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Es ließ sich nicht fangen

Dem Mühldorfer Wertstoffhof ist ein Huhn zugelaufen - zutraulich wurde es dank Leberkäs

Endlich gefangen: Michael Müller und Janina Haringer mit dem Wertstoffhuhn Doolittle.
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Endlich gefangen: Michael Müller und Janina Haringer mit dem Wertstoffhuhn Doolittle.
  • Kirsten Meier
    vonKirsten Meier
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Blech, Holz, jede Menge Grasabfall, Plastik, Batterien, Elektroschrott. All das, darf man getrost auf einem Wertstoffhof vermuten. Ein fleißig Eier legendes Huhn, wie in Mühldorf, dagegen eher nicht.

Mühldorf – Es brauchte offensichtlich erst eine Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen, bevor sich Doolittle einfangen ließ. In den Wochen davor widersetzte sich die kleinste Mitarbeiterin des Wertstoffhofs in Mühldorf Nord allen Festnahmeversuchen und ging geflissentlich ihrem Job nach: der Lieferung grüner, schmackhafter Eier.

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Jetzt gackert es auf dem Wertstoffhof nicht mehr. Mehrere Wochen lang lebte dort das Huhn, von Janina Haringer (30), Doolittle getauft. Auch Chef Michael Müller (40) vermisst seine fleißige Mitarbeiterin tierisch, denn sie war bei allen sehr beliebt, auch bei den Kunden.

Ein Platz im Grünen: Das Huhn lebte über Wochen im Grüngut.

Eine produktive Mitarbeiterin

„Letztes Jahr im September lief auf einmal ein Huhn bei uns auf dem Gelände herum“, erinnert sich Janina an ihre erste Begegnung mit dem waschechten Königsberger Huhn. „Woher sie kam, weiß niemand. Sie hat keinen Ring am Bein.“ Doolittle machte es sich im Grüngut gemütlich, das zu jeder Zeit reichlich vorhanden ist.

In einem Hohlraum in der Mauer suchte sie Schutz, dort konnte sie in Ruhe ihre Eier legen. „Sie lebte hier als freie Mitarbeiterin“, sagt Betriebsleiter Müller. „Ich hatte sie aber nicht eingestellt. Sie kam einfach und machte ihren Job, wozu auch die Unterhaltung unserer Kunden gehörte.“

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Doolittle wurde zum Wertstoffhof-Maskottchen. Sie zeigte sich gerne den Leuten, nur berühren ließ sie sich nicht, geschweige denn einfangen. „Eines Tages saß ich draußen und aß eine Leberkässemmel. Doolittle kam zu mir. Ich gab ihr ein Stückchen Leberkäs und gewann damit ihr Vertrauen“, erzählt Haringer. Von da an bekam sie täglich ihre Ration.

Natürlich habe es auch Menschen gegeben, die in Sorge um das Huhn waren. Dazu zählten auch Frau und Tochter des Chefs. „Als sie Doolittle sahen, brach es ihnen fast das Herz“, erzählt der Mühldorfer. „Dramen spielten sich ab, denn wir sind eine sehr tierliebe Familie. Meine Frau und meine Tochter meinten, dass ich Verantwortung für alle Mitarbeiter hätte und dazu zähle auch Doolittle.“

Alle Fangversuche aber scheiterten kläglich. Dafür wurde Doolittle täglich gefüttert auch an Sonn- und Feiertagen. Erst als die Heimatzeitung berichten wollte, endete die Zeit des Huhns auf dem Wertstoffhof. Chef Michael Müller und Kollegin Janina Haringer gelang es tatsächlich, Doolittle zu erwischen. „Wir machten uns große Sorgen, denn es war eisig kalt und es lag viel Schnee.

Gar nicht faul: Doolittle legt viele Eier, sehr zur Freude derMItarbeiter auf dem Wertstoffhof.

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Doolittle fand auf Gottbrechts-Gnadenhof in Taufkirchen ein neues zu Hause. Dort verdient sie sich ihre Körnchen in der Eier-Produktion. Das Team vom Wertstoffhof vermisst Doolittle sehr. Obwohl ihre Eier mit der leicht grünen Schale sehr geschätzt worden seien, hat sie auf dem Wertstoffhof vermutlich schlussendlich keine Perspektive gehabt.

Robust aber nicht kältefest

Das sagt Werner Berggold, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins Neumarkt Sankt Veit. Zusammen mit seiner Frau züchtet er seit etwa 30 Jahren Lachshühner und Orpingtone. Berggold erkannte Doolittles Rasse und Qualitäten sofort. Er schätzt sie auf höchstens drei Jahre und bezeichnet sie als ruhig und friedlich. „Königsberger sind robust“, sagt er, „aber trotzdem gehören sie in einen Stall, wenn es kalt ist. Vor allem der Kamm ist sehr empfindlich. Den Winter hätte sie bei diesen eisigen Temperaturen im Freien vermutlich nicht überlebt.“ Diese Sorge ist jetzt vorbei – und auf dem Wertstoffhof gaggert es nicht mehr.

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