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Mit kirchlichem Segen

Alte Tradition wiederbelebt: In der Brauerei Stierberg wird wieder geschnapselt

Die Bräufamilie am Tag der Einweihung der neuen Brennblase: Martin Hartinger junior, Annemarie Kammhuber-Hartinger und Martin Hartinger (von links).
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Die Bräufamilie am Tag der Einweihung der neuen Brennblase: Martin Hartinger junior, Annemarie Kammhuber-Hartinger und Martin Hartinger (von links).
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Bisher ist Stierberg in erster Linie für die Brauerei Stierberg und das dazugehörige Gasthaus bekannt. Doch jetzt wird dort auch geschnapselt und damit praktisch zu den Wurzeln zurückgekehrt. Und Pfarrer Seisenberger gab den kirchlichen Segen dazu.

Obertaufkirchen – Vor der Gründung der Brauerei im Jahre 1908 gab es dort bereits ein Wirtshaus, bei dem allerdings nur der Ausschank von Spirituosen, nicht aber von Bier gestattet war. Doch eine Gesetzeslücke gab es bereits damals. Die hieß, dass selbst hergestellte Produkte stets vertrieben werden dürfen. Der damalige Wirt, Michael Kammhuber, machte sich diese Regelung zunutze und braute kurzerhand sein eigenes Bier.

Dies war die Geburtsstunde der Brauerei Stierberg, erzählt die heutige Bräuin Annemarie Kammhuber- Hartinger die Geschichte ihres Urgroßvaters.

Die ursprüngliche Spirituosentradition mit Brennrecht trat über die Jahrzehnte immer mehr in den Hintergrund, war aber zu jeder Zeit verbrieftes Recht der Brauerei Stierberg. Ihr Sohn Martin Hartinger, hatte in der Familiengeschichte geforscht und war dabei auf die Geschichte des Brot- und Branntweinrechts gestoßen.

Martin Hartinger junior experimentiert mit dem Brennen

Da dieses Recht vor einigen Jahren erloschen ist, machte sich Hartinger junior, der Lebensmitteltechnologie studiert hat, zum einen daran, das Brennrecht wieder zu bekommen, und zum anderen probierte er sich im Schnapsbrennen aus. So hat er bereits einen Bierbrand hergestellt, dessen Basis das Stierberger Bier ist. Dabei soll es auch bleiben, auch wenn „mir schon einige Gäste Äpfel und Zwetschgen angeboten haben“, schmunzelt Annemarie Kammhuber-Hartinger.

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Für das Brennrecht ist das Hauptollamt zuständig. Dort wurde dann festgelegt, dass jedes Mal, wenn in der Brauerei Stierberg Schnaps gebrannt werden soll, muss das zwischen 10 und 14 Uhr passieren.

Neue Brennblase wurde angeschafft

Allerdings musste auch eine geeignete Brennblase angeschafft werden. Sie wurde neben der Sudpfanne aufgestellt, weil – laut einer alten Vorschrift – keine Verbindung zum Wohnhaus bestehen darf.

Kürzlich erhielt die neue Brennerei den kirchlichen Segen. Begleitet von einer Vielzahl von Gästen und der musikalischen Untermalung der Schwindegger Musikkapelle segnete Pfarrer Franz Seisenberger die neue Brennblase. Bürgermeister Franz Ehgartner ließ es sich nicht nehmen, sein Grußwort mit hochprozentigen Zitaten zu untermalen.

Zurück zu den Wurzeln

Zuvor gab Martin Hartinger junior einen Einblick in die Stierberger Brauereigeschichte. Mit der neuen Brennblase soll die alte Tradition des Schnapsbrennens wieder aufleben. Der erste, speziell für die Einweihung gebrannte Stierberger Bierbrand, wurde im Anschluss an den feierlichen Festakt von den Gästen verkostet und erhielt viel Lob.

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