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Behindertensportverein findet keine neue Vorstandschaft

Im Jubiläumsjahr droht Behinderten- und Reha-Sportverein Mühldorf-Altötting das Aus

Für langjährige Mitgliedschaft im BSV richtete Vorsitzender Erich Brunnhuber seine Glückwünsche an (von links) Sofie Kobler (25 Jahre) sowie Erna Grätz und Annemarie Gradl (je 50 Jahre).
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Für langjährige Mitgliedschaft im BSV richtete Vorsitzender Erich Brunnhuber seine Glückwünsche an (von links) Sofie Kobler (25 Jahre) sowie Erna Grätz und Annemarie Gradl (je 50 Jahre).

Sein 50-jähriges Bestehen hätte der Behinderten- und Reha-Sportverein Mühldorf-Altötting (BSV) eigentlich heuer im Juli feiern wollen, stattdessen steht nun vermutlich das Ende des Vereins bevor: In der Jahreshauptversammlung im Ehringer Hof in Mühldorf fand sich niemand für die Nachfolge von Vorsitzendem Erich Brunnhuber, der sein Amt nach 40 Jahren niederlegen wollte.

Mühldorf/Altötting - Dennoch dürften die Mitglieder auch in Zukunft nicht auf ihre Sportangebote verzichten müssen: Eine Eingliederung des Vereins in den TSV 1860 Mühldorf, der ebenfalls eine Sparte für Rehabilitationssport hat, zeichnet sich ab.

Die Finanzen sind in Ordnung

Mühldorfs BLSV-Kreisvorsitzender Erwin Zeug versuchte bei der Neuwahl, die 56 Anwesenden zur Amtsübernahme zu animieren. Gesucht wurden Erster und Zweiter Vorsitzender sowie der Schatzmeister, da alle bisherigen Amtsinhaber aus Alters- beziehungsweise Gesundheitsgründen nicht mehr antraten. „Der Verein steht eigentlich perfekt da, es gibt keine finanziellen Probleme. Es ist alles in bester Ordnung“, sagte Zeug.

Nachdem sich niemand zur Wahl stellen wollte, erläuterte der Kreisvorsitzende das weitere Vorgehen. Demnach wird in etwa sechs Wochen eine erneute Versammlung einberufen. Werde dann erneut keine Vorstandschaft gefunden, müsse der Verein zum Jahresende aufgelöst werden.

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Aus der Versammlung kam der Vorschlag einer Kooperation mit dem Reha-Sportverein Waldkraiburg. Das wäre eine Option, gestand Zeug zu. In der Diskussion kristallisierte sich jedoch als wahrscheinlichere Möglichkeit die Eingliederung des BSV in den TSV Mühldorf heraus, wofür auch schon Vorgespräche mit dessen Vorsitzendem Stefan Schörghuber stattgefunden hätten, so Brunnhuber. Ausstattung und Vermögen des BSV würden dann dem TSV übertragen, wobei Brunnhuber sich dafür einsetzen möchte, dass der Übergang der BSV-Mitglieder in den neuen Verein für diese beitragsneutral erfolgt – zumindest einmal für die nächsten zwei Jahre. Die BSVler könnten sich dann ab 1. Januar beim TSV als Mitglieder anmelden. Bis dahin müsse die jetzige BSV-Vorstandschaft kommissarisch weiterarbeiten, so Brunnhuber. Auch der Sportbetrieb laufe bis Jahresende weiter.

„Wir stehen sehr gerne zur Verfügung“, sagt TSV-Vorsitzender Stefan Schörghuber zu den aktuellen Überlegungen. Der TSV würde gerne die Mitglieder und Übungsleiter des BSV eingliedern. Mittlerweile sei der TSV auch eingetragenes Mitglied im Behinderten- und Rehabilitationssportverband Bayern. Es sei sehr wichtig, „dass dieses Angebot in Mühldorf nicht wegbricht“, so Schörghuber und weiter: „Das kriegen wir auf jeden Fall hin.“

Erich Brunnhuber hat indes die Hoffnung auf ein Weiterbestehen des BSV noch nicht ganz aufgegeben. Vertreter von VHS oder dem Haus der Begegnung würde er in der Nachfolge der jetzigen Vorstandschaft als Lösungsmöglichkeit sehen, da beide Institutionen auch Veranstaltungen aus dem Bereich des Rehabilitationssports anböten. Sollte sich auch keine Lösung abzeichnen, bliebe nur die Vereinsauflösung.

Aus dem Bericht des Vorsitzenden ging hervor, dass der Verein zum Jahresbeginn 186 Mitglieder hatte – 162 aktive und 24 fördernde. Auch der BSV habe im vergangenen Jahr wegen Corona sein Sportangebot ruhen lassen müssen und müsse dies teilweise jetzt noch. Schatzmeisterin Annemarie Gradl bilanzierte für das vergangene Jahr Einnahmen von 22.981 Euro und Ausgaben von 21.438 Euro. Der Kassenstand betrage aktuell 17.989 Euro. Revisor Wilhelm Schmid bestätigte eine sehr gute und ordentliche Kassenführung,.

Nationalspieler in den Reihen

Die Sportberichte zeigten, dass der Verein im vergangenen Jahr 96 Übungsveranstaltungen mit rund 1030 Teilnehmern gehalten habe. In den Vorjahren seien dies jeweils 400 Veranstaltungen mit etwa 4000 Teilnehmern gewesen, so Brunnhuber. Angeboten werden im BSV Kegeln, Herzsport, Gymnastik und Spiele, Schwimmen, Wirbelsäulengymnastik, eine Sportgruppe Ecksberg und Blindentorball.

In letzterer Sparte habe der BSV mit Hans Demmelhuber einen Nationalspieler in seinen Reihen. Im BSV sind Brunnhuber zufolge sieben ausgebildete Übungsleiter im Einsatz. Bei den Ehrungen wurden die Gründungsmitglieder Annemarie Gradl, Erna Grätz und Johann Liebhart für 50-jährige Mitgliedschaft aufgerufen. Für 25 Jahre galt die Ehrung Sofie Kobler und Karola Rudl.

Außerdem wurden noch zehn Mitglieder für zehnjährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet.

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