Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Umweltschäden

Zu viel CO2-Ausstoß durch Heizpilze? Mühldorf sieht das so - und erhebt Gebühr

Außer Betrieb: Derzeit nützen Heizstrahler den Gastwirten nichts. Sollten sie wieder öffnen können, sind die Strahler für den Draußen-Betrieb aber wichtig. Wegen ihrer Umweltschädlichkeit wird künftig eine Gebühr fällig.
+
Außer Betrieb: Derzeit nützen Heizstrahler den Gastwirten nichts. Sollten sie wieder öffnen können, sind die Strahler für den Draußen-Betrieb aber wichtig. Wegen ihrer Umweltschädlichkeit wird künftig eine Gebühr fällig.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
    schließen

Die Stadt kassiert künftig eine Art Co2-Steuer für Heizpilze. Ab dem nächsten Jahr müssen Wirte im Jahr 92 Euro für Strahler zahlen.

Mühldorf – Gastwirte in Mühldorf müssen künftig für die Nutzung von Heizpilzen zahlen. Das hat der Mühldorfer Stadtrat jetzt beschlossen. Im Rahmen der Neuregelung der Satzung für die Gastterrassen legte der Stadtrat eine Gebühr von 92 Euro fest, die in der ganzen Stadt gilt.

„Lässt man die derzeitige Corona-Situation einmal außer acht, ist es im Normalbetrieb etwas pervers, Heizpilze zu betreiben“, sagte Bürgermeister Michael Hetzl (UM). Trotzdem will Hetzl den Gebrauch nicht untersagen: „Verbieten ist nicht der richtige Weg“, mit einer Gebühr könne aber einer ständigen Zunahme entgegengegangen werden. Die veranschlagten 92 Euro pro Jahr entsprächen den Kosten für Gegenmaßnahmen.

Stadt will Umweltschädigung ausgleichen

Nach seinen Angaben verbraucht ein Heizpilz 4.000 Kilogramm Co2; ein Mittelklassewagen 2.000 Kilo. Auf Anfrage teilte Stadtsprecherin Monika Pingitzer dazu mit: „Die Einnahmen werden erfasst und für Ausgleichsmaßnahmen verwendet.“ Wofür stehe allerdings noch nicht fest.

92 Euro für alle Heizpilze

Gastwirte reagierten wenig begeistert auf die Neuregelung, von der sie erst durch die Nachfrage der Heimatzeitung erfahren haben. Gesprochen hatte mit ihnen vorher niemand. Alex Pfeiffer vom Geigerhaus, weiß deshalb auch noch nicht, wie seine Heizstrahler bewertet werden. Acht betreibt er, die allerdings zu zwei Vierergruppen zusammen geschlossen sind. „Wir werden das wohl schlucken, weil wir alles akzeptieren“, sagt er. „Die sitzen am längeren Hebel.“ Verzichten will er auf die Strahler aber nicht: „Gerade für ein Kellerlokal wie unseres, ist der Sommerbetrieb draußen überlebenswichtig.“

Lesen Sie auch:

Heiße Luft? Wie es um die Energiebilanz von Heizpilzen steht

Luca Satori vom Venezia bringt es kurz auf den Punkt: „Nix, natürlich“, sagt er auf die Frage, was er von der neuen Gebühr hält. Allerdings hätte es auch schlimmer kommen können, weiß er: „Eine Gebühr ist besser, als Heizpilze gar nicht betreiben zu dürfen.“

Terrassen werden für Betreiber teurer

Die gesamte, überarbeitete Satzung für die Gastterrassen am Stadtplatz regelt was Goa, Cappuccino und Co. tun müssen, wenn sie eine Terrasse betreiben wollen. Neben der Einführung der Co2-Steuer auf die Heizpilze, gibt es weitere neue Regeln, die im Gegensatz zur Heizpilz-Gebühr nur auf dem Stadtplatz gelten. So wird künftig die Größe der einzelnen Terrasse auf 100 Quadratmeter beschränkt, in die Berechnung wird die Fläche unter den Arkaden einbezogen; laut Hetzl sind derzeit alle Terrassen kleiner, nur ein Wirt müsste zurückbauen. Zur Begründung sagte Hetzl sagte, dass durch die Größenbeschränkung Parkplätze gesichert werden sollten.

Gebührenerlass kein Thema im Stadtrat

Verbunden mit der Neuregelung ist eine auch die Erhöhung der Gebühren. Dagegen sprach sich die CSU aus, die zumindest für 2021 einen Verzicht auf die Gebührenerhöhung verlangte, um die Gastronomie nicht zusätzlich zu belassen. UM und SPD schlossen sich dem an. Katrin Enzinger (Grüne) forderte, die Gebühren für 2021 komplett zu erlassen, „um den Gastronomen mehr Schwung zu geben“.

Auch interessant:

Coronavirus lässt Wirte und Sportler in Mühldorf verschärfte Regeln fürchten

Bürgermeister Hetzl berief sich dagegen auf einen Beschluss des Stadtrats im Jahr 2019, der damals eine Gebührenerhöhung vorgesehen hatte. „Unser Zeichen ist es, auf die Erhöhung 2021 zu verzichten“, sagte er. Hetzl wies darauf hin, dass die Stadt den Gastwirten für die erste Zeit der Zwangsschließung im Frühjahr die Gebühren ganz erlassen habe, er sprach von einer Reduzierung um 20 Prozent.

Stefan Lasner (CSU) lehnte mit Hinweis auf andere gebührenpflichtige Einrichtungen der Stadt einen Gebührenverzicht ab. Stefan Schörghuber (CSU) wies auf Gastronomen hin, die nicht am Stadtplatz lägen und keine Unterstützung durch die Stadt erführen.

Gegen eine längere Nutzungsdauer

Er sprach sich für eine längere Nutzungsmöglichkeit aus: „Wenn wir schon Steuern für die Heizpilze erheben, warum stellen wir Gastwirten dann nicht frei, die Terrassen das ganze Jahr zu betreiben.“ Laut Bürgermeister Hetzl gibt es bei den Gastwirten wenig Interesse an einem Betrieb zwischen März und Oktober hinaus.

Nur Claus Debnar (Linke) stimmte gegen die neue Satzung.

Kommentare