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Hilfe für Familien im Landkreis Mühldorf

Hilfe für Sarah und Barbara - Familienpatinnen in Mühldorf schaffen Freiraum für bedrängte Eltern

Spielzeit: Zusammen mit Familienpatin Anne Janovsky lassen Sarah und Barbara Schmied Tierstimmen in einem Bilderbuch ertönen. Die eineinhalbjährige Sarah ist mit der Familienpatin sehr vertraut.
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Spielzeit: Zusammen mit Familienpatin Anne Janovsky lassen Sarah und Barbara Schmied Tierstimmen in einem Bilderbuch ertönen. Die eineinhalbjährige Sarah ist mit der Familienpatin sehr vertraut.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Viele Familien stehen unter Druck. Finanziell, seelisch, körperlich. Doch sie müssen damit nicht allein bleiben. Im Landkreis Mühldorf gibt es Hilfe.

Mühldorf – Es kam alles auf einmal: das Kind, der Abschluss der Ausbildung zur Krankenschwester, die Trennung vom Vater der Tochter. In die Freude über die kleine Sarah mischt sich Angst, Sorge, wie sie das als junge Mutter alles schaffen soll. „Man fühlt sich plötzlich so alleine“, sagt Barbara Schmied, deren Namen genauso geändert wurde, wie der ihrer Tochter.

Das ist eineinhalb Jahre her, jetzt sitzen sie zusammen im Wohnzimmer der kleinen Wohnung, Sarah drückt auf die Plüschtiere eines Bilderbuchs, die dabei Töne von sich geben.

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Mit am Tisch: Anne Janovsky, Familienpatin des Kinderschutzbundes. Sie versteht Sarahs Kleinkinderkauderwelsch, kann die Namen der Tiere heraushören.

Bitte kostet Überwindung

In der Zeit nach der Geburt, den Wochen voller Zweifeln, gibt eine Hebamme Barbara Schmied den Tipp, beim Kinderschutzbund um Hilfe zu bitten. Das koste Überwindung, sagt die junge Mutter. Zur Sorge um das Kind komme die Angst vor Kontrolle, Einmischung, Ausgeliefertsein. Auf der anderen Seite steht die Erkenntnis: „Man will das alles schaffen und natürlich besonders gut machen als junge Mutter.

Sich eingestehen, dass man Hilfe braucht

„Aber das muss man nicht alleine.“ Die 23-Jährige hält einen Moment inne. Dann sagt sie: „Aber man muss sich erst eingestehen, dass man Hilfe braucht.“ Schmied hat ihre Mutter in der Nähe, die sie unterstützt und Sarah stundenweise betreut, obwohl sie selbst berufstätig ist. Und dann kam Anne Janovsky, die Familienpatin. „Es ist ein Vorteil für das Kind, wenn Hilfe kommt und ich mir Zeit für mich nehmen kann“, urteilt Schmied heute, ein Jahr später.

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Mit Anne Janovsky hat sie Glück. Denn das erste Zusammentreffen verläuft für beide gut. Die kleine Sarah ist da ein gutes halbes Jahr alt. Heute wirken die Familienpatin und das Mädchen vertraut, wenn sie Bilderbücher anschauen oder miteinander spielen.

Im Ruhestand helfen und weiter arbeiten

Janovsky ist 66 Jahre alt, hat selbst zwei Kinder und einen Enkel. Sie war Krankenschwester und wollte sich ehrenamtlich engagieren, als sie vor zwei Jahren in den Ruhestand ging. Durch den Mühldorfer Anzeiger wurde sie auf die Familienpaten aufmerksam, machte die Ausbildung und hat mit Familie Schmied bereits die zweite Aufgabe übernommen.

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Ein Jahr soll ein Einsatz dauern, nicht länger, sagt Monika Meyer, die beim Familienschutzbund für die Paten zuständig ist. Denn bei den Familienpatenschaften gehe es um eine zeitlich begrenzte Unterstützung in einem vorher festgelegten Bereich. Dazu kann auch Hausaufgabenhilfe gehören oder Unterstützung beim Gang zum Arzt. „Die Hilfe ist nicht in jeder Familie gleich“,sagt sie. „Es ist der Wunsch der Familie, was sie braucht.“ Die Unterstützung ist kostenlos und kann auch schon mal länger dauern.

Ausbildung zum Familienpaten

Wer Familienpate werden will, erhält zuvor eine Ausbildung, die auf die Aufgabe vorbereitet. Wobei der Ausdruck Patin eher angemessen wäre. Denn derzeit nimmt nur ein Mann die Aufgabe war, demgegenüber sind zwölf Frauen im Einsatz.

Kein Zeichen von Versagen

Deren Aufgabe ist in Coronazeiten wichtiger geworden, sagt Meyer und vermutet eine neue Zielgruppe: Menschen, die während der Pandemie in den Landkreis gezogen sind und kaum eine Chance haben, jemanden kennenzulernen, der mal die Kinder nimmt oder etwas einkauft.

Barbara Schmied will nicht nur diese Familien ausdrücklich ermuntern, sich an den Kinderschutzbund zu wenden. „Es ist kein Zeichen von Versagen“, betont sie. „Aber eine gute Hilfe.“

Neue Ausbildung beim Kinderschutzbund

Der Kinderschutzbund bietet zwei Infotermine vor der nächsen Schulung an: Dienstag, 7. September, 19.30 Uhr und Donnerstag, 9. September, 9.30 Uhr.

Kontakt: Kinderschutzbund Mühldorf, Zangberger Straße 2, 84539 Ampfing, Telefon 0 86 36/9 86 75 00. Email an: familienpaten@kinderschutzbund-muehldorf.de. Mehr Informationen finden Sie unter www.kinderschutzbund-muehldorf.de

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