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Nachgefragt in Altötting, BGL, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein

Hebammenmangel in der Region: Das tun die Kreiskliniken dagegen

Neues Studium für angehende Hebammen
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Eine Hebamme untersucht im Rahmen der Vorsorge eine Schwangere. (Symbolbild)
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Jüngstes Beispiel für das Problem, angesichts eines anhaltenden Nachwuchsmangels bei Hebammen Angebote der Geburtshilfe an Krankenhäusern aufrecht zu erhalten waren die Debatten um das Aus für die Geburtenstation in Mühldorf. Wir haben uns erkundigt, wie die Lage in der Region insgesamt ist.

Kreise Altötting/Berchtesgadener Land/Mühldorf/Rosenheim/Traunstein - „Einen Baustein zur Eindämmung der Schwierigkeiten bildet das im Jahr 2018 gestartete Förderprogramm Geburtshilfe, in dessen erster Fördersäule Landkreise und kreisfreie Städte bis zu 40 Euro pro neugeborenem Kind erhalten können, um damit Projekte zur Stärkung und Sicherung der Hebammenversorgung in Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung finanzieren zu können“, so eine Sprecherin des Bayerischen Gesundheitsministeriums auf Anfrage unserer Redaktion. „Die Besetzung am Standort Mühldorf wird derzeit ausgebaut, in Altötting ist es bereits gelungen, für eine gute Besetzung zu sorgen“, erläutert wiederum Innklinikum-Pressesprecher Mike Schmitzer.

Ende Januar hatte Tögings Bürgermeister und CSU-Fraktionsvorsitzender im Altöttinger Kreistag, Dr. Tobias Windhorst, der auch Mitglied im Verwaltungsrat des Innklinikum ist, die Geburtshilfe am Klinikstandort in Mühldorf massiv infrage gestellt. Er fordert sogar deren Schließung. Seine Forderung wird von Vertretern der CSU, UWG, SPD und Grüne entschieden abgelehnt. Auch in unserer Leserschaft ist das Meinungsbild klar für den Standorterhalt. Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen erläuterte Windthorst, dass die personellen Probleme der Station in Mühldorf der Hauptgrund dafür seien. Thomas Ewald, Vorstandsvorsitzender des InnKlinikums Altötting und Mühldorf betonte wiederum, es werde bereits alles dafür getan, diese Personalproblem baldmöglichst zu beheben. Am Fusionsvertrag, welcher den Erhalt der Geburtenstation vorsieht, habe sich nichts geändert. Die Kreiskliniken der Region sehen sich bei Angeboten der Geburtshilfe grundsätzlich gut aufgestellt, doch wie sieht es beim Nachwuchsmangel aus?

Hebammenmangel in der Region: Das tun die Kreiskliniken dagegen

„Das Innklinikum bietet umfangreiche Fortbildungen für Hebammen an, die pandemiebedingt online stattfinden müssen. Zur Arbeitsentlastung erhalten die Hebammen am Standort Altötting die Unterstützung einer Medizinischen Fachangestellten. Die Mittel dafür werden aus dem Förderprogramm für die Geburtshilfe von der Staatsregierung zur Verfügung gestellt“, fährt Innklinikum-Pressesprecher Schmitzer fort. „Die Hebammen, die ja selbstständig sind, erhalten vom InnKlinikum einen Zuschuss für die Hebammenversicherung sowie finanzielle Zuschläge für die Wochenend- und Feiertagsdienste. Darüber hinaus stellen wir sowohl in Altötting als auch in Mühldorf Zimmer für Hebammen zur Verfügung, in denen sie übernachten oder ihre Freizeit verbringen können. In unserem Haus in Altötting arbeiten wir zudem daran, Praktikumsplätze für die Hebammenausbildung anzubieten.“

„Seit 2018 beantragen die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land Fördermittel der Bayerischen Geburtshilfeförderung. Zu Beginn wurden hiermit die im Landkreis tätigen Hebammen bezuschusst sowie Boni für Wiedereinsteiger ausbezahlt. Mit dem Ziel, die Vernetzung der Hebammen zu stärken, wohnortnahe Fortbildungsveranstaltungen anzubieten und besonders Hebammen-Nachwuchs für unsere Region zu gewinnen, haben die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein seit 2019 als gemeinsame Maßnahme die Netzwerkstelle Hebammenversorgung ins Leben gerufen“, berichtet Alexandra Rothenbuchner von der Lage bei den Kliniken Südostbayern. „Finanziert wird diese über das Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Die Netzwerkstelle Hebammenversorgung steht in engem Austausch mit den Geschäftsstellen der Gesundheitsregionenplus der beiden Landkreise sowie den Gesundheitsämtern.“

Kreiskliniken betonen umfangreiche Arbeit an besseren Arbeits- und Ausbildungsplätzen für Hebammen

„Bisher konnte ein wohnortnahes Fortbildungsangebot geschaffen werden, das sehr gut von den Hebammen angenommen wird und in diesem Jahr weiter ausgebaut werden soll. Hebammen aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein erhalten dabei einen Zuschuss aus den Fördergeldern für ihre Teilnahmegebühr“, fährt Rothenbuchner fort. „Über die Weihnachtsfeiertage 2019 wurde ein Pilotprojekt zur Einrichtung eines Bereitschaftsdienstes für beide Landkreise erprobt, das nun in Form einer Wochenbettambulanz weiterentwickelt werden soll. Auf der Homepage der Netzwerkstelle unter Netzwerkstelle Hebammenversorgung finden sich Informationen für Familien, Schüler mit Berufswunsch Hebamme und für die Hebammen selbst. Die Hebammen erhalten auf der Homepage über einen Login-Bereich aktuelle berufspolitische Informationen und Fortbildungsangebote. Außerdem findet man auf der Homepage die Listen zu Hebammen, Kinderärzten und Gynäkologen der beiden Landkreise.“

„Selbstverständlich können auch Projekte einen chronischen Hebammenmangel nicht voll ausgleichen. Dennoch wurde in den RoMed Kliniken einiges unternommen, um die Situation zu kompensieren“, berichtet auch RoMed-Sprecherin Claudia Meyer. „In Wasserburg wurde auf dem Klinikgelände ein Hebammenhaus eröffnet und in Rosenheim neue Kursräume eingerichtet. Für Schwangere gibt es an beiden Standorten eine umfangreiche Palette von Spezialangeboten. Ferner haben die Hebammen in Rosenheim und Wasserburg einen extra Bereitschaftsdienst eingeführt, der bei Belastungsspitzen auf Abruf zur Verfügung steht und das Team vor Ort verstärkt.“ Darüber hinaus seien regelmäßige Simulationstrainings und Kurse zur Versorgung beziehungsweise Notfallversorgung Neugeborener etabliert worden. Meyer schließt: „Bisher konnten die RoMed Kliniken den Hebammenmangel gut ausgleichen. Durch die hohe Arbeitszufriedenheit der freiberuflichen Hebammen herrscht wenig Fluktuation und neu zu besetzende Stellen können in der Regel gut gefüllt werden.“

hs

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