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Musiker aus Leidenschaft

Im Haager Land bekannt als „Panzerknacker“: Warum Walter Schäfer der 7 eine CD widmet

Walter Schäfer blickt musikalisch mit der CD „7 Leben“ auf Erfolge und Rückschläge zurück .
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Walter Schäfer blickt musikalisch mit der CD „7 Leben“ auf Erfolge und Rückschläge zurück.

„7 Leben“ heißt die erste CD des Musikers und früheren Lehrers Walter Schäfer aus Hörgersdorf in der Gemeinde Taufkirchen. Die Zahl spielt in seinem Leben eine magische Rolle.

Hörgersdorf/Taufkirchen – Die Zahl Sieben stehe für die sieben Leben einer Katze, aber auch für seine Lebenserfahrung mit Erfolgen und Rückschlägen aus sieben Jahrzehnten, erklärt Schäfer. Bekannt ist er im Altlandkreis Wasserburg vor allem durch die Band Panzerknacker, die hier seit den 80ern Hallen füllt. Derzeit ruht deren Engagement aufgrund der Corona-Maßnahmen.

Musik ohne Druck in der Schule

Walter Schäfer ist in einer musikalischen Familie in München aufgewachsen, mit fünf Jahren kam er zu den Großeltern nach Isen. Nach dem Abitur folgte ein Lehramt für Volksschulen, die erste Anstellung in Lengdorf, danach bis zur Pensionierung im Jahr 2014 in Isen. Musik findet er, sei heute in der Schule unterbewertet. Kinder bewegen sich dabei spielend ohne Druck. Doch kaum ein Lehrer spiele heute noch ein Instrument.

Volksmusik kritisiert Schäfer

Schäfer mochte seinen Unterricht lieber spannend und aktuell halten, seine Schüler gewannen auch schon mal Preise bei Musikwettbewerben, doch Volksmusik im kommerziellen Sinn stand er kritisch gegenüber. Seinen Schülern erbrachte er den Beweis, „so einen Liedtext schreib‘ ich in einer viertel Stunde“.

Das gelang, der Inhalt zur Heimat und der Isen triefte vor Sarkasmus: „frisch durch grüne Täler und zwischen waldigen Höhen“, das sollte für eine Platzierung in einer Hitparade genügen. Zu seiner Überraschung gefiel diese Parodie vielen, zuerst den Kindern und später sogar der Schule und der Gemeinde auf ihrer 900-Jahr-Feier. Dabei war das doch ganz anders gemeint, denkt Schäfer heute schmunzelnd zurück.

Große Erfolge mit eigener Coverband

Sein eigener Musikgeschmack orientierte sich in der Jugend eher an lauteren und heftigeren Klängen, etwa denen von Deep Purple, den Rolling Stones, den Beatles oder Steely Dan. Zu der Zeit galt die Lebensphilosophie „frei und faul zu sein“. Das gelang nicht ganz, aber Musik in Bands spielen, das schon, und zwar in Sälen von Erding bis Emmering im Landkreis Ebersberg und darüber hinaus. Großen Erfolg hatte er mit seinen Musikern beim „covern“, dem Nachspielen bekannter Lieder, und zwar so gut, dass es die Leute mitriss.

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Das bedeutete in der Hochzeit Auftritte an jedem Wochenende. Zuerst hieß die Band Separation und ziemlich professionell wurde es mit Zauberberg und Touren in ganz Deutschland. Die Panzerknacker erklangen erstmals 1981. Mit 40 Jahren wurde das Musikerleben ruhiger für Walter Schäfer, denn eine Familie mit zwei Kindern war auch noch da.

Ehefrau schenkte Studio-Session

Heute fehlen ihm die Auftritte und überhaupt das Musizieren. Ein Geschenk seiner viel zu früh verstorbenen Frau war ein Gutschein für eine Studio-Session. Was lag da näher, als dafür in der ruhigeren Corona-Zeit eine CD aufzunehmen? Darauf finden sich unter der aufnahmetechnischen Leitung von Bonifaz Prexl zehn Lieder, weniger Tanzmusik, sondern teilweise witzige und hintersinnige Texte mit Gefühl von der Liebe, der Vergangenheit auch leicht melancholisch in Richtung Jazz und Blues mit Mundharmonika; Klavier und Saxophon und Gitarre, wenn es um die ferne Jugend geht:

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„Noch einmal lieben“

„Noch einmal lieben“, etwas zum Träumen in „Vögel fliegen“ oder den Spätsommer in „Da Himme brennt“. „Trost“ beschäftigt sich souverän mit dem Tod „mir gehts gut in meinem Grab, ich hab mit euch mein Glück gefunden“. Drastisch zeigt „Plag“ die Tiertransporte: „Neben mir der ist tot, der hat’s gut“. Ein Kontrast dazu ist die „Katze kotzt“, die ihren Besitzer erzieht.

In „Saidnbacha“ klingt die Gitarre schon härter, wenn Schäfer angesichts dieses schwäbischen „Sprachdefekts“ bekennt: „Es verkrampft sich alles in mir“. Lustig ist die unbekümmerte Art einzukaufen des „Plastik-Hiasl“, der erst vor einem Plastik-Busen stoppt, und erlösend die ausgemalte Freiheit vom Handy. Dabei mag Schäfer als Liedermacher die Zwischentöne des Jazz und Blues, weniger die gängigen Rhythmen.

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Hier gibt es die CD

Diese CD kann in Isen bei der Gärtnerei Brechter, der Bäckerei Sattler und dem Marktcafé; in Lengdorf in der Metzgerei Menzinger; in Dorfen im Buchladen und in der Metzgerei Widl; in Haag im Unertl-Bräustüberl, in den Modehäusern Eberl, in der Bäckerei Daumoser und in St. Wolfgang bei der Agip-Tankstelle erworben werden. Außerdem kann man direkt per E-Mail an Walter.schaefer@iivs.de, bei Apple Music und bei Amazon bestellen.

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