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Strom aus dem Fluss

Innkanal teilweise trockengelegt: Verbund lässt für Arbeiten am Kraftwerk das Wasser ab

Das Wasser abgelassen: Für die letzten Arbeiten zum Bau des neuen Innkraftwerks wurde der Innkanal in ein stehendes Gewässer umgewandelt.
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Das Wasser abgelassen: Für die letzten Arbeiten zum Bau des neuen Innkraftwerks wurde der Innkanal in ein stehendes Gewässer umgewandelt.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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  • Heinz Seutter
    Heinz Seutter
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Die letzten Turbinen im Töginger Wasserkraftwerk sind abgeschaltet, Strom wird hier vorerst nicht erzeugt. Damit im Frühjahr das neue Kraftwerk in Betrieb gehen kann, ist der Innkanal vorerst ein stehendes Gewässer. Nur so können die Arbeiten am Kraftwerk in Töging weitergehen.

Jettenbach – Träge liegt er da. Wo sonst an den Brückenpfeilern durch die starke Strömung das Wasser hochschwappt, liegt der Innkanal ganz ruhig da. Dass der Pegel in den vergangenen Tagen so weit abgesunken ist, hat mit den fortschreitenden Arbeiten am neuen Wasserkraftwerk in Töging zu tun.

„Aktuell wird der Innkanal für Ertüchtigungs-Bauarbeiten in ein stehendes Gewässer umgewandelt beziehungsweise teilweise trockengelegt“, erklärt ein Verbund-Pressesprecher. Damit der bestehende Einlaufbereich an das neue Kraftwerk angepasst werden, wurde der Bereich mit einem Damm abgetrennt und zeitnah komplett entleert. Neues Wasser fließt nicht nach.

Umbau bis zum Frühjahr 2022 fertig

„Im restlichen Kanal verbleibt aus betrieblichen Gründen der Wasserstand bis zur Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks im aktuell eingestellten, tieferen Zustand“, erklärt der Sprecher. Regelmäßig würden bei Jettenbach nun auch Taucher im Einsatz sein, um die Dichtheit und Absicherung des Stauwehrs zu prüfen und gegebenenfalls nachzubessern.

Die Arbeiten für das Großprojekt „Neubau Kraftwerk Töging“ befinden sich auf der Zielgeraden. Bis zum Frühjahr 2022 soll der Umbau abgeschlossen sein, das Kraftwerk kleiner ausfallen bei gleichzeitig höherer Effizienz. Drei Kaplan-Turbinen gehen dann in Betrieb, sodass in dem Kraftwerk künftig rund 700 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Das sind 140 Gigawattstunden mehr als die 15 Francis-Turbinen bislang produziert haben. Insgesamt investiert das Unternehmen 250 Millionen Euro in das neue Kraftwerk.

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Im alten Kraftwerk ist es mittlerweile ruhig geworden. Nach fast 100 Jahren sind dort vorige Woche die letzten Turbinen abgeschaltet, die Schleusen geschlossen worden. Jetzt wird mit Hochdruck an den letzten Maßnahmen des neuen Krafthauses und dem neuen Zulauf gearbeitet.

Der Damm vor dem Wasserschloss in Töging ist aufgeschüttet, sodass am Einlaufbereich gearbeitet werden kann, wenn der Bereich komplett entleert ist. Der Innkanal hat zwar für den ersten Moment seinen Schrecken verloren, aber er bleibt gefährlich. Temperatur, Tiefe und besonders die extrem schwer zu beherrschende Böschungs- und Ausgangssituation haben nicht an Brisanz verloren. Der Verbund warnt daher davor, sich den betrieblichen Wasserflächen zu nähern oder für Freizeitaktivitäten zu nutzen.

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Im Februar soll die erste der drei neuen Turbinen in Betrieb gehen und die beiden anderen im Zweimonatsrhytmus folgen. Voraussichtlich im zweiten Halbjahr soll das neue Kraftwerk zum ersten Mal auf voller Leistung fahren.

„Inzwischen sind die Baumeisterarbeiten am Wehr weitgehend abgeschlossen“, sagt der Pressesprecher. Die neue Wasserspiegellage bei Jettenbach erforderte auch eine entsprechende Anpassung der Abdichtung des Innkanals bis hin zum Kraftwerk in Töging. Außerdem finden Ertüchtigungsmaßnahmen statt. Der ertüchtigte Innkanal wird dann eine um 70 Zentimeter höhere Wasserlinie als bisher haben. Bis dahin werden die Taucher bei Jettenbach noch des Öfteren zu sehen sein. „Das sind Spezialtaucher, die darauf trainiert sind unter den schwersten Bedingungen zu arbeiten.“

Einsatz im sehr trüben Wasser

Das Wasser im Inn ist teilweise sehr trüb, da der Inn viel Sediment mit sich führt. „Daher kann man nicht nur rein nach Sicht arbeiten, sondern muss sich auch viel auf den Tastsinn verlassen. Solche Berufstaucher sind übrigens noch an zahlreichen anderen unserer Wasserkraftwerke im Einsatz.“

Ohne Taucher geht es nicht. Denn die einzige Option wäre, das Wasser abzulassen, was „mit einem Kraftwerksbetrieb nicht vereinbar ist.“ Teilweise sei der Auslauf von Wasser in Jettenbach zu beobachten. „Die Arbeiten am Einlaufwerk sollten recht bald beendet werden. Gewisse Restwassermengen sind zudem zu erwarten und stellen keine Probleme dar.“

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