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Gläubiger stimmen zu

Kaufhaus Schmederer in Mühldorf kann weiter machen - Ende des Insolvenzverfahrens eingeleitet

Das Kaufhaus Schmederer in Mühldorf.
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Das Kaufhaus Schmederer in Mühldorf.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Das Insolvenzverfahren über das Modehaus Schmederer am Mühldorfer Stadtplatz geht zu Ende. Die Gläubiger haben dem Ergebnis des Verfahrens einstimmig zugestimmt. Und so sehen die Geschäftsführung und der Insolvenzsachwalter die Zukunftsaussichten des Kaufhauses.

Mühldorf – Vor gut einem Jahr musste das Kaufhaus Schmederer Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden, jetzt haben die Gläubiger dem Ende des Verfahrens zugestimmt. Das teilte Geschäftsführer Christian Rädeke mit, er hatte das Insolvenzverfahren selbst geleitet. Die Freude bei Rädeke darüber ist groß, getrübt wird sie durch die derzeitige Corona-Zwangsschließung.

Anwalt Dr. Alexander Fridgen, der das Insolvenzverfahren als Sachwalter begleitet und dabei die Interessen der Gläubiger vertreten hat, sprach von einer einstimmigen Entscheidung, der Gläubiger. Jetzt stehe nur noch der Beschluss des Amtsgerichts zur Einstellung des Verfahrens aus.

Was nicht lief, ist rausgeflogen

Ziel des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung war die Umstrukturierung des Kaufhauses, wie Rädeke und Fridgen übereinstimmend betonen. Aus Sicht von Inhaber Rädeke ist das durch das Verfahren gelungen. „Die Zusammenarbeit mit den Firmen und Lieferanten war leichter, weil zum Beispiel Vorauszahlungen weggefallen sind.“

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Rädeke löste die Geschäfte für Tally Weijl oder den Sixth Floor auf, zog Marken im Stammhaus zusammen und trennte sich von anderen. „Was nicht gelaufen ist, ist rausgeflogen“, sagt er. Er habe die Produkte behalten, die bei den Leuten ankämen. „Wie lange das hält, muss man sehen. Das Modegeschäft ist sehr schnelllebig.“

Warenangebot deutlich verändert

Sachwalter Fridgen spricht von einem „fokussierten Warenangebot“, mit dem das Kaufhaus auf die Herausforderungen reagiert habe. „Wir sind hier in einer Branche unterwegs, die es schwer hat“, erklärte er. „Das gilt vor allem für den Mode-Einzelhandel.“ Die Unternehmen müssten sich an das anpassen, was die Kunden wollen. „Das Konsumentenverhalten wird den Ausschlag geben.“

Rädeke betonte erneut, dass die Kunden geblieben seien. Das zeige sich am Gutscheinverkauf. Denn Gutscheine kaufe nur, wer an das Überleben des Kaufhauses auf dem Mühldorfer Stadtplatz geglaubt habe. Diese Gutscheine gebe es auch weiterhin, verbunden mit 20 Prozent Rabatt.

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„Auch die Mitarbeiter haben zum Unternehmen gestanden, niemand hat gewechselt“, sagt Rädeke. Über 50 sind an Bord, viele davon in Teilzeit. Das sind fast so viele wie vorher, bestätigte auch Sachwalter Fridgen. Gescheitert ist allerdings der Versuch, Investoren an Bord zu holen. „Das ist wegen Corona nicht mehr zustande gekommen“, sagte Fridgen. So bleibt das Kaufhaus weiter als GmbH in Familienhand.

Onlinehandel wird bedrohlicher

Zu den Zukunftsaussichten äußern sich Rädeke und Fridgen zurückhaltend. Rädeke verweist darauf, dass die Modebranche ständigen Veränderungen unterworfen sei. Dazu kämen die unwägbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie. Auf die verweist auch Anwalt Fridgen: „Die Fixkosten laufen weiter, das ist die größte Gefahr für alle Unternehmen“, sagte er.

Die zweite Bedrohung ist nach seiner Ansicht der Onlinehandel, der in der Krise gestärkt worden sei. „Es könnte sein, dass das fortdauern wird“, und Kunden auch nach Ende der Corona-Einschränkungen verstärkt im Internet einkaufen würden. Der Umsatz des Kaufhauses liegt nach eigenen Angaben im gut siebenstelligen Bereich.

Nachdem die Gläubiger zugestimmt haben, steht der Beschluss des Amtsgerichts Mühldorf noch aus. Rädeke rechnet damit, dass er in den ersten Wochen des neuen Jahres gefällt wird.

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