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Energiekrise sorgt für hitzige Diskussionen

In Zeiten der Energiekrise und Russlandsanktionen: Quo vadis Chemiedreieck?

Stellen sich den Fragen der Mitglieder: (von links) IHK-Geschäftsfüher Dr. Manfred Gößl, Leiterin des Regionalausschusses und Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl, Präsident Prof. Klaus Josef Lutz.
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Stellen sich den Fragen der Mitglieder: (von links) IHK-Geschäftsfüher Dr. Manfred Gößl, Leiterin des Regionalausschusses und Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl, Präsident Prof. Klaus Josef Lutz.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Wohin geht die Reise? Um sich dieser Frage zu stellen, sprachen der IHK-Präsident für München und Oberbayern, Professor Klaus Josef Lutz, und Hauptgeschäftsführer, Dr. Manfred Gößl, mit den Mitgliedern des Regionalausschusses über die Auswirkungen der Energiekrise für die Region.

Ampfing – Mit Blick auf die Sanktionen gegen Russland fordert Lutz von der Bundesregierung ein „klares Energiekonzept“. Dass Deutschland noch immer über keinen Liefervertrag für Flüssiggas aus dem Nahen Osten verfüge, sei eine „kritische Situation“.

(von rechts) Reinhard Frauscher (VR Altötting-Mühldorf), Florian Loserth und Ingrid Obermeier-Osl danken dem für den Regionalausschuss viele Jahre zuständigen Robert Obermeier.

Als Vorstandsvorsitzender der BayWa gab er die Risikoanalyse des Versorgerkonzerns weiter: „Fuel switch: Öl statt Gas“. Zwar profitiere davon möglicherweise auch Russland als Mitglied der OPEC, doch stiegen die Rohstofferlöse des Kriegstreibers seit Monaten sowieso, ohne dass eine Förderquote erhöht wurde.

Angesichts schwankender Energiepreise solle die Bundesregierung der Wirtschaft einen Preiskorridor garantieren, der die Kosten für die Unternehmen kalkulierbar mache: „Extreme Spitzen sollten durch Steuermittel abgefedert werden, was wir dann langfristig zurückzahlen“, erklärte Gößl.

Sorge um Vervierfachung der Energiepreise

Generell würden sich die Energiepreise seiner Meinung nach in den kommenden Jahren vervierfachen. Es müsse daher schnellstmöglich „jeder auch noch so kleine Hebel in Bewegung“ gesetzt werden, um die Gasreserven zu schonen.

So dürfe es keine ideologischen Tabus mehr geben: Die drei Atomkraftwerke dürften nicht abgeschaltet und Fracking müsse erlaubt werden.

Rege Diskussionen im IHK-Regionalausschuss

Loserth hält Energiepauschale der Regierung für kontraproduktiv

Florian Loserth, der stellvertretende Vorsitzende des Regionalausschusses; kritisierte die Energiepauschale der Bundesregierung in Höhe von 300 Euro als kontraproduktiv: „Damit wird doch keine Energie und kein Gas eingespart!“

Keine Denkverbote und Tabus

Hermann Jäger erklärte, dass der vom IHK-Präsidenten zuvor propagierte „fuel switch“ keine Universallösung sei: „Gibt es 24 Stunden lang kein Gas, geht bei uns das Licht aus!“, so der Geschäftsführer einer Privatmolkerei aus Haag. Thomas Freiberger aus Maitenbeth wollte angesichts der Wartung von Nordstream 1 wissen, warum Nordstream 2 ein Tabu sei: „Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten viele Geschäfte gemacht, die völkerrechtlich bedenklich waren!“, so der Vermögensverwalter.

Dr. Bernhard Langhammer (ChemDelta Bavaria)

Viel zu hohe Energiepreise

Dr. Bernhard Langhammer von ChemDeltaBavaria stellte klar, dass man beim Gas im Vergleich zu anderen deutschen Standorten, wo Gas nicht nur Energielieferant, sondern primärer Rohstoff sei, tendenziell noch das geringere Problem habe.

Das Problem mit den im Vergleich zum Weltmarkt viel zu hohen Energiepreisen verschärfe sich hingegen weiter. Als Signal für internationale Investoren forderte er ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort in Form der „läppischen 40 Millionen Euro“ Zuschuss zum Reallabor Burghausen, der bereits seit sechs Monaten beantragt sei.

Dr. Christoph von Reden wies darauf hin, dass zu hoch gesteckte CO2-Ziele kontraproduktiv seien, weil man besser realistische Forderungen an die Industrie stellen solle.

Andreas Mehltretter (MdB)

Wacker spricht von „Tiragierung der Geschäfte“

Dr. Norbert Winkelhofer berichtete von bereits existierenden Plänen zur „Tiragierung der Geschäfte“ von Wacker. Demzufolge könnten unrentable Produktionsprozesse nach und nach abgeschaltet werden, wenn die Energiepreise weiter steigen: „Die Krise verschärft nur das Problem, das wir seit inzwischen 10 Jahren haben!“, so der Verkaufsleiter des Standortes in Burghausen.

Privatkunden werden 2023 Krise spüren

Alfred Lehmann (Stadtwerke Mühldorf)

Geschäftsführer Alfred Lehmann von den Stadtwerken Mühldorf wies darauf hin, dass man im Großkundengeschäft schon jetzt „Aufschläge von 300 bis 500 Prozent weiterreichen“ müsse. Das große Erwachen werde es nach seiner Ansicht aber erst Anfang 2023 geben, wenn man die Preissteigerungen dann auch an Privatkunden weitergeben müsse, da dann langjährige Zulieferverträge enden und man auch keine großen Spielräume bei der Marge habe.

FDP-Wahlkreisabgeordnete bringt Atomkraft ins Spiel

FDP-Wahlkreisabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht nahm – unter krankheitsbedingter Abwesenheit ihres Bundestagskollegen Stephan Mayer (CSU) – aus der Diskussion mit, dass es keine Denkverbote beispielsweise bei der Atomkraft geben dürfe. Eine Rationierungspolitik hält sie nicht für sinnvoll.

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