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„Handeln“: Ein seltenes Kartenspiel

Die Steeger „Handler“ in Aktion: Sepp Hundmeyer, Gerhard Neudecker, Wolf Thoma, Karl Borromäus Habermeier, Sepp Hargasser (von links). ram

Watten und Schafkopfen kann vielleicht nicht jeder spielen, aber gehört haben es wohl die meisten schon einmal, die in Bayern leben. Aber vom Kartenspiel „Handeln“ haben nur Wenige gehört. Spielen kann es kaum noch jemand. Bei den Steeger Schützen schon.

Steeg/Buchbach – Man hat sich inzwischen eingelebt im neuen Schützenheim in Steeg. Der Schießbetrieb und auch gesellschaftlich läuft es bestens und reibungslos. Vor allem auch die Kartler haben mit dem „Handeln“ wieder ihren Platz gefunden.

Warum „Handeln“ in Steeg beliebt wurde

Seit jeher wird bei den Steeger Schützen das selten gewordene bayerische Kartenspiel „Handeln“ gespielt. Wo bis Mitte der 1970er-Jahre noch vorrangig „Wallach“, Watten oder Schafkopf gespielt wurde, gewann das „Handeln“ immer mehr Platz. Denn: Vor allem dem arbeitenden Schriftführer und den aktiven Schützen bot es ebenfalls die Möglichkeit zum Kartenspiel. Beim Handeln ist es nämlich jederzeit möglich, in das Spiel ein- und auch auszusteigen.

Wurde ursprünglich noch um eine Halbe Bier pro Strich – also: verlorenem Spiel – gespielt, so hatte schließlich Schorsch Hagl die Idee, die Spielgewinne in eine Kasse für einen damals noch nicht absehbaren Schützenheimbau zu geben. Seither haben alle für einen guten Zweck gespielt und konnten inzwischen einen elektronischen Schießstand aus der „Handelkasse“ sponsern.

Der Verlierer zahlt eine Halbe Bier

Das Spiel in dieser Form wird nur in Steeg gespielt, wobei es in abgewandelter Form auch im südöstlichen Münchener Raum zu finden ist. Die Regeln sind relativ einfach: Es werden drei Karten an jeden Mitspieler ausgegeben. Der Geber hat die Wahl mit drei weiteren Karten, wovon er eine Gabe offen auf den Tisch legt. Der Reihe nach kann sich jeder Spieler mit einer Karte seiner Wahl versorgen, um möglichst viele „Augen“ einer Farbe oder eine Zahlengruppe zu sammeln.

Sagt schließlich einer „Schießen“, wird nur noch diese Runde zu Ende gespielt und der mit den niedrigsten Augen (Punkten) erhält vom Schriftführer einen Kreidestrich auf der guten alten Schiefertafel. Wird der „Tisch ganz“ gemacht, oder „Feuer“ gesagt, ist das Spiel sofort beendet, und die Augen jedes einzelnen Spielers gezählt. Der Spieler mit den niedrigsten Augen bekommt wieder einen Kreidestrich. So wird bis auf vier Striche gespielt und anschließend zurück, also insgesamt sieben Spiele, bis dann endgültig der Verlierer feststeht. Der muss dann eine Halbe Bier zahlen oder – wie bei den Steeger Schützen – in die „Handelkasse für das Schützenheim“ einzahlen.

Heute sitzen die Steeger Schützen mit dem bekanntesten „Handler“ der Gegend, dem über 80-jährigen Karl Borromäus Habermeier, bis hin zu den Jungen zusammen, um miteinander zu spielen. Oftmals sind es bis zu neun Spieler an einem Tisch, die mit Sprüchen wie „Tisch ganz“ und dergleichen fallen lassen. Das Gesellschaftsleben im Verein, vor allem aber auch die Tradition des bayerischen Kartenspiels, wird dabei besonders gefördert und am Leben erhalten.

Natürlich finden sich auch Partien zum Watten oder Schafkopf im Steeger Schützenheim. Wer sich dafür, vor allem aber für das „Handeln“ interessiert, kann jederzeit zu den Schießabenden oder dem Schützenstammtisch kommen. Weitere Informationen gibt es beim Steeger Schützenmeister, Franz Schmid.

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