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Post in Familienhand

„Ich würde es sofort wieder machen“: Christine Huber stellt seit 40 Jahren die Post zu

Christine Huber, 56, verheiratet, eine Tochter und begeisterte Oma begann 1981 ihre Laufbahn bei der Deutschen Post. Sie feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Dienstjubiläum und ist als beliebte Zustellerin im Gemeindegebiet Erharting und Pleiskirchen unterwegs.
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Christine Huber, 56, verheiratet, eine Tochter und begeisterte Oma begann 1981 ihre Laufbahn bei der Deutschen Post. Sie feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Dienstjubiläum und ist als beliebte Zustellerin im Gemeindegebiet Erharting und Pleiskirchen unterwegs.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Sie ist schnell und zuverlässig: Christine Huber, die freundliche Postlerin, die sich in Erharting und Pleiskirchen darum kümmert, dass Briefe und Pakete rechtzeitig zugestellt werden. 40 Jahre ist sie ihrem Arbeitgeber treu.

Erharting – Die 56-Jährige (verheiratet, eine Tochter und begeisterte Oma) begann 1981 ihre Laufbahn bei der Deutschen Post und feiert in diesem Jahr ihr Dienstjubiläum.

Frau Huber, Sie sind seit 40 Jahren bei der Post. Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Christine Huber: Bei mir war schon die ganze Familie bei der Post. Mein Großvater, mein Vater und auch mein Bruder waren begeisterte Postler. Schon als kleines Mädchen durfte ich mit meinem Vater in der damaligen Posthalterei in Erharting Briefmarken abstempeln. Manchmal bin ich auch mit meinem Fahrrad mit ihm gefahren, wenn er seinen Zustellbezirk mit dem Fahrrad bediente. In unserer Familie fließt sozusagen gelbes Blut in den Adern. So war es für mich gar keine Frage, dass ich mich bei der Post beworben habe.

Was hat sich im Laufe der Jahre verändert, wie wirkt sich der technische Fortschritt aus?

Huber: Viele Zusteller fahren heute Elektroautos, früher waren wir mit dem Fahrrad oder mit herkömmlichen Autos unterwegs. Damals hatten wir viele Briefe und nur wenige Pakete. Der zunehmende Onlinehandel und aktuell die Corona-Krise bescheren uns inzwischen sehr viele Pakete. Dagegen nimmt die Briefmenge eher ab. Die Briefe, die ich zur Zustellung bekomme, werden seit einigen Jahren von einer Maschine in die richtige Reihenfolge für meinen Bezirk gebracht. Die Post hat sich von einer Behörde zu einem Wirtschaftsunternehmen gewandelt.

Können Sie das etwas näher erläutern?

Huber: Ich selbst habe lange Zeit als stellvertretende Teamleiterin eine Gruppe Zusteller geführt. So etwas wäre in den alten Behördenstrukturen undenkbar gewesen. Denn früher gab es verschiedene Laufbahngruppen für Beamte. Diese waren nicht sehr durchlässig, die Möglichkeit zum beruflichen Aufstieg war sehr reglementiert. Und nun beobachte ich, wie junge Leute – auch Quereinsteiger – bei uns Karriere machen.

Wie läuft ein Arbeitstag als Zustellerin ab?

Huber: Morgens, wenn wir zur Arbeit kommen, verteilen meine Kollegen und ich Pakete auf die verschieden Zustellbezirke in unserer Gruppe. Auf meinen Bezirk entfallen im Durchschnitt über 100 Pakete am Tag, es können aber auch schon mal 150 Pakete sein. Die meisten Briefe werden, wie gesagt, schon von Maschinen auf die Bezirke verteilt. Oft gibt es im Anschluss eine kurze Besprechung mit dem Standortleiter. Dann belade ich mein Auto. Mein Bezirk umfasst die Ortschaften Erharting und Pleiskirchen sowie die Umgebung, insgesamt fast 500 Haushalte. In der Zustellung bin ich meine eigene Herrin. Das gefällt mir, weil ich mir das Arbeitstempo und meine Pausen selbst einteilen kann. Wenn ich am Nachmittag die Zustellung beendet habe, fahre ich an den Stützpunkt zurück, mache meine Abrechnung und bearbeite die von den Kunden mitgegebene Post. Dann ist Feierabend.

Was machen Sie zum Ausgleich für Ihre Arbeit in der Freizeit?

Huber: Abends bin ich schon müde von der Arbeit. Ich steige täglich bis zu 250 mal aus dem Auto aus und wieder ein. Die Pakete wiegen teilweise über 30 Kilogramm. Das ist körperlich anstrengend. Dafür härtet es ab. Ich war in den 40 Jahren nicht oft krank.

Der Abend gehört meiner Familie. Aber wenn es zeitlich passt, fahre ich in meiner Freizeit gerne Fahrrad und mache Nordic-Walking.

Was gefällt ihnen an Ihrem Beruf besonders?

Huber: Mir machen die Abwechslung und der Kontakt mit den Kunden Spaß. Die meisten Kunden schätzen und respektieren unsere Arbeit. Ich bin schon lange Jahre in meinem Bezirk tätig und kenne viele Menschen. Die allermeisten Kunden sind freundlich und hilfsbereit. Im letzten Winter hatte ich mich festgefahren. Es war selbstverständlich, dass mir sofort ein Landwirt geholfen hat. Besonders schön war die Harry Potter Zustellung, als wir nachts unterwegs waren, um den neu erschienen Harry Potter Band ab Mitternacht auszuliefern. So viele kleine Hexen und Zauberer werden mir den Rest meines Lebens nicht mehr begegnen.

Haben Sie es je bereut Zustellerin zu werden?

Huber: Nein. Ich würde sofort wieder Zustellerin werden, wenn ich nochmals vor der Wahl stehen würde.

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