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ENERGIEWENDE NIMMT FAHRT AUF

In Rattenkirchen kommen gut 100 Hektar als Fotovoltaik-Freiflächen in Frage

Ob und welche Fotovoltaik-Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet Rattenkirchen entwickelt werden sollen, ist noch nicht heraus. Die Gemeinde bereitet sich darauf vor, Bürgermeister Greilmeier hat eine sogenannte Gebietskulisse erarbeitet, welche Bereiche für eine derartige Nutzung in Frage kommen.
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Ob und welche Fotovoltaik-Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet Rattenkirchen entwickelt werden sollen, ist noch nicht heraus. Die Gemeinde bereitet sich darauf vor, Bürgermeister Greilmeier hat eine sogenannte Gebietskulisse erarbeitet, welche Bereiche für eine derartige Nutzung in Frage kommen.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Die Energiewende in Rattenkirchen scheint Fahrt aufzunehmen. Bürgermeister Greilmeier hat jetzt aufgezeigt, dass gut 100 Hektar des Gemeindegebiets als Fotovoltaik-Freiflächen in Frage kommen. Die Frage ist, unter welchen Auflagen Solarparks entstehen sollen.

Rattenkirchen – Die Energiewende in Rattenkirchen scheint Fahrt aufzunehmen. In den vergangenen Monaten wurden bei der Verwaltung immer wieder Anfragen zur Errichtung von Fotovoltaik-Freiflächenanlagen gestellt. Eine Frage, die für die Gemeinde eine wichtige Rolle spielt: Sollen sich Rattenkirchner Bürger an Anlagen beteiligen können?

Der Gemeinderat befasste sich zuletzt in seiner Oktobersitzung mit dem „Solarpark Klebing“, der südlich und nördlich der A94 entstehen soll. Damals wurde das Verfahren zurückgestellt, um zunächst generell Klarheit zu schaffen, wo im Gemeindegebiet solche Anlagen möglich sind.

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Wo PV-Anlagen möglich sind

Bürgermeister Rainer Greilmeier stellte nun im Gemeinderat eine sogenannte Gebietskulisse vor, also diejenigen Gebiete, die aus seiner Sicht für Fotovoltaik-Anlagen genutzt werden könnten. Grundsätzlich kommen dafür hauptsächlich Flächen in Frage, die an der Bahnstrecke oder an der Autobahn liegen.

Im neuen und erst seit Januar 2021 geltenden Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde der nutzbare Korridor an diesen Verkehrsadern von 110 Metern auf 200 Meter erweitert. „Man sieht, der Staat will solche Anlagen fördern!“, so Greilmeier. Zusätzlich gibt es im Gemeindegebiet zwei Erdauffüllungen in Waldsberg und Eitzing, die zu den möglichen Flächen gezählt werden.

Einschränkungen durch Wohnhäuser FFH-Gebiete

In der Gebietskulisse wurden großzügige Schutzräume für Wohnhäuser eingeplant. Mindestens 100 Meter Abstand sollen hier eingehalten werden, außer wenn der Eigentümer des Wohnhauses gleichzeitig Betreiber der Anlage ist. Außerdem wurden besonders schützenswerte Gebiete wie FFH (Flora-Fauna-Habitat) oder landschaftsprägende Flächen ausgenommen. Solche liegen zum Beispiel nördlich der Isentaler-Straße. Damit wolle die Gemeinde „das Isental in seiner Schönheit bewahren“, so der Bürgermeister.

Rattenkirchen hat großes Potenzial

Weitere Einschränkungen gibt es durch Gewässer, an denen 50 Meter freigehalten werden sollen, und durch einen 15 Meter-Korridor, der an der Autobahn für Wildtiere reserviert ist.

Die Gemeinde Rattenkirchen hat durch insgesamt gut 100 Hektar in Frage kommender Flächen also ein großes Potenzial zur umwelt- und klimafreundlichen Energieerzeugung vor Ort. Um auch die Bevölkerung daran teilhaben zu lassen, stellte Bürgermeister Greilmeier in den Raum, dass die Gemeinde den Betreibern verschiedene Auflagen machen könnte.

Bürgermeister Greilmeier zeigte auf, wo PV-Flächen möglich sind.

Bürgerbeteiligung als Kriterium?

Er hält es zum Beispiel für denkbar, dass eine Genehmigung nur dann erteilt wird, wenn für einen bestimmten Prozentsatz der möglichen Anlagengröße eine Genossenschaft gegründet wird, an der sich die Bürger dann beteiligen könnten. Heiko Bernhardt von der Verwaltung ergänzte, dass man auch fordern könnte, dass Ausgleichsflächen im Gemeindegebiet bereitgestellt werden müssen: „Hier können wir für die Bürger etwas herausholen.“

Mehrere Gemeinderäte können sich die vorgeschlagene Gebietskulisse gut vorstellen, andere jedoch halten es generell für „zu viel“. Dem wurde wiederum entgegnet, dass die Gebietskulisse ja nicht bedeute, dass jede der potenziellen Flächen auch bebaut werde. Dazu müssten unter anderem viele verschiedene Eigentümer jeweils den gleichen Entschluss fassen. Auch Bürgermeister Greilmeier möchte „nicht jetzt schon Flächen ausschließen“. Das könne man dann eher bei einem konkret vorliegenden Fall zum Beispiel durch Abstände zur nächsten Anlage festlegen.

Gemeinderat braucht noch Bedenkzeit

Die Beschlussfassung wurde letzten Endes vertagt, damit die Gemeinderäte sich durch eine gemeinsame Ortsbesichtigung ein besseres Bild der Flächen machen können und mehr Bedenkzeit erhalten.

Und was sagen die Landwirte?

Kritisch wird der Ausbau der Fotovoltaik-Freiflächenanlagen in der Landwirtschaft gesehen. Es gibt Einwände, weil landwirtschaftlicher Nutzgrund verloren geht und in der Folge Pachten steigen. Diesen Gesichtspunkt nennt auch Herbert Deißenböck. „Man sollte nicht mit Gewalt PV-Freiflächen ausweisen“, warnt der Ortsobmann des Bauernverbands, der selbst im Gemeinderat sitzt. Allerdings weiß auch er: Irgendwo muss die Energie herkommen. Rattenkirchen ist insofern in einer günstigen Situation, dass es eine Reihe von aufgefüllten Flächen entlang der Autobahn im Gemeindegebiet liegen. „Auf Flächen, wo eh nix wachst, hat keiner ein Problem.“

Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann des Bauernverbands, steht den PV-Freiflächenanlagen grundsätzlich positiv gegenüber. Er hatte sich zuletzt für die Solarparks im Kraiburger Ortsteil Ensdorf stark gemacht. Ihm ist eine Bauern- und Bürgerbeteiligung, wie sie genossenschaftlichen Strukturen bieten, wichtig.

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