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Die Populationsdichte ist niedriger

Holzpreis steigt: Hoffnung auf weniger Borkenkäfer im Landkreis Mühldorf

Die Populationsdichte des Borkenkäfers in den Wäldern des Landkreises Mühldorf ist deutlich niedriger als in den letzten Jahren.
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Die Populationsdichte des Borkenkäfers in den Wäldern des Landkreises Mühldorf ist deutlich niedriger als in den letzten Jahren.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Holz wird immer teurer. Deshalb hoffen das zuständige Amt und die Waldbesitzervereinigung Mühldorf auf einen geringeren Borkenkäferbefall.

Mühldorf – Die Fichtenborkenkäfer haben in Bayern mit den sommerlichen Temperaturen in der Zeit vom 7. bis 9. Mai zu schwärmen begonnen.

Die Aktivität beim ersten Schwärmflug sei so konzentriert wie seit 2015 nicht mehr gewesen. Der Schwärmflug habe somit rund drei Wochen später als im letzten Jahr. begonnen, heißt es vonseiten der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).

Ein Stehendbefall liege demnach vereinzelt vor. Ausfliegende Käfer würden derzeit liegendes, frisches Holz und unaufgearbeitete Windwürfe befallen. Ist das Holz durch anfliegende Käfer besetzt, könne es zu Stehendbefall im näheren Umkreis kommen. Auch in den höheren Lagen über 800 Meter über Normalnull würden die Käfer zu schwärmen beginnen.

Größere Käfermengen werden nicht erwartet

„Das aktuell wechselhafte und relativ kühle Wetter schränkt die Fichtenborkenkäfer bei der Brutanlage nur bedingt ein. Wenn die Käfer ein sonnig-warmes Wetterfenster zum ersten Schwärmflug nutzen konnten und unter der Rinde sitzen, können sie auch bei regnerischen Bedingungen die Brutanlage weiterführen. Dabei fällt viel Bohrmehl an“, stellt der Waldschutzbericht heraus.

„Bei günstiger Witterung im Sommer, etwa Nässe und Kälte, heißt es im Bericht weiter, seien keine großen Käfermengen zu erwarten. Trotzdem sei, wie die Fachleute betonen, stete Kontrolle nötig. Auch im Landkreis Mühldorf ist bereits wieder erster Stehendbefall vorhanden. „Der Käfer ist also auf keinen Fall verschwunden. Allerdings die Populationsdichte deutlich niedriger als in den letzten Jahren. Es besteht also Grund zur Hoffnung“, sagt Michael Erber, Geschäftsführer des Mühldorfer Waldbesitzervereinigung Mühldorf.

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Forstdirektor Dr. Martin Kennel, Leiter des Bereichs Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Töging: „Dennoch war die Anzahl der Borkenkäfer trotz der eher kühlen Temperaturen sehr konzentriert. Wir haben, wie schon im letzten Jahr, nicht mehr diese Mengen an Käfern. Das ist sicherlich auch durch die Witterung so gekommen. Der Käfer ist nicht verschwunden, sondern noch in den heimischen Wäldern am Werk. Die Waldbauern müssen weiter achtsam sein.“

Weniger Käferholz

Für den weiteren Verlauf sei es enorm wichtig, die frisch vom Borkenkäfer befallenen Bäume zeitnah zu finden und waldschutzwirksam aufzuarbeiten. Kennel weiter: „Hoffen wir, dass es heuer zu weniger Käferholz kommt.“ In der Holzindustrie, so die Forstpraxis, sind es vor allem die Verarbeiter von Schnittholzprodukten und Plattenwerkstoffen wie die Möbel- und Packmittelindustrie sowie der Holzbau, die über Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten berichten. Der Möbelindustrie beispielsweise bereite nicht nur der Preisanstieg Sorgen, auch wichtige Vorprodukte (Holzwerkstoffe, Metallkomponenten, Polstermaterialien und Kunststoffteile) sind derzeit schwieriger zu bekommen.

Holz wird immer teurer

Michael Erber: „Eine Trendumkehr ist in der Baubranche nicht zu erkennen. Im Gegenteil: die Hoffnung auf ein Abklingen der Coronapandemie in Verbindung mit üppigen staatlichen Förderprogrammen deuten auf ein starkes weltweites Wachstum im Bausektor hin. Dadurch wird sich die Preisspirale beim Schnittholz weiter nach oben schrauben. Ohne größere Kalamitätsereignisse dürfte sich die Versorgungssituation bei den Sägewerken weiterhin zuspitzen. Somit stehen die Zeichen sehr gut, dass wir im Herbst neue Rekordpreise für Rundholz durchsetzen können. Die Privatwaldbesitzer im Landkreis Mühldorf haben nun sechs schwere und arbeitsreiche Jahre hinter sich. Käfer, Sturm und Trockenheit haben ihnen übel mitgespielt und eine rentable Bewirtschaftung Ihrer Wälder -auch mit viel Eigenleistung- nur schwer möglich gemacht“, stellt Erber heraus.

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Diese sei aber für die Gesellschaft außerordentlich wichtig, da ansonsten Gemeinwohlleistungen wie: Schutz vor Wasser- und Winderosion, Regulierung des Wasserhaushaltes, Reinigung der Luft, Speicherung von CO2 und Erholungsfunktion nicht nachhaltig möglich sind.

Michael Erber: „Somit dürfte die Einschlagssaison 21/22 eine gute Chance für die Waldbesitzer bieten, endlich mit Ihrem Wald wieder Geld zu erwirtschaften. Nicht zuletzt, stellen auskömmliche Rundholzpreise auch eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit von Generationen dar.“

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