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Besser gegen Katastrophen gerüstet sein

Hochwasser nach Starkregen: Diese Konsequenzen zieht die Gemeinde Aschau am Inn daraus

Die Pegelstände der Bäche, wie hier die Howaschen, sind nach dem Starkregen Ende August stark angestiegen und haben teilweise zu Überflutungen geführt. Die Gemeinde Aschau will nun an mehreren Stellen ansetzen, um künftig besser gerüstet zu sein.
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Die Pegelstände der Bäche, wie hier die Howaschen, sind nach dem Starkregen Ende August stark angestiegen und haben teilweise zu Überflutungen geführt. Die Gemeinde Aschau will nun an mehreren Stellen ansetzen, um künftig besser gerüstet zu sein.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Stundenlanger Regen und bereits gesättigte Böden haben Ende August die Pegelstände der Bäche im Aschauer Gemeindegebiet stark ansteigen lassen und vereinzelt zu Überschwemmungen geführt. Um künftig besser gerüstet zu sein, hat der Gemeinderat Aschau in seiner jüngsten Sitzung unterschiedliche Maßnahmen beschlossen.

Aschau am Inn – Erst Mitte August hatte sich der Gemeinderat mit dem Thema beschäftigt. Eine Sturzflutsimulation sollte darstellen, was bei Regenfällen mit Mengen von 100 Litern pro Quadratmeter passiert. Dass es diese Mengen unter besonderen Umständen nicht einmal braucht, damit die Bäche übers Ufer treten, zeigte sich schon wenige Tage später. Zwischen 60 und 80 Liter pro Quadratmeter hatte es in der Nacht auf den 30. August und im Tagesverlauf über Aschau geregnet.

Pegel rapide angestiegen

Bereits am Morgen waren die Bäche angeschwollen, die Pegel aber noch nicht besorgniserregend, erklärte Bürgermeister Christian Weyrich in der jüngsten Sitzung. Doch innerhalb der nächsten zwei Stunden stiegen die Pegel rapide an und die Howaschen trat schließlich in der Siedlung auch über die Ufer aus. Schäden gab es hier zwar keine, aber Felder und Straßen südlich von Haselbach waren überflutet, die MÜ 25 musste gesperrt werden. Vereinzelte Höfe standen ebenfalls unter Wasser.

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Als erste Maßnahmen das Ufer der Howaschen abgegraben und der Zulauf zum Rückhaltebecken Wolfgrub aufgeweitet. Des Weiteren ließen Bauhof und die Feuerwehr einen Sanddamm aufschütten und pumpten in Howaschen die Hofstelle aus. Zusätzlich wurde der Durchfluss am ersten Brückenbauwerk in Howaschen geöffnet, in Absprache mit der Heldensteiner Bürgermeisterin Antonia Hansmeier wurde die Howaschen an der Gemarkungsgrenze geöffnet und die Felder damit geflutet. Damit konnten größere Schäden verhindert werden, sagte Weyrich, der damit auch das unkomplizierte und verständnisvolle Handeln aller Beteiligter hervorhob. Auch Landwirte hätten unaufgefordert Durchflüsse freigeräumt und Bachläufe überprüft.

Pflegemaßnahmen umstellen

Erste Konsequenzen hat die Gemeinde bereits nach der Hochwassersimulation getroffen. Veranlasst wurde, dass die Pflegemaßnahmen entlang der Bachläufe umgestellt werden und Mulchgut abgesaugt werden soll. Die Bachläufe sollen von Bewuchs freigeschnitten werden, bestehende Rückhaltebecken sollen wieder in den Herstellungszustand instandgesetzt werden. Auch eingeriffen wird in die Ablaufquerschnitte der Bachläufe, die wieder ihren Ursprungszustand erhalten sollen. In der gemeindeübergreifenden Gewässerpflege will sich Aschau auch mit Heldenstein besser abstimmen.

Doch dem nicht genug, nach dem Starkregenereignis will man an unterschiedlichen Stellen genauer hinschauen. Dazu gehört die Überprüfung aller Bauwerke und Durchlässe auf Funktionalität und Tauglichkeit. Mit der Unteren Naturschutzbehörde will sich Aschau abstimmen und die Rückhaltefähigkeit des Biotops in Litzlkirchen verbessern. Das schließt auch die dortige Ablaufsituation mit ein.

Langfristige Lösungen finden

Mit Grundstückseigentümern will man langfristige und tragfährige Lösungen finden, um nach extremen Regenfällen der Howaschen eine flächige Ausbreitung zu ermöglichen. Auch Alternativen zur gemeindlichen Einleitung von Regenwasser in Howaschen und Steinbach brauche es. „Wir wollen das Hochwasserschutzkonzept weiter vorantreiben“, sagt Bürgermeister Weyrich.

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Aber ohne die vielen kleinen Maßnahmen der Bürger geht es auch nicht. An die richtete Weyrich einen Appell, Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern zu lassen. Den Überlauf einer Zisterne oder Regenrinnen sollten nicht auf die Straße oder in einen Bach geleitet werden.

Dass die Maßnahmen nötig sind, daran hatte keiner im Gemeinderat einen Zweifel und unterstützten damit die Umsetzung.

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