einkommen, Ehrenamt und sozialer Bezug eine Rolle. Das Bauland in Allersheim soll nicht nur Einfamilienhäuser bieten, sondern auch Singlemöglichkeiten.

Darum ist es notwendig, dort ein möglichst breitgefächertes Angebot zu schaffen. Die Gespräche mit den Architekten finden statt. Wir geben Gas, aber es geht nicht in drei Monaten. Wenn alles glatt läuft sind wir sicher, dass wir es in 12 bis 18 Monaten umsetzen können.“

Das neue Feuerwehrhaus in Walkersaich - wie ist der Stand?

Kamhuber: „Hier muss zwischen den Wünschen der Feuerwehr und den Forderungen des Gemeinderates ein Kompromiss gefunden werden. Wir überarbeiten das Konzept und eruieren Einsparungsmöglichkeiten. Mein Wunsch ist, dass das in der kommenden Sitzung vorangebracht wird. Es ist wichtig, dass wir hier Nägel mit Köpfen machen. Mitglieder der Feuerwehr wollen durch Eigenleistung mithelfen Kosten zu reduzieren. Dafür danke ich den Leuten herzlich“

Ein derzeit aktuelles Thema ist die Digitalisierung der Schulen. Wie sieht es da in Schwindegg in der Grundschule aus?

Kamhuber: „Die Grundschule wird in vier bis sechs Wochen einen Glasfaseranschluss bekommen. Die Telekom arbeitet hier schnell, im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wir haben die Schule ausgerüstet mit Leihtablets und für die Lehrer neue Laptops angeschafft. Dabei haben wir die Fördermittel, die der Staat bereitstellt, voll ausgereizt. Es verbleibt ein geringer Gemeindeanteil. Die Leihtablets werden gut angenommen und genutzt.“

Die Bürgerversammlung musste wegen Corona ausfallen. Sie wurde aber online gestellt. Haben sich Bürger gemeldet, die Fragen, oder Sorgen geäußert haben?

Kamhuber: „Wir bekommen immer wieder Anfragen, zum Beispiel wegen der Radwegeverbindung. Wir versuchen, es möglichst schnell und umfassend umzusetzen. Es braucht aber auch die Bereitschaft anderer Stellen dazu und man braucht private Personen dazu, um es umsetzen zu können.“

Wie ist Ihr Ausblick auf das kommende Jahr?

Kamhuber: „Ich bin immer ein positiver Mensch, der gerne nach vorne blickt. Natürlich ist momentan eine schwierige Zeit, aber ich blicke umso optimistischer in die Zukunft. Man muss die Ärmel hochkrempeln und wieder anpacken. Wir müssen uns auch gesellschaftlich und kulturell wieder aufrichten und das Ziel vor Augen behalten. Feuerwehr, Schützenverein, Sportverein, Tennisverein, es wird noch eine Zeit dauern, bis wir wieder zusammensitzen. Aber ich freue mich darauf.“

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