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Wenn das Geld nicht reicht

Immer mehr Menschen im Landkreis Mühldorf sind auf die Hilfe der Tafel angewiesen

217 Pakete mit Lebensmitteln wurden von den Helfern (von links) Udo Skara, Gerline Nentwig, Barbara Ossowicki und Monika Wasner für die Kunden der Tafel gepackt.
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217 Pakete mit Lebensmitteln wurden von den Helfern (von links) Udo Skara, Gerline Nentwig, Barbara Ossowicki und Monika Wasner für die Kunden der Tafel gepackt.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Jeden Donnerstag ab 8.30 Uhr treffen sich rund 40 Frauen und Männer in der Mühlenstraße 22, um Pakete mit Lebensmitteln zusammenzustellen, die am Nachmittag von Bedürftigen abgeholt werden. „Auf 160 Berechtigte ist die Zahl gestiegen. Vor Corona waren es 120“, erklärt Detlef Künzel, Leiter der Mühldorfer Tafel.

Mühldorf – Berechtigt ist, wer gewisse finanzielle Rahmenbedingungen erfüllt. Dazu zählt, wer Unterstützung aus öffentlichen Mitteln erhält oder eine geringe Rente bezieht. Menschen aus dem gesamten Landkreis Mühldorf werden von hier aus kostenlos mit Lebensmitteln versorgt.

„Die Tafel ist keine Almoseneinrichtung, sondern die organisierte, kostenlose Abgabe von Lebensmitteln und Produkten der Lebensmittelindustrie, die durch unsere moderne Logistik sonst ungenutzt blieben. Viele Menschen, vor allem alte und alleinstehende, sind berechtigt, verweigern aber aus Scham oder Unwissenheit diese Chance auf Hilfeleistung“, sagt Künzel.

Weit über 1000 Lebensmittelpakete im Jahr

Im Jahr 2020 seien, zum Teil Corona-bedingt, weit über 1000 Lebensmittel-Pakete ausgefahren worden. „Zusätzlich zu unseren bereits seit längerem belieferten ,Stammklienten‘ wurden zu Corona-Zeiten allen über 60 Jahre alten Berechtigten die Lebensmittel ins Haus gebracht“, sagt Künzel. „Hier leisten wir organisatorische Unterstützung zur versicherungstechnischen Absicherung der Ehrenamtlichen in Kooperation mit dem BRK.“

Lesen Sie auch: Wille zum Engagement ungebrochen: Neue Aufgaben für Mühldorfer Ehrenamtliche in Corona-Zeiten (Plus-Artikel OVB-Online)

Er danke der Geschäftsführung und der Ehrenamtskoordination des BRK ausdrücklich für die schnelle und unbürokratische Hilfe in dieser wichtigen Frage. Auch die Freiwilligenagentur des Landkreises habe in diesem Punkt sehr geholfen.

Eine Woche Nahrungsmittel gesichert

Pünktlich um 14 Uhr treffen die ersten Kunden ein, um ihre Lebensmittelpakte abzuholen. Für alle, die an diesem Nachmittag kommen, ist damit wieder eine Woche mit Essen gesichert. Maria S. (75, Name vor der Redaktion geändert) betont, dass sie sehr froh über die Mühldorfer Tafel ist. „Ich habe nur eine ganz kleine Rente, ich hab mich um meine Familie und die Erziehung der Kinder gekümmert. Es kostet mich schon Überwindung, hierher zu kommen. Aber die Lebensmittel brauche ich.“

Neue Freiwillige haben sich gemeldet

Corona hat auch bei der Mühldorfer Tafel zu organisatorischen und personellen Änderungen geführt. Die Tafel musste eine Reihe von Mitarbeitern kurzfristig ersetzen, da diese definitionsgemäß einer Corona-Risikogruppe zuzuordnen waren. „Hier konnten wir auf neu gewonnene freiwillige Mitbürger zurückgreifen, die sich in unserer und der Freiwilligenagentur Corona-Hilfe-Datenbank spontan als Helfer registriert hatten“, bilanziert Alfons Wastlhuber, Geschäftsführer der Freiwilligenagentur „Ehrensache“.

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Mit vielen zusätzlichen Helfern den Lieferdienst erweitert

Die Tafel hat – um die Wartezeiten bei der Abholung zu reduzieren und die notwendigen Hygieneauflagen zu erfüllen – mit vielen zusätzlichen ehrenamtlichen Helfern den bestehenden Lieferdienst sogar ausgeweitet und die Abholung entzerrt. Detlef Künzel ist mehr als froh, dass sich die Tafel auf ihre Lieferanten und Spender verlassen kann: „Wir haben sehr viele Sponsoren, die unsere Arbeit auch während der Corona-Pandemie weiter unterstützt haben. Wir können damit auch die gestiegene Zahl von Abholern mit Essen versorgen“, erklärt er.

Doch sein Dank gilt nicht nur den Sponsoren, sondern auch den ehrenamtlichen Helfern, die in der Corona-Pandemie „Außergewöhnliches geleistet und uneigennützig gesellschaftliche Verantwortung übernommen haben“.

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